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Reisen
Das sind die Coburger Touristen-Typen
So sieht künstliche Intelligenz die Coburger Touristen-Typen.
So sieht künstliche Intelligenz die Coburger Touristen-Typen. // Illustration: Franziska Schäfer, midjourney
Coburg – Es gibt viele Gründe, nach Coburg zu kommen: Bratwurst, Veste, Open-Airs. Aber lassen sich auch die Gäste danach unterscheiden? Wir fragten eine Touristikerin. Die Bilder dazu lieferte uns eine KI.

Sommerzeit, Reisezeit. Nach wie vor ist Deutschland das beliebteste Reiseland der Deutschen. Das spüren auch Städte wie Coburg, und die Gruppen der Stadtführungen um 11 Uhr gehören zumindest im Sommerhalbjahr zum Stadtbild. Doch was sind das für Leute, die da nach Coburg kommen? „Durchweg gut gelaunte und sympathische“, betont Helgard Gengnagel. Sie hat seit Jahren mit Coburg-Touristen zu tun: Als Gästeführerin und als Mitarbeiterin in der Tourist-Info. Coburg-Besucher seien in der Regel freundlich, interessiert – und älter, sagt sie: Mindestens 50-, eher 60-plus. Also angesichts der Alterspyramide Durchschnitts-Deutsche.

KI sieht's nostalgisch

Doch es gibt auch ein paar besondere Typen unter den Coburg-Touristen. Die Beschreibungen dieser Touristen-Typen haben wir eine Künstliche Intelligenz (KI) in Bilder umsetzen lassen. Die KI hat offensichtlich keine Ahnung davon, wie Deutsche auf Reisen gehen. Sie weiß nichts von Outdoor-Sandalen, Rollenkoffern und angemessener Kleidung fürs Theater. Stattdessen schenkt sie uns Bilder mit einem leicht nostalgischen Flair – eine Erinnerung an Zeiten, als Reisen noch Abenteuer bedeuteten. Das wünschen wir schließlich auch den Coburger Gästen: Schöne Abenteuer in Coburg!

Der Bratwurst-Tourist
Der Bratwurst-Tourist // Illustration: Franziska Schäfer, midjourney

Der Bratwurst-Tourist

Hier sind zwei Gruppen zu unterscheiden. Die einen mögen Bratwurst, kennen viele Bratwurstsorten und wollen wissen, ob die Coburger Bratwurst wirklich so gut ist wie ihr Ruf. Sie sind meist Erstbesucher, die aber nur selten einen Tipp brauchen, wo und wie sie an Bratwurst kommen. Wenn sie es bis in den Bereich rund um den Marktplatz geschafft haben, weist der Duft den Weg. Die andere Gruppe kennt Coburger Bratwurst, liebt Coburger Bratwurst und macht gelegentliche Abstecher in die Vestestadt wegen der Bratwurst. Als es den Bratwurststand am Albertsplatz beziehungsweise am Anger noch gab, soll diese Gruppe größer gewesen sein.

Kulturbeflissene
Kulturbeflissene // Illustration: Franziska Schäfer, midjourney

Kulturbeflissene

Sie können Romanik von Gotik und Barock unterscheiden, ihnen ist klar, dass das Epitaph in der Morizkirche kein Altar ist, wie er in anderen Kirchen an dieser Stelle steht. Sie besichtigen Ehrenburg und die Veste mit ihren umfangreichen Kunstsammlungen. Sie besuchen die Rosenau in erster Linie wegen des Glasmuseums, genießen aber auch den Spaziergang durch den Park oder den Hofgarten. Die Größe und Qualität der Kunstsammlungen auf der Veste überrascht sie durchaus, aber länger aufhalten werden sich die Meisten deshalb nicht in der Stadt. Die nächste Stadt mit den nächsten Museen wartet schon!

Theatertouristen
Theatertouristen // Illustration: Franziska Schäfer, midjourney

Theater-Touristen

Bei der Theaterlust mischen sich das Wissen um Coburgs Theatertradition und die Neugier darauf, was ein Haus in einer kleinen früheren Residenzstadt wohl bieten mag. Bislang kamen sie, um eine Vorstellung oder ein Klassikkonzert im einstigen Hoftheater mit all seiner blau-goldenen Pracht zu genießen, selbst, wenn man bei genauem Hinsehen schon Risse in den Wänden erkennen konnte. Künftig kommen sie vielleicht, um eine Vorstellung im Globe zu erleben – der Holzbau als solcher ist schließlich einzigartig. Weil das Theater meist abends spielt, bleiben solche Gäste gern über Nacht oder gleich ein, zwei Tage länger. Überschneidungen zu →Kulturbeflissene.

