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Südzufahrt Coburg
Wie lange noch hält diese Brücke?
Südzufahrt Coburg
Das Brückenbauwerk an der Südzufahrt in Coburg ist in einem schlechten Zustand. // Oliver Schmidt
Coburg – Der Zustand der sogenannten Südzufahrt in Coburg ist bereits im Jahr 2022 als „ungenügend“ eingestuft worden. Jetzt soll ein Tempolimit das Bauwerk schützen. Mittelfristig gibt es andere Pläne.

Die Brücke an der Coburger „Südzufahrt“ ist ein riesiger, über 200 Meter langer Beton-Koloss: 1970 wurde sie gebaut, und bis heute ist sie das Herzstück entlang der wichtigsten Stadteinfahrt nach Coburg.

Südzufahrt Coburg
Die Südzufahrt, hier vom Kiebitzweg aus gesehen, wurde 1970 gebaut. // Oliver Schmidt

Doch die Brücke entwickelt sich so langsam zu einem Sorgenkind. Denn zuletzt sind immer mehr Mängel aufgetreten. Bereits im Jahr 2022 war der Zustand sogar als „ungenügend“ eingestuft worden. Es erfolgen zwar regelmäßig Reparaturarbeiten, wie seitens der Stadt versichert wird. Doch um die Statik des Bauwerks nicht noch zusätzlich zu belasten, wurde im August 2024  für alle Fahrzeuge die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h auf 50 km/h heruntergesetzt.

Südzufahrt Coburg
Seit August 2024 gilt auf der Südzufahrt Coburg ein Tempolimit von 50 km/h. // Oliver Schmidt

Das wird aber nicht ausreichen, um die Brücke dauerhaft zu schützen und zu erhalten.

Ausgehend von einer Anfrage der FDP wurden zur Sitzung des Coburger Stadtrats am Donnerstag sehr viele Informationen zur Südzufahrt veröffentlicht – und dazu, wie es mittelfristig weitergehen soll.

Brücke in Coburg hat keine Zukunft mehr

Zunächst einmal wurde in der Antwort auf die FDP-Anfrage betont, dass für den Unterhalt der Brücke ausschließlich die Stadt Coburg zuständig ist. Somit müssen auch alle damit verbundenen Kosten von der Stadt gestemmt werden.

Als sich 2022 bei einer turnusmäßigen Prüfung der sehr schlechte Zustand zeigte, wurde eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung in Auftrag gegeben. Ein Ingenieurbüro kam zu dem Ergebnis, dass eine Komplett-Instandsetzung der Brücke aus wirtschaftlicher Sicht nicht
sinnvoll sei. Denn selbst, wenn die größten Mängel immer wieder beseitigt würden, hätte die Brücke keine große Zukunft mehr. Laut Einschätzung des Ingenieurbüros würde die sogenannte Restnutzungsdauer nur noch bis zum Jahr 2040 reichen.

Südzufahrt Coburg
Zustand „ungenügend“: Wie geht’s weiter mit dem Brückenbauwerk an der Südzufahrt in Coburg? // Oliver Schmidt

Experten empfehlen deshalb einen Neubau, der ein echtes XXL-Projekt wäre. Alleine die Dauer des Planungs- und Genehmigungsverfahrens wird auf 10 bis 15 Jahre geschätzt.

Aber wie lange noch hält die Brücke? Vorausgesetzt, dass verschiedene Maßnahmen wie zum Beispiel die Verschärfung des Tempolimits ergriffen werden, halten Experten eine „Restnutzungsdauer“ von „mindestens zehn Jahren“ für „möglich“.

Südzufahrt Coburg
Südzufahrt Coburg: Experten halten einen Neubau für sinnvoller als eine Sanierung. // Oliver Schmidt

Zu diesen besagten Maßnahmen gehört zumindest zum jetzigen Zeitpunkt aber noch keine Tonnagenbeschränkung. Genau darüber hatte sich nämlich die FDP in ihrer Anfrage gewundert: Warum sollen alle Fahrzeuge langsamer fahren, während der Lkw-Verkehr sogar noch zunimmt? Mehr noch: Aus „politischen Kreisen“ werde speziell der Firma Brose nahegelegt, als Zufahrt zum Firmengelände nicht das Weichengereuth zu nutzen, sondern die Südzufahrt.

 „Engmaschige Überwachung der Brückenkonstruktion“

In der am Donnerstag veröffentlichten Antwort auf die FDP-Anfrage heißt es unter anderem, dass es erst dann zu einer Tonnagenbeschränkung kommen müsse, wenn sich der bauliche Zustand der Brücke weiter verschlechtert. Davon werde aktuell aber nicht ausgegangen. Zugleich wird eine „kontinuierliche, engmaschige Überwachung der Brückenkonstruktion“ versichert.

Südzufahrt: Wann kommt ein Neubau?

Die Antwort auf die FDP-Anfrage enthält noch den Hinweis, dass die Verwaltung „in Abstimmung mit dem Oberbürgermeister“ bereits an einer langfristigen Lösung arbeite. Wörtlich heißt es: „Die Perspektive für einen Brückenneubau ist langfristig gesehen eine notwendige und sinnvolle Investition in die Infrastruktur der Region.“ Ein Neubau würde zudem die Chance bieten, die Brücke an „moderne technische und verkehrliche Anforderungen“ anzupassen.

Südzufahrt Coburg
Das Brückenbauwerk an der Südzufahrt in Coburg ist in einem schlechten Zustand. // Oliver Schmidt

So hat die Südzufahrt in ihrer jetzigen Konstellation bekanntlich ein großes Manko: Wer sie als „Ausfahrt“ benutzt, gelangt über sie ausschließlich in Richtung Süden. Eine Anbindung an die Achse Weichengereuth, die in nördlicher Richtung zur Stadtautobahn führt, gibt es hingegen nicht. Sprich: Vielleicht lässt sich ein neues Bauwerk dergestalt konzipieren und bauen, dass es zusätzliche Verkehrsströme bedienen kann. 

Die Antwort auf die FDP-Anfrage wurde am Donnerstag im Stadtrat lediglich zur Kenntnis gegeben. Nachfragen gab es nicht, so dass auch keine Aussprache stattfand.

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