Der Coburger Stadtrat hat den Haushaltsplan des Landestheaters Coburg für das Jahr 2025 beschlossen. Zuvor hatte die stellvertretende kaufmännische Direktorin des Coburger Landestheaters, Sonja McClain, das Zahlenwerk erläutert.
88 Prozent Auslastung im Globe Coburg
Zunächst die erfreulichen Zahlen: In der aktuellen Spielzeit 2024/2025 liegt die Auslastung von Globe und Reithalle bei 88 Prozent. Das gilt in Theaterkreisen als echter Spitzenwert. Sonja McClain ist deshalb sehr zuversichtlich, die gesteckten Ziele bei den Einnahmen erreichen zu können.
Die hohen Einnahmen können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Landestheater ein Zuschussbetrieb ist und bleibt.
Zuschuss der Stadt Coburg: 10,57 Millionen Euro
Der Haushaltsplan für 2025 hat ein Volumen von 20,3 Millionen Euro. Um einen ausgeglichenen Haushaltsabschluss hinzubekommen, ist ein Zuschuss der Stadt Coburg in Höhe von 10,57 Millionen Euro erforderlich – das sind 1,5 Millionen Euro mehr als noch im Vorjahr. Beim Freistaat Bayern ist ein Zuschuss in Höhe von 7,2 Millionen Euro beantragt.
87 Prozent der Haushaltsgaben sind fürs Personal. Mit Blick auf weitere Tariferhöhungen dürfte dieser Anteil auch nicht kleiner werden.
Globe Coburg: Hohe Neben- und Wartungskosten
Die Wartungskosten fürs Globe, das seit der Spielzeit 2023/2024 als Interimsspielstätte dient, fallen mit 100.000 Euro deutlich höher aus als ursprünglich gedacht. Laut Sonja McClain liege das unter anderem daran, dass im Globe sehr viel Technik stecke, die regelmäßig gewartet werden müsse – von der üblichen Haustechnik über die Brandmelde- und Lüftungsanlagen bis zu den Aufzügen.
Kleiner Trost: Nicht zuletzt dank der Anbindung ans Fernwärmenetz konnten die Heizungskosten zuletzt um 35.000 Euro gesenkt werden.
Sehr hoch sind aber die Stromkosten – und das, obwohl viel LED zum Einsatz kommt.
Für Erstaunen im Stadtrat sorgte Sonja McClain, als sie mitteilte, dass auch das seit Sommer 2023 leer stehende Große Haus am Schlossplatz einiges an Kosten verursacht. So müssten alleine in diesem Jahr 78.000 Euro in den Gebäudeerhalt gesteckt werden. Als Beispiel nannte die stellvertretende kaufmännische Direktorin den historischen Spiegelsaal. Dieser müsse „auf Temperatur gehalten“, also beheizt werden, damit keine Schäden entstehen und damit die Sanierung eines Tages nicht noch teurer wird.
Investition in Theater-Werkstatt
Eine einmalige Investition in Höhe von voraussichtlich 280.000 Euro soll in der Theaterwerkstatt in Cortendorf getätigt werden. Sonja McClain erklärte, dass die Zugmaschinen dringend erneuert werden müssen. Zurzeit gebe es acht Zugmaschinen in der Montagehalle sowie weitere sechs Zugmaschinen im sogenannten Malsaal. Die Zugmaschinen werden benötigt, um die schweren Bühnenbilder und Deko-Elemente hin und her zu bewegen.
Die jetzigen Zugmaschinen sind laut Sonja McClain 40 Jahre alt. Seit 2022 hätten sie keinen TÜV mehr und könnten deshalb nur noch per Hand bedient werden. Um die Investition möglichst gering zu halten, soll die Zahl der Zugmaschinen auf künftig nur noch sechs in der Montagehalle sowie nur noch zwei im Malsaal reduziert werden.















