Wie geht’s weiter mit dem fränkisch-thüringischen Klinikkonzern Regiomed, der Anfang des Jahres einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt hat?
Wird das Klinikum Coburg zurückgekauft?
Derzeit wird mit mehreren möglichen Investoren verhandelt. Ebenso gibt es Gespräche mit den insgesamt vier kommunalen Gesellschaftern, die ebenfalls Interesse zumindest an einzelnen Gesellschaften innerhalb des Konzerns haben.
Weiterhin in kommunaler Hand?
Unter anderem haben auch die Stadt und der Landkreis Coburg als gemeinsamer „Krankenhausverband Coburg“ ein Angebot abgegeben. Details dazu sind nicht bekannt. Doch es gilt als sicher, dass es um eine Übernahme des Klinikums Coburg und des Klinikums in Neustadt bei Coburg geht. Sprich: Die Stadt und der Landkreis Coburg wollen, dass beide Einrichtungen auch weiterhin in kommunaler Hand bleiben.
Das dürfte allen voran Martin Lücke erfreuen, den Vorsitzenden des Betriebsrats des Klinikums Coburg.
Denn auch Lücke und seine Betriebsratskolleginnen und -kollegen wünschen sich, dass die medizinische Versorgung in der Region in kommunaler Trägerschaft bleibt.
In einer Pressemitteilung, die Lücke am Mittwoch veröffentlichte, heißt es unter anderem: „Aktuell befassen sich Stadtrat und Kreistag Coburg mit dem Rückkauf des Klinikums Coburg aus dem insolventen Regiomed-Konzern. Der Betriebsrat sieht viele Vorteile für die Bürgerinnen und Bürger der Kommunen, wenn dieser Rückkauf gelingt.“
„Medizin für alle“
Und weiter: „Nach vielen Jahren der bloßen Beteiligung an der Muttergesellschaft Regiomed können Stadt und Landkreis endlich wieder direkten Einfluss auf das Leistungsgeschehen des Klinikums nehmen, denn das wichtigste Ziel ist die Versorgung für möglichst die ganze kommunale Bevölkerung: Medizin für alle!“
Wirtschaftlich wäre es nach Ansicht des Betriebsrats ein „erheblicher Vorteil“, wenn die Wertschöpfung des Klinikums „im Haus“ bezeiehungsweise in der Region bliebe und nicht etwa in eine Finanzgesellschaft abfließt. „Steuern bleiben nur in der Region, wenn Firma und Mitarbeiter in der Region sind“, so der Betriebsrat in seiner Pressemitteilung. Und: „Gutes Management kann eine Kommune auch organisieren, ein Verkauf kennt kein Zurück.“
Wichtig auch für Brose, Kaser und die HUK
Wichtig ist dem Betriebsrat die Bindung von Exzellenz in der gesamten Region: „Spitzenmedizin in einem Spitzen-Klinikum zieht Spitzenkräfte aller Branchen an.“ Auch große Industrieunternehmen wie Brose, Kaeser oder die HUK würden von der Leistungskraft und Ausstrahlung des Klinikums profitieren. Allerdings sollte der Krankenhausverband „zügig klare Verhältnisse“ schaffen, auch im Hinblick auf den geplanten Neubau. In der Pressemitteikung heißt es dazu: „Die schnelle Errichtung des neuen Klinikums spart Geld, weil Synergien und Effizienz schneller eintreten.“
Pochen auf Tarifverträge
Wichtig sei in diesem Zusammenhang auch die Bindung an Tarifverträge. Denn dies halte die Leistungsfähigkeit des Hauses. Gute Löhne würden zudem Kaufkraft in der Region sichern.
Appell an die Politik
Die Pressemitteilung endet mit einem Appell: „Wir erwarten von unseren Kommunalpolitikern, dass sie ihre Verantwortung zum besten Nutzen aller Bürger unserer Heimat wahrnehmen und das Klinikum aus der Regiomed-Insolvenz in direktes kommunales Eigentum zurückholen.“ Und: „Wir Bürger erwarten, dass unsere Politiker für uns alle kämpfen.“















