Im September 2024 wurde die neue Schrankenanlage am Anger in Betrieb genommen. Seitdem hat sich schon so mancher Autofahrer ärgern müssen: gar nicht mal so sehr über die Parkgebühren, sondern über das Bezahlsystem.
Lange Schlangen vor den Kassen
Speziell nach Großveranstaltungen im benachbarten Kongresshaus bildeten sich oft lange Schlangen vor den beiden Kassenautomaten. Die einen sagten, das System sei fehleranfällig – andere hielten dagegen und sprachen von Bedienungsfehlern.
So oder so: Die Wohnbau, die im Auftrag der Stadt Coburg für die Bewirtschaftung des Parkplatzes zuständig ist, hat einen weiteren Kassenautomaten angeschafft. Das berichtete Ullrich Pfuhlmann von der Wohnbau-Geschäftsführung jetzt im Finanzsenat.
Kosten für Schrankenanalge steigen
Im Finanzsenat musste Pfuhlmann deshalb vorsprechen, weil sich durch den zusätzlichen Kassenautomaten die Gesamtkosten für die Schrankenanlage weiter erhöhen. Ursprünglich war von 295.000 Euro ausgegangen worden. Diese Summe war im städtischen Haushalt auch bereitgestellt. Doch als erste Probleme beim Bau und bei der Installation auftraten, musste der Finanzsenat bereits eine erste überplanmäßige Bewilligung von Haushaltsmitteln gewähren, und zwar in Höhe von 60.000 Euro.
Alleine der zusätzliche Kassenautomat schlage aber mit rund 25.000 Euro zu Buche, wie Ullrich Pfuhlmann ausführte. Die zusätzlich bewilligten 60.000 Euro würden deshalb knapp nicht ausreichen. Deshalb bat er um eine erneute überplanmäßige Bewilligung von Haushaltsmitteln, diesmal in Höhe von 5.000 Euro.
Grünen-Stadtrat fragt nach
Stadtrat Kevin Klüglein (Grüne) wollte daraufhin von Pfulmann wissen, wann sich die Schrankenanlage eigentlich amortisiert haben wird. Sprich: Wann werden die getätigten Ausgaben durch die generierten Einnahmen gedeckt?
Ullrich Pfuhlmann rechnete grob vor: In einem „normalen Monat“ bringe der Anger 30.000 bis 35.000 Euro an Einnahmen. Speziell im Juli und August würden aber auch Einnahmen wegfallen, wenn der Anger fürs Samba-Festival und fürs Vogelschießen gesperrt wird. Theoretisch könnte sich die neue Schrankenanlage aber bereits binnen eines Jahres rechnen.
Die überplanmäßige Bewilligung der 5.000 Euro wurde vom Finanzsenat mit 8:1 Stimmen genehmigt. Lediglich Kevin Klüglein stimmte dagegen.
Wie funktioniert die Schrankenanlage am Anger?
In anderen Städten sind solche Bezahlsysteme längst üblich. Doch für Coburg war es im September 2024 echtes Neuland: Bei der Einfahrt muss kein Parkticket mehr gezogen werden. Stattdessen wird das Kennzeichen digital durch eine Kamera erfasst. Um später wieder ausfahren zu können, ist es erforderlich, sein Kennzeichen zu wissen, weil dies vor dem Verlassen des Parkplatzes an einem der Parkautomaten eingegeben werden muss. Die Parkgebühren werden basierend auf der Parkdauer berechnet und gebucht. Beim Ausfahren wird das Kennzeichen von der Kamera erkannt und die Schranke öffnet sich automatisch, vorausgesetzt, der Betrag wurde korrekt beglichen.
Bezahlt werden kann weiterhin mit Bargeld, nun aber zusätzlich auch mit Girokarte, Kreditkarte oder App-Zahlungssystemen (Google Pay, Apple Pay) auf dem Mobiltelefon.
















