Die Blumen blühen, das Gras grünt und dazwischen liegen Hundehaufen. Das Rondell am Schlossplatz wird vermehrt zur Hundetoilette, und das ist ein Problem.
Hunde, die einfach wild durch frisch bepflanzte Beete jagen, ohne, dass die Besitzer etwas unternehmen und Hundehaufen, die nicht beseitigt werden. Die Mitarbeiter des Grünflächen-Amtes haben die Nase voll. „Reintreten ist noch das geringste Problem. Die Hundehaufen spritzen uns beim Mähen an die Kleidung und ins Gesicht“, sagt Martina Schreiner, die seit an die 30 Jahre Gärtnerin beim Grünflächenamt ist. Vermehrt fällt dem Team des Grünflächenamts auf, dass Hundehalter die Hinterlassenschaften ihrer Tiere nicht beseitigen.
Mehr Hunde seit Corona
Betroffen seien eigentlich alle Grünflächen im Stadtgebiet, besonders jedoch das Rondell, so Martin Dorn. Allein während des Gesprächs am Freitagvormittag werden drei Hundehaufen in der näheren Umgebung entdeckt. Mehr Hundehaufen gleich mehr Hunde? Tatsächlich hat die Zahl der Hunde zugenommen. Aktuell sind in Coburg 2080 Hunde gemeldet. Wie Pressesprecher Louay Yassin mitteilt, nahm die Zahl der angemeldeten Hunde während Corona um rund 300 zu. Hat da der ein oder andere Halter die Hundeschule verpasst?
Denn ob auf dem Rasen oder auch zwischen der Bepflanzung, der Hundekot gehört für die Gärtnerinnen und Gärtner leider zum Alltag. Dabei gibt es in der Stadt verteilt, aber auch in unmittelbarer Nähe des Rondells nicht nur Mülleimer, sondern auch eine Station mit Beuteln. „Es kommt aber auch vor, dass die Tüten dann voll in die Büsche geschmissen werden“, sagt Martina Schreiner. Doch nicht nur in die Büsche.
Kotbeutel auf der Wiese einer Kita
Knapp 200 Meter weiter ist der Kindergarten Marienschule. Hier hängt seit einiger Zeit ein Schild am Zaun: „Hier ist ein Kindergarten, kein Hundebeutel-Entsorgungsplatz.“ Eine Maßnahme, die das Kita-Team ergriffen hat, nachdem mehrfach Kotbeutel über den Zaun auf die Wiese und den Hof geworfen wurden.
„Es war wirklich schlimm. Wir hatten so viele von den gefüllten Beuteln im Garten und im Hof liegen“, sagt Kindergartenleitung Mona Schulze. Bevor die Kids in den Garten sind, hieß es erst einmal Ausschau nach den Beuteln halten. „In den letzten drei Wochen haben wir zum Glück nichts mehr gefunden“, sagt Schulze. Vielleicht hat das Schild Wirkung gezeigt.
Hundehaufen können teuer werden
Wären Schilder am Rondell vielleicht auch eine Option? „Die werden nicht lange an Ort und Stelle bleiben“, befürchtet Gärtnermeister Martin Dorn. Dabei kann es auch durchaus teuer werden, Hundekot nicht zu beseitigen. Ein Bußgeld von bis zu 1.000 Euro kann fällig werden, wenn Hunde in städtischen Grünanlagen koten oder frei herumlaufen. Laut Grünanlagensatzung von der Leinenpflicht ausgenommen sind Hundewiesen. Auf der Straße oder dem Gehsteig droht für einen Hundehaufen 500 Euro Bußgeld.
Doch selbst hohe Bußgelder scheinen nicht abzuschrecken. Steht nun stattdessen im Raum, das Rondell wieder zu schließen?
Wird das Rondell wieder geschlossen?
„Sicherlich muss man, wenn es sich nicht bessert oder weiter zunimmt, darüber nachdenken, ob man das Rondell nicht wieder schließt“, sagt Pressesprecher der Stadt Louay Yassin. Gärtnermeister Martin Dorn befürchtet jedoch, dass sich das Problem nur verlagern würde: „Dann gehen die Hunde eben wieder in die schmalen Grünstreifen am Rand des Platzes.“
Seit Juni 2023 ist das Rondell zugänglich – auf ausdrücklichen Wunsch des Oberbürgermeisters und sehr zur Freude der Stadtbevölkerung. Auch Theresa Porzelt kommt mit ihrer Tochter Fanni gerne zum Schlossplatz. Sie kennt das Problem mit den Hundehaufen am Rondell. Einmal sei ihnen zu Hause aufgefallen, dass die Zweieinhalbjährige Hundekot am Schuh hatte. „Man wirklich aufpassen“, sagt sie.
Das sagen Hundebesitzer
Hundebesitzer Matthias Straub hat kein Verständnis für so ein Verhalten anderer Hundehalter. Er selbst hat für „Pepe“ immer Beutel im Gepäck: „Das ist wirklich kein Aufwand, und es gibt genügend Möglichkeiten für die Entsorgung“, sagt er. So sieht es auch Christian Seltmann, der mit seiner Hündin „Rika“ am Rondell vorbeikommt. „Die Beutel nehmen keinen Platz weg, und so eine Packung reicht vier Wochen“, sagt er.
Damit gehören die beiden zur Mehrheit, wie Martina Schreiner weiß. „Die meisten Hundebesitzer nehmen den Müll auch mit, aber es gibt eben zu viele, die es nicht tun.“ Sie appelliert: „Wir verstehen, dass es für Hundebesitzer in der Stadt nicht so leicht ist, aber vielleicht kann man uns beim nächsten Mal, wenn man unverrichteter Dinge gehen will, im Kopf behalten.“































