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Überraschender Vorstoß
Regiomed: Stadt und Landkreis Coburg geben ein Angebot ab
Regiomed Coburg
Das Klinikum Coburg ist die größte Einrichtung im Regiomed-Verbund. // Pia Bayer (dpa)
Coburg – Das Ringen um die Zukunft von Regiomed geht in die vielleicht entscheidende Phase. Im Zuge des laufenden Insolvenzverfahrens findet auch ein sogenannter Investorenprozess statt. Ein möglicher Investor hat sich jetzt selber geoutet.

Wie geht’s weiter mit Regiomed? Der fränkisch-thüringische Klinikverbund hatte am 2. Januar 2024 einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Zum einen wird nun versucht, Regiomed zu sanieren. Zum anderen findet aber auch ein sogenannter Investorenprozess statt. Sprich: Es werden mögliche Investoren gesucht, die einzelne Unternehmensteile oder auch ganze Einrichtungen aus dem Verbund übernehmen. - Regiomed selbst hatte darüber in der vergangenen Woche informiert.

Interessenten konnten Angebote abgeben

Bis Freitag, 9. Februar, so die Mitteilung, konnten etwaige Interessenten ihre Angebote abgeben.

An diesem Donnerstag (15. Februar) hat sich nun einer dieser Interessenten selber geoutet: Die Stadt und der Landkreis Coburg haben gemeinsam ein Angebot abgegeben!

Wie dieses Angebot konkret aussieht, dazu darf aus verfahrensrechtlichen Gründen nichts gesagt werden. Aber es darf spekuliert werden: Am wahrscheinlichsten wäre, dass die Stadt und der Landkreis Coburg, die gemeinsam den „Krankenhauszweckverband Coburg“ bilden, gerne das Klinikum in Coburg und das Klinikum in Neustadt bei Coburg übernehmen würden.

Oberbürgermeister äußerte sich

Dazu passt auch eine Aussage, die der Coburger Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) in dieser Woche in einem Interview mit dem Coburger Tageblatt getätigt hat. Anlass war ein Vorstoß der Coburger FDP, wonach bei Regiomed auch ein privater Investor mit einsteigen könnte. Dominik Sauerteig und auch der Coburger Landrat Sebastian Straubel (CSU) bevorzugen aber weiterhin ein reine kommunale Trägerschaft. Wörtlich sagte der Oberbürgermeister in dem Interview: „Ich und der Landrat arbeiten lieber konzentriert daran, Träger zu bleiben. Ein Angebot hat der Krankenhausverband Coburg bereits abgegeben.“

Auch die anderen Gesellschafter werfen ihren Hut in den Ring

Außerdem wurde am Donnerstag (15. Februar) bekannt, dass auch die anderen Gesellschafter ihren Hut in den Ring geworfen haben – und zwar wohl jeweils für die Krankenhäuser in ihrem Gebiet.

Zur Erinnerung: Regiomed hat insgesamt vier Gesellschafter. Das sind die Landkreise Lichtenfels, Sonneberg und Hildburghausen sowie eben der „Krankenhauszweckverband Coburg“.

Ein Sprecher der Regiomed-Kliniken teilte am Donnerstag mit:  „Die jeweiligen Interessenten konnten bis zum 9. Februar 2024 ihre Angebote abgeben. Zu den potenziellen Investoren gehören auch die Landkreise.“

Wie geht’s jetzt weiter?

In den kommenden Tagen sollen nun alle Interessensbekundungen „konsolidiert und diskutiert“ werden, wie es heißt. Wörtlich teilte ein Regiomed-Sprecher mit: „Im nächsten Schritt diskutiert Regiomed zusammen mit den externen Sanierungsexperten die Bietergebote und führt Gespräche mit den Interessenten. Während dieses laufenden Verfahrens wird stets das Ziel verfolgt, eine Fortführungslösung zu finden, die bestmöglich mit dem Sanierungskonzept harmoniert. Im Vordergrund stehen dabei stets die Bedürfnisse der Mitarbeiter und das Wohl der Patienten.“

Frist läuft bis zum 19. Februar

Die Analyse der Angebote läuft fristgemäß bis Montag, 19. Februar. 

In der Regiomed-Mitteilung von vergangener Woche war zudem die Rede davon, dass „alle denkbaren Optionen“ offen besprochen werden sollen. Ziel sei es, eine „tragfähige und nachhaltige Lösung“ für die Regiomed-Einrichtungen zu finden. 

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