Auf seinem Kopf sitzt ein Wellensittich – einen echten Sittich hat er zwar nicht, „aber einen echten Vogel“, sagt Markus Heger. Wie so ziemlich jeder Künstler im Laufe der Karriere hat auch er ein Selbstporträt gemalt. Sein Humor und das Thema „Heimat“ sind essenzielle Gesichtspunkte seiner Kunst. Geprägt haben den bunten Stil des Coburgers/Bambergers vor allem Bücher aus seiner Kindheit.
Markus Heger ist gebürtiger Bamberger, verpflanzter Coburger und seit drei Jahren nun wieder Wahl-Bamberger. „Meine Eltern sind Lehrer und wurden nach Coburg versetzt“, erzählt er. Zu dem Zeitpunkt war er zwei Jahre alt. In Coburg ging er in den Kindergarten und zur Schule, traf seine Frau und bekam zwei Kinder. Zur Kunst hat er schon früh einen Draht gehabt. „Ich male schon mein Leben lang“, erzählt der 51-Jährige.
Kreativität liege bei seiner Familie in den Genen. Er habe sie von seinem Vater und gebe sie nun an seine Kinder weiter, und schafft so gemeinsame Erinnerungen. „Basteln, malen, herstellen, kreieren – meine Kinder wünschen sich immer eine kreative Aktion“, erzählt er. Unter anderem mit Bügelperlen und Spielzeug lassen sie ihrer Fantasie freien Lauf.
Immer etwas Neues zu entdecken
Seine eigenen Kindheitserinnerungen haben seinen Stil stark geprägt. Wenn man einen Blick in seine sozialen Medien wirft, wird deutlich: Es hat eine Reise stattgefunden. Was bunt begonnen hat, wurde schwarz-weiß, und realistische Porträts mischten sich mit abstrakter Lineart. Dann kam ein Bruch – und ab dem Zeitpunkt wird es radikal bunt. „Ich habe früher viel für andere gemalt“, sagt Heger. Es dauerte, bis er seinen Stil gefunden hat. „Es muss bunt sein – ich mag es bunt. Aber es darf nicht komplett abstrakt sein. Das ist nicht mein Ding“, sagt er. Inspiriert haben ihn besonders die „Wimmelbücher“ von Ali Mitgutsch. „Da gibt es einfach immer etwas Neues zu entdecken.“ Diesen Charakter will er auch mit seinen Werken einfangen.
„Ich mag es, das abstrakte Bunte mit realen Motiven zu verbinden, die bei mir ein Heimatgefühl auslösen“, sagt Heger. Ihn selbst haben besonders zwei Städte geprägt: Coburg und Bamberg. Sie finden sich häufig in seinen Werken wieder. Bei seinen Auftragsarbeiten liegt ihm am Herzen, genau dieses Gefühl auch für andere einzufangen.
Vor nicht allzu langer Zeit hat er sich entschieden, mit seiner Kunst an die Öffentlichkeit zu gehen. Was als Geschenke für Freunde und Familie angefangen hat, kann jetzt also auch offiziell gekauft werden. Aktuell hängen seine Bilder unter anderem in der neuen Galerie „Alles ein Mal“, die der Bamberger Kilian Hoock am Pfahlplätzchen in Bamberg eröffnet hat. Er bietet lokale Kunst zu erschwinglichen Preisen. Apropos, Preise ...
Die Preisfindung ist für viele Künstler ein sensibles Thema – auch für Markus Heger stellte sich die Frage, wie viel seine Kunst kosten soll. Um die Preisfindung zu erleichtern, können Künstler auf den sogenannten Künstlerfaktor zurückgreifen. Dazu berechnet man zunächst die Größe des Werkes (Höhe, Breite, Tiefe bei Plastiken). Das multipliziert man dann mit dem Künstlerfaktor, der orientiert sich an bestimmten Kriterien, darunter Berufserfahrung, Auszeichnungen oder Verkäufe. Grundsätzlich gilt: Am Beginn der Karriere ist er eher niedrig, und er steigt mit dem Erfolg.
Neue Bilder-Serie
Auf Erfolg hofft Markus Heger mit seiner neuen Reihe von Bildern, für die er noch einen Ausstellungsort in Coburg sucht. Zu entdecken gibt es auf den Bildern unter anderem den „Coburger Mohr“ und die viel gepriesene Bratwurst. Ein Motiv ist aber auch der „Albert“ auf dem Marktplatz, der von seinem Sockel steigt und sich eine Wurst gönnt. „Er hat auch mal eine Pause verdient“, sagt Markus Heger.
Inhaltlich widmet er sich also Coburgs Markenzeichen – den bekannteren und unbekannteren, die er ganz in seinem Stil mit Spachtelmasse, Acrylfarben und einer guten Prise Humor auf die Leinwand bringt.
Wer Kontakt zu Markus Heger aufnehmen möchte, kann das via Instagram oder per Mail an markusheger.art@gmail.





