Open-Air-Touristen
Open-Air-Touristen // Illustration: Franziska Schäfer, midjourney

Open-Air-Touristen

Von den Theater-Touristen insofern zu unterscheiden, dass sie meist nur eine Nacht bleiben und sich vorm Open-Air auf dem Schlossplatz die Zeit in der Stadt vertreiben wollen. Sie sind offen für vieles, sei es eine Stadtführung oder ein Museumsbesuch. Es soll nur nicht zu viel Energie kosten, weil sie die für den Schlossplatz später brauchen. Dafür tauchen sie häufig in der Gruppe der → Wiederkommer auf. Denn ein Nachmittag in Coburg reicht längst nicht aus!

Stop-over-Besucher
Stop-over-Besucher // Illustration: Franziska Schäfer, midjourney

Stop-over-Besucher

Eine Sondergruppe dank des ICE-Halts Coburg. Eigentlich könnten sie durchfahren, doch sie unterbrechen die Reise in Coburg, weil sie die Stadt besichtigen möchten. Ihr Problem: Wohin in der Zeit bis zum nächsten ICE-Halt mit dem Gepäck? Am Bahnhof gibt es keine Schließfächer, seitdem die Bahn die letzten abgeschafft hat. Auch in der Nähe gibt es keine Abstellmöglichkeit. Tut sich hier vielleicht eine Geschäftsidee auf? Denn Radreisende mit E-Bikes stehen vor dem ähnlichen Problem: Wohin mit dem Gepäck, während man durch die Stadt bummelt, und wo kann man in Coburg sein Fahrrad laden? Die traurige Antwort: Nirgends oder nur sehr kompliziert.

Royal-Touristen
Royal-Touristen // Illustration: Franziska Schäfer, midjourney

Royal-Touristen

Gehäuft zu beobachten nach gewissen Ereignissen in England, oder sie kommen aus Belgien. Der Tod von Queen Elizabeth II und die Krönung Charles III. riefen die Verwandtschaft des Königshauses mit Coburg auch in Deutschland wieder ins Bewusstsein. Auch auf dem belgischen Thron sitzt ein König mit deutschen Vorfahren. Solche Touristen klappern Albertdenkmal, Ehrenburg und Schloss Rosenau ab, und Bratwurstessen ist Pflichtprogramm. Queen Victoria erwähnt diese Spezialität schließlich sogar in ihrem Tagebuch. Die besonders beflissenen unter ihnen wissen sogar, wie viele „Ur“ Charles vor „Großvater“ sagen müsste, wenn er von Prinz Albert spricht (es sind drei).

Genussreisende
Genussreisende // Illustration: Franziska Schäfer, midjourney

Genussreisende

Ihnen geht es tatsächlich um die fränkische Küche und das Geheimnis der Rutscher. So heißen in Coburg die Klöße, und der Name hält, was er verspricht. Sternenküche erwarten diese Gäste nicht unbedingt, authentisch soll es sein. Das Speisenangebot in Coburg muss sich nicht verstecken, zumindest ein Gasthaus hat auch selbstgebrautes Bier – fehlt bloß noch ein Frankenwein aus Coburger Gefilden. Mal sehen, wann der Coburger Eckardtsberg trocken auf den Markt kommt!

Wiederkommer
Wiederkommer // Illustration: Franziska Schäfer, midjourney

Wiederkommer

Sie waren schon mal hier. Aber Coburg hat ihnen so gut gefallen, sie konnten längst nicht alles sehen, sie müssen noch mal hinfahren. Das gilt nicht nur für Touristen, sondern auch für Geschäftsreisende, die dienstlich in Coburg waren und nun mit der Familie noch mal wieder kommen. Für sie darf sich möglichst nichts verändert haben oder wenn doch, dann so, dass es keine Enttäuschung ist. Mit etwas Glück wollen sie keinen Wiederholungsbesuch im Puppenmuseum. Das ist nämlich inzwischen geschlossen.

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