Alle Jahre wieder: Irgendwo in Coburg wird im November ein Baum gefällt. Dieser wird dann – sozusagen als krönender Abschluss seines Baum-Lebens – zum „Coburger Weihnachtsbaum“ auf dem Marktplatz. Er wird schön geschmückt, bekommt allerhand Lichterketten umgehängt, und spätestens mit der Eröffnung des Weihnachtsmarkts zieht er täglich die Blicke Hunderter oder gar Tausender Menschen auf sich.
In diesem Jahr ist aber alles ein bisschen anders. Das fängt schon damit an, dass die als „Coburger Weihnachtsbaum“ auserkorene Tanne nicht an einem Werktag gefällt und anschließend zum Marktplatz gebracht wird. Stattdessen wird das Team aus Coburg Marketing (zuständig für alles rund um den Weihnachtsmarkt) und städtischem Grünflächenamt am Samstag und Sonntag im Einsatz sein. Erklärung folgt.
Woher kommt der Coburger Weihnachtsbaum 2025?
Der vielleicht größte Unterschied, den der „Coburger Weihnachtsbaum“ des Jahres 2025 gegenüber seinen vielen Vorgängern aufzuweisen hat, ist aber ein anderer. Und zwar: Die prächtige Tanne hat bereits reichlich Erfahrung als Weihnachtsbaum!
Aktuell steht die Tanne auf dem Gelände der Firma Kapp in der Callenberger Straße. Gepflanzt wurde sie zu Beginn dieses Jahrtausends, als nach diversen Hochwasserschutzmaßnahmen entlang der Lauter ein neuer Firmenparkplatz (Zufahrt über die Austraße) angelegt werden konnte. Wie aus der Marketingabteilung der Firma Kapp zu erfahren ist, sei die Tanne im Laufe der Jahre zu einem Blickfang geworden. Schließlich steht sie auch direkt an der Einfahrt zum Parkplatz. Alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sehen die Tanne, wenn sie zum Parkplatz fahren oder ihn nach Dienstschluss wieder verlassen.
Irgendwann sei es auch zu einer schönen Tradition geworden, die Tanne in der Weihnachtszeit mit Lichterketten zu versehen. Der Abschied von der Tanne fällt deshalb auch nicht leicht, wie eine Mitarbeiterin von Kapp erzählt. „Wir tun dies schweren Herzens!“
Die Wurzeln wurden zu einem Problem
Doch wie das bei Tannen nun einmal so ist: Sie wachsen schnell. Nicht nur oberirdisch, sondern auch unterirdisch. Genau das wurde zunehmend ein Problem: Das Wurzelwerk breitete sich immer weiter aus. Doch im rund um Werk 1 des traditionsreichen Maschinenbauers liegen im Untergrund sehr viele Rohre und Leitungen. Markus Kunzelmann, der als Leiter der Kapp-Werksplanung auch für alle Außenanlagen zuständig ist, machte auf diese Situation aufmerksam. Die Juniorchefs Matthias und Michael Kapp, die als sehr heimatverbunden gelten, hatten schließlich eine Idee: Die Tanne könnte doch der Stadt Coburg als Weihnachtsbaum für den Marktplatz angeboten werden!
Fachmann sagt: „Diese Tanne macht was her!“
Gesagt, getan – und eines Tages kam Stephan Just vom Grünflächenamt zur Begutachtung vorbei. Sein fachmännisches Urteil: „Diese Tanne macht was her!“ Nachdem es in den vergangenen Jahren oft etwas schmalere Weihnachtsbäume auf dem Marktplatz gegeben hätte, sei mit der Tanne der Firma Kapp ein Exemplar ausgesucht worden, das „viel Raum“ einnehmen werde.
Bei der Firma Kapp ist – bei allem Abschiedsschmerz – die Freude groß, dass die Tanne vom Betriebsparkplatz jetzt nochmal eine besondere Zeit als Weihnachtsbaum haben wird. Vom Fällen am Samstag, über den Transport am Sonntag bis zum Schmücken ab Montag soll deshalb auch alles in vielen Fotos festgehalten werden. „Und wir werden unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch dazu aufrufen, sich ,unseren' Baum dann auf dem Marktplatz anzuschauen“, heißt es aus der Marketingabteilung.
Transport mit Hindernissen
Der Grund für den ungewöhnlichen Zeitablauf liegt jetzt natürlich auf der Hand: Wenn die Tanne gefällt wird, ist die Ein- und Ausfahrt vom Parkplatz versperrt. Deshalb kann das nicht werktags erfolgen. Die Tanne wird anschließend zwar auf einen Lkw verladen, doch zum Marktplatz gebracht wird sie erst am Sonntag. Denn am Samstag wäre dies logistisch gar nicht möglich, weil am Marktplatz der Wochenmarkt aufgebaut ist. Etwas knifflig wird es am Sonntag trotzdem, weil sich aktuell noch eine größere Baustelle direkt vor dem Stadthaus befindet. Aber: Es sollte alles klappen, wie die Beteiligten versichern.
Übrigens: Auf dem Betriebsgelände von Kapp ist bereits ein neuer Baum gepflanzt worden – damit es auch in Zukunft wieder einen schönen Blickfang gibt. Doch zunächst einmal gilt das Hauptaugenmerk natürlich der Tanne, die jetzt noch einmal richtig „Karriere“ in der Innenstadt macht. Mal schauen, welchen Namen der „Coburger Weihnachtsbaum“ in diesem Jahr bekommt.
Wie heißt der Coburger Weihnachtsbaum 2025?
Zur Erinnerung: 2024 bekam der Baum den Namen „Nadelheid“ verpasst; 2023, als ein besonders schmales Exemplar ausgewählt worden war, hieß er „Schmalbert“. Das Coburger Tageblatt prescht jetzt einfach mal mit zwei Vorschlägen vor: Bernhard! In Erinnerung an den Firmengründer Bernhard Kapp. Für den Fall, dass auf dem Albertsplatz zumindest wieder ein etwas kleinerer Baum aufgestellt werden sollte, wäre auch eine Namensvergabe im Doppelpack denkbar: „Kapp und Kapper“.
Coburger Weihnachtsmarkt: Eröffnung am 28. November
Coburger Weihnachtsmarkt
- Wo? Marktplatz Coburg
- Wann? Freitag, 28. November, bis Dienstag, 23. Dezember
- Wann genau? Der Coburger Weihnachtsmarkt hat täglich von 11 bis 20 Uhr geöffnet (Imbiss und Getränke bis 21.30 Uhr)

















