Sorgen in der Wirtschaft
Tarifverhandlungen: Mahnende Worte aus Coburg
Die Firmenzentrale von Kaeser-Kompressoren in Coburg
Die Firmenzentrale von Kaeser-Kompressoren in Coburg
Foto: Kaeser
F-Signet von Redaktion Fränkischer Tag
Coburg – Die Rahmenbedingungen werden auch in Oberfranken für die Metall- und Elektro-Industrie immer schwieriger.

Stark gestiegene Rohstoff- und Energiepreise, dazu Lieferengpässe und Materialmangel: Die bayerischen Metall- und Elektro-Industrie sieht sich derzeit mit zahlreichen kniffligen Herausforderungen konfrontiert.Entsprechend negativ fallen die Geschäftserwartungen der jeweiligen Unternehmen aus, wie aus einer aktuellen Umfrage der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände (bayme/vbm) hervorgeht.

„Aktuell sinkt die Produktion, und der Blick auf die kommenden Monate ist mehrheitlich pessimistisch“, erklärt der Coburger Unternehmer Thomas Kaeser (Kaeser-Kompressoren), der auch bayme/vbm-Vorstandsvorsitzender von Oberfranken ist. Und: „Ein möglicher Erdgasstopp und generell die Erdgasknappheit hängen als großes Damoklesschwert über allem!“

Auch Corona belastet

Doch damit noch nicht genug der Probleme: Durch die wieder stark angestiegenen Corona-Fallzahlen haben die Unternehmen erneut mit hohen Krankheitsquoten zu kämpfen.

Laut der Umfrage bewerten die oberfränkischen Metall- und Elektro-Unternehmen die aktuelle Geschäftslage deutlich schlechter als noch zu Jahresbeginn. Die Salden liegen mit einem Minus von 1,2 Prozent für das Inlandsgeschäft und einem Minus von 9,5 Prozent für das Auslandsgeschäft im negativen Bereich. Die Erwartungen liegen ebenfalls im negativen Bereich. „Das zeigt die enorme Verunsicherung“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung von bayme/vbm. Lediglich der weiterhin hohe Auftragsbestand habe ein noch stärkeres Absinken verhindert. Sollten aber die Beschaffungspreise weiter stark steigen und russische Gaslieferungen ausbleiben, dann dürfte sich das Bild „drastisch“ ändern, befürchtet Thomas Kaeser.

Gibt es wieder mehr Arbeitsplätze?

Die Beschäftigungsrückgang wird sich der Befragung zufolge verlangsamt fortsetzen: 31 Prozent der Unternehmen planen einen Beschäftigungsaufbau; im Jahresverlauf könnte die Zahl der Beschäftigten um etwa 500 Stellen auf dann fast 60.000 Personen zunehmen.

Im Hinblick auf die anstehende Tarifrunde in der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie warnt Kaeser: „Die aktuell hohe Inflation dürfen wir nicht durch hohe Tarifabschlüsse zementieren, die den Unternehmen die Luft für Zukunftsinvestitionen nehmen.“ Dadurch gäbe es nur Verlierer – bei den Beschäftigten als auch bei den Unternehmen.

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