Die Entscheidung ist gefallen. Den Zuschlag für den Biergarten im Herzen von Coburg hat Martin Hofmann bekommen. Der Coburger Gastronom, der im vergangenen Jahr den „Spießer“ im ehemaligen „Highlander“ eröffnet hat und das Burger-Restaurant „Hanskaschber“ betreibt, wird den „Prinzengarten“ übernehmen. Beziehungsweise: Er wird dem Biergarten seinen alten Namen „Josiasgarten“ zurückgeben. Denn: „Neun von zehn Coburgern sagen einfach ,Josiasgarten'“, hat Martin Hofmann festgestellt. Schon vor Wochen hat er die Rechte an diesem Namen vom allerersten Wirt Gerd Reichenbecher (1992 bis 2013) erworben.
„Ich liebe es, neue Konzepte in der Gastronomie zu entwickeln und umzusetzen.“ Genau aus diesem Grund hat sich Hofmann auch um den Biergarten beworben. Personalprobleme hat er keine, wie er sagt. Sein Unternehmen sei gut aufgestellt und bei schönem Wetter sei in den Restaurants ja auch nicht so viel Betrieb, so dass er jonglieren kann. Dennoch: Wer Lust hat, sich zu bewerben, kann sich melden.
Neue Bänke, neue Tische
Doch der alte Name wird nicht die einzige Neuerung sein. „Unser Leitspruch, schon bei der Bewerbung, lautet: Tradition bewahren, alles andere neu überdenken.“ Der „Josiasgarten“ soll deshalb ein traditioneller Biergarten bleiben, allerdings ein neues Gesicht bekommen. Bestuhlung und Tische werden durch massive Holzmöbel ersetzt. Es wird Tischdecken geben und eine Speisekarte am Platz, verrät der neue Pächter. Zum Bestellen wird man – wie bisher – zum Ausschank gehen müssen. Noch. Denn für die Zukunft ist angedacht, dass der Gast über einen QR-Code bestellt.
Was das Speisenangebot betrifft, kündigt Martin Hofmann eine „frische und ordentliche Küche“ an. Selbstverständlich werde es weiterhin auch einfache Speisen geben wie Pommes und Currywurst. Aber eben noch deutlich mehr. „Ich habe gute Köche in meinem Team“, sagt er. Zwei von ihnen möchte er bereits ab nächster Woche damit beauftragen, sich nur noch um die Vorbereitung des künftigen Angebots im Josiasgarten zu kümmern.
Brauerei Tucher bleibt Partner
In Sachen Bier hat Martin Hofmann – wie schon seine Vorgängerinnen – die Brauerei Tucher als Partner. „So ein starker Partner ist wichtig“, erklärt er. Im Josiasgarten werde es aber nur zu einem gewissen Teil die Biere aus dem Tucher-Sortiment geben, zu dem etwa Zirndorfer und Grüner gehören. „Ich bin nicht komplett an Tucher gebunden und werde deshalb – sogar zum Großteil – auf die Biere von kleineren Brauereien in der Umgebung setzen.“ Auch regelmäßige Wochen- und Aktionsbiere soll es geben.
Public-Viewing bei der EM
Allen Fußballfans kann Martin Hofmann den Wund ebenfalls schon etwas wässrig machen: „Es wird zur EM ein Public Viewing geben!“
Auch beim zweiten Groß-Event des Jahres in Coburg soll der Josiasgarten wieder voll dabei sein: beim Samba-Festival.
Bühne beim Samba-Festival
Im vergangenen Jahr hatte es beim Samba-Festival erstmals keine Bühne direkt im Josiasgarten gegeben. Stattdessen hatten die Veranstalter eine Spielfläche am angrenzenden Theaterplatz, vor der VR-Bank, eingerichtet. Hintergrund dieser Maßnahme sollen Unstimmigkeiten mit den bisherigen Pächterinnen des Biergartens gewesen sein.
Apropos die bisherigen Pächterinnen: Mit ihnen muss sich Martin Hofmann noch auf eine Ablöse für das Wirtschaftsgebäude einigen. Die Verhandlungen laufen und sollen bereits weit fortgeschritten sein.
Das Wirtschaftsgebäude, das die bisherigen Pächterinnen errichtet haben, soll einen neuen Anstrich bekommen – und begrünt werden. „Wir möchten etwas mehr Liebe zum Detail zeigen.“
Wann der Biergarten eröffnet wird, kann Martin Hofmann noch nicht genau sagen. „Wir geben Gas und hoffen, dass wir loslegen können, wenn das Wetter stabil schön ist."
Ob das schon Pfingsten sein wird? Da will sich Hofmann nicht festlegen.
Der Coburger Gastronom hat aktuell noch eine zweite „Baustelle“. Der Biergarten im „Spießer“ ist mittlerweile leer geräumt. In der kommenden Woche soll die Bestuhlung und die Beleuchtung kommen. Dann wird dekoriert. Auch hier will Hofmann keinen genauen Eröffnungstermin sagen.
Der neue Wirt mit bekanntem Gesicht
Hintergrund Der 35-jährige Martin Hofmann ist gelernter Werkzeugmechaniker. Früher war er als DJ viel unterwegs. „Bei vielen Veranstaltungen dachte ich mir, das könnte liebevoller gemacht werden“, sagt er. Genau das war seine Motivation, sich als Gastronom selbstständig zu machen.
Er übernahm den „Goldenen Stern“ in Ebersdorf, wo er im Saal und im Biergarten größere Veranstaltungen durchführen konnte.
In Coburg kennt man ihn auch als Clubbesitzer. Für ein paar Jahre betrieb er den „Club Paia“ im Bahnhof.
Schließlich übernahm er die „Kostbar“. Seither heißt sie „Heimatliebe“. 2018 eröffnete Hofmann das Burgerlokal „Hanskaschber“ in Coburg und 2019 in Schweinfurt. Seit 2021 gibt es einen „Hanskaschber“ auch in Bayreuth – ebenso wie den Stadtstrand. Die „Heimatliebe“ gab er 2020 ab.
2023 kam das Angebot, die Räumlichkeiten des ehemaligen „Highlander“ in der Steingasse zu pachten. Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten eröffnet am 14. Oktober das Speiselokal „Der Spießer“.
Seit 1. Oktober 2023 ist Martin Hofmann auch Hotelier. Er übernahm das Best-Western-Hotel mit 36 Zimmern in der Rosenauer Straße. Das Haus soll Stück für Stück in den nächsten Jahren renoviert werden.
Lesen Sie dazu auch:

















