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Vesteblick
Coburg ist bunt – auch in der Gastronomie
Oliver Schmidt
Oliver Schmidt // Coburger Tageblatt
Coburg – Es muss ja nicht immer Sauerbraten mit Klößen sein! In Coburg wird zunehmend über den deutschen Tellerrand hinausgeschaut. Und das ist auch gut so.

Der Aufschrei in der Coburger Bevölkerung war recht groß, als 2018 bekannt wurde, wer neuer Pächter im altehrwürdigen Ratskeller im Herzen der Stadt wird: ein Mexikaner! Dort, wo es bislang Sauerbraten, Klöße & Co. gab, wurden (und werden) fortan Tortillas und Nachos serviert. Ein Skandal? Nein. Im Tageblatt haben wir damals schon daran erinnert, dass sich Coburg „Werte und Wandel“ auf die Fahnen geschrieben hat. Deshalb darf auch in der Gastronomie gerne mal über den deutschen Tellerrand hinaus geschaut werden.

Fünf Jahre und eine Pandemie später gibt es – zum Glück – keinen Aufschrei mehr, wenn das Traditionslokal „Schmittner’s“ von einem fleißigen Wirt aus Armenien und die Räume des ehemaligen „Tie“ von einem mutigen Mann aus Syrien übernommen werden. Stattdessen herrscht Dankbarkeit. Denn die Gastronomie ist zu einem sehr herausfordernden Geschäft geworden, das sich immer weniger Menschen zutrauen.

Gastro hatte es schwer während Corona

Klar, die Gastronomie ist eine Branche, die unter Corona sehr gelitten hat. Und kaum, dass die Zeit der Lockdowns endlich vorbei war, ließ die Energiekrise die Preise explodieren und zudem viele der bisherigen Gäste zu einem strammen Sparkurs zwingen. Essen gehen? Kann sich leider nicht mehr jeder leisten. Aber: Essen gehen kann in Coburg auch zu einer Entdeckungsreise werden, die mehr denn je bunt und international ist. Wie schön!

Übrigens: Die traditionsreiche „Loreley“ in Coburg wird demnächst von einem Wirt übernommen, der aus Asien stammt. Er hat allerdings schon mehrmals betont, dass er an der bewährten Speisekarte mit Sauerbraten, Klößen & Co. nichts ändern wird.

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