Tanzen? „Ist mein Leben“, sagt Nora Seifert und strahlt übers ganze Gesicht. Kein Wunder also, dass sie sich aufs diesjährige Samba-Festival besonders freut. Denn mit ihrer Coburger Showtanzgruppe „Asdor“ wird sie am Samstagabend – also zur besten Festival-Zeit – gleich auf beiden großen Hauptbühnen (Schlossplatz und Marktplatz) tanzen. Das alleine würde bereits für ein spannendes Wochenende reichen. Es kommt aber noch hinzu, dass Nora Seifert am Sonntag einen völlig anderen „Auftritt“ beim Festival haben wird. Und zwar beruflich. Als Polizistin und Mitglied der sogenannten Verfügungsgruppe sorgt sie für Sicherheit in der Innenstadt.
Pädagogik und Sportdidaktik studiert
Im Gespräch mit Nora Seifert wird sehr schnell deutlich, dass sie ihren Beruf fast genauso sehr mag wie ihr Hobby. „Mein Vater war auch Polizist“, erzählt sie. Deshalb hätte sie schon immer im Hinterkopf gehabt, einen ähnlichen Weg einzuschlagen. Doch nach ihrem Abitur am Gymnasium Casimirianum studierte sie zunächst Pädagogik und Sportdidaktik – denn auch das Arbeiten beziehungsweise das Trainieren mit Kindern und Jugendlichen macht ihr viel Spaß.
Tanzgruppe der Coburger Turnerschaft
Nora Seifert war gerade mal vier Jahre, als sie mit dem Tanzen begonnen hat. Zunächst war sie im Ballettstudio „Am Ketschentor“, später bei den „Effect’s“, wo sie heute auch noch Trainerin ist. 2002 gründete ihre Mutter Astrid Seifert zusammen mit Doris Makmoul eine kleine Showtanzgruppe. Diese Gruppe tritt vor allem beim Samba-Festival und beim Schlossplatzfest auftritt. Als Namen für die Gruppe wählten die beiden Gründerinnen eine Kombination aus den Anfangsbuchstaben ihrer Vornamen: Asdor. Heute steht oft noch „CTS“ dahinter, weil man organisatorisch zur Coburger Turnerschaft gehört.
2005 war Nora Seifert erstmals bei einem „Asdor“-Auftritt beim Samba-Festival dabei. Sie kann sich an ihn nicht mehr im Detail erinnern, aber grundsätzlich gerät sie schnell ins Schwärmen, wenn sie über Samba spricht. „Mir gefällt dieses brasilianische Lebensgefühl, diese Leichtigkeit!“
Toll findet sie es, dass beim Samba-Festival die Menschen vor der Bühne fröhlich mittanzen. „Bei den Turnieren, bei denen ich mit den Effect’s war, müssen die Zuschauer still auf ihren Plätzen sitzen und dürfen lediglich am Ende Beifall klatschen – so wollen es die Regeln.“
„3 To Tango“ von Pitbull
Am Samstagabend können die Samba-Fans auf Schloss- und Marktplatz zum Beispiel zu „3 To Tango“ des Rappers Pitbull mittanzen. Der Song enthält viele südamerikanische Rhythmen. Nora Seifert sagt allerdings: „Unser Auftritt ist gar nicht typisch Samba.“ Das mag sich aber auch auf die Kostüme beziehen: „Also wir tragen keine Federkleider“, sagt sie und schmunzelt.
Der Kontrast zu Nora Seiferts Kleidung am Sonntag dürfte trotzdem enorm sein. Denn am Nachmittag wird sie in ihrer Uniform als Polizeiobermeisterin auf dem Samba-Festival anzutreffen sein. Sie freut sich auf diesen Arbeitstag, denn erfahrungsgemäß geht es beim Samba-Festival sehr friedlich zu. Im vergangenen Jahr hatte sie zum ersten Mal diese Kombination aus „erst tanzen, dann arbeiten beim Samba-Festival“ – und sie hatte viele schöne Begegnungen, wie sie erzählt: „Die Leute haben sich gefreut, als sie uns sahen – viele wollten sogar Fotos mit uns machen, vor allem Gäste aus dem Ausland!“
Nora Seifert findet es schön, wenn die Polizei derart sympathisch wahrgenommen wird. Ohnehin gefällt ihr der Spruch: „Die Polizei, Dein Freund und Helfer“. Bei der Coburger Polizei wird sie schwerpunktmäßig als Verkehrserzieherin eingesetzt. Sie möchte Kindern aber nicht nur dabei helfen, den Fahrrad-Führerschein zu bestehen. „Ich möchte den Kindern auch die Polizei näherbringen“, sagt die 31-Jährige. Und wenn sie in ihrer Freizeit jungen Menschen auch noch die Freude am Tanzen und am Samba näherbringen kann, dann steht einem spannenden Wochenende nichts mehr im Wege.
Tipp: Auftritte der Showtanzgruppe Asdor CTS beim Samba-Festival:
- Samstag, 20 Uhr: Bühne Schlossplatz
- Samstag, 23.30 Uhr: Bühne, Marktplatz















