Das Ehrenmal des Coburger Concents (CC) im Hofgarten ist seit ein paar Tagen verhüllt, abgesperrt und erstmals sogar videoüberwacht. Damit soll verhindert werden, dass es – wie so oft in der Vergangenheit – beschmiert werden kann.
Der Pfingstkongress des CC beginnt an diesem Freitag (22. Mai). Die wichtigsten Veranstaltungen finden am Pfingstmontag statt.
Protestveranstaltungen gegen den Coburger Convent
Ein Bündnis aus mehreren Gruppierungen (und zwar: Jusos Coburg, Grüne Jugend OCoburg, Comun e.V., Grüne Coburg, Omas gegen Rechts) rufen zum Protest gegen den CC auf. Geplant sind zwei Veranstaltungen, jeweils am Pfingstmontag.
Um 10 Uhr beginnt das „Anti-CC-Picknick“ im Hofgarten. Der Ort am Herzog-Alfred-Brunnen ist bewusst gewählt: In Sichtweite befindet sich das Ehrenmal des CC, wo am Montagvormittag eine Kranzniederlegung erfolgt. Das s „Anti-CC-Picknick“ wird von den Veranstaltern als „der wohl leckerste und friedlichste Protest aller Zeiten“ bezeichnet.
Um 21.15 Uhr beginnt an der Ecke Zinkenwehr/Albertsplatz eine Demonstration. Hier wird vor allem der Fackelzug des CC im Fokus stehen, der sich wenig später vom Festzelt am Anger durch die Coburger Innenstadt bis zum Marktplatz bewegt. In einem Aufruf machen die Veranstalter deutlich, was sie am Fackelzug stört. So heißt es unter anderem: „Der Fackelumzug ist für uns das Symbol eines überholten Gesellschaftsbildes, das keinen Platz in einer modernen Demokratie hat.“
Der Fackelumzug sei mehr als nur ein „stimmungsvolles Event“. Wenn tausende Männer im Gleichschritt mit brennenden Fackeln durch die Stadt ziehen, sei dies eine „martialische Inszenierung“, die in ihrer Ästhetik und Symbolik „bewusst“ an dunkle Zeiten der deutschen Geschichte erinnere. Die Veranstalter des Gegenprotests empfinden dieses „öffentliche Zurschaustellen von Macht und nationaler Verbundenheit“ als einen „Einschüchterungsgestus gegenüber einer modernen, pluralistischen Stadtgesellschaft“. Wörtlich heißt es in dem Aufruf: „Wer heute noch solche Bilder produziert, zeigt deutlich, dass sein Traditionsbegriff in der Vergangenheit stehen geblieben ist.“
Bereits zum Auftakt des CC-Pfingstkongresses am Freitag findet erstmals eine Fahrrad-Demo statt. Weitere Informationen dazu gibt es hier in diesem Text:
Kontrastprogramm zum Coburger Convent
Als Kontrast zum Pfingstkongress des Coburger Convents veranstaltet der Verein Alternative Kultur am Samstag, 23. Mai, zunächst ein „To Dispute Festival“ sowie am Sonntag, 24. Mai, ein Bildungsprogramm unter dem Titel „Kulturflut“. Ort ist jeweils die Kleine Pakethalle am ehemaligen Güterbahnhof.
Der Zeitraum der Veranstaltung sei bewusst so gewählt, heißt es in der Einladung, da zugleich der Pfingstkongress des Coburger Convents stattfinde. Und weiter: „Unsere Veranstaltungen verstehen sich als klares Kontrastprogramm gegenüber dem Gebaren dieser Männerbünde und ihren längst überkommenen Traditionen wie Trinkzwang, dem Ausschluss von Frauen und dem aus der Zeit gefallenen Fackelmarsch am Pfingstmontag.“
Musikfestival am Samstag
Das Festival findet heuer zum dritten Mal statt. Einlass ist am Samstag ab 15 Uhr, ehe ab 16 Uhr folgende Bands auftreten: Alles außer Leise (Punkrock), Hi Mum (Shoegaze/Indie), Kalte Hand (Post-Punk), Teryky (Black Metal), Unicorn Partisans (Electro/Techno Punk) und War (Doomgaze). Der Eintritt erfolgt auf Spendenbasis.
„Kulturflut“ am Sonntag
Das Bildungsprogramm „Kulturflut“ startet am Sonntag um 14 Uhr (Einlass ab 13 Uhr, Eintritt frei). Birgit Mair, Diplom-Sozialwirtin und Mitbegründerin des Instituts für sozialwissenschaftliche Forschung, hält einen Vortrag mit dem Titel „Die extreme Rechte in Franken – Erscheinungsformen und Handlungsstrategien“. Darin möchte sie Basiswissen über rechte Netzwerke, Ideologien und Erscheinungsformen in Oberfranken vermitteln und für demokratiefeindliche Entwicklungen sensibilisieren.
Die Sozialwissenschaftlerin und Aktivistin Annika hält anschließend einen Vortrag zum Thema: „Neue Bilder, Alte Rollen? Wie Incels und Verbindungsstudenten über Frauen denken”. Am Abend wird der Film „Luisa“ gezeigt. Im Rahmen der Handlung geht es um die junge Frau Luisa, die in einer Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderung lebt. Sie ist 22 Jahre alt und neugierig auf das Leben. Unbemerkt wird Luisa immer stiller, der Alltag in der Wohngruppe geht weiter, bis unerwartet festgestellt wird, dass Luisa schwanger ist. Sie erzählt niemandem, was vorgefallen ist, sie schweigt. Es wird sexueller Missbrauch vermutet.
Was ist der Coburger Convent?
Der Coburger Convent ist ein Zusammenschluss von pflichtschlagenden Studierendenverbindungen (Turnerschaften und Landsmannschaften).














