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Das macht Hoffnung
Das Coburg-Comeback
Frühlingsgefühle im Herbst? Am Montag war das – wetterbedingt – tatsächlich so. Doch auch ein Blick auf die Leerstände, die weniger werden, macht Hoffnung.
Frühlingsgefühle im Herbst? Am Montag war das – wetterbedingt – tatsächlich so. Doch auch ein Blick auf die Leerstände, die weniger werden, macht Hoffnung. // Jochen Berger
Coburg – Nach zwei schwierigen Corona-Jahren sendet die Innenstadt endlich wieder positive Signale. Der Trend geht dabei zu kleineren Geschäften.

Im Februar 2021 beleuchtete das Coburger Tageblatt die Situation in der Spitalgasse als wichtigster Einkaufsmeile der Stadt. Die Überschrift lautete damals: „Das 1a-Sorgenkind“. Gut eineinhalb Jahre später ist dieses Sorgenkind zwar noch nicht wieder kerngesund, doch der Heilungsprozess schreitet zumindest gut sichtbar voran.

So wird zurzeit gleich an zwei Stellen kräftig gewerkelt: Im Frühjahr 2023 will das Warenhaus TK Maxx in der Spitalgasse 12-14 (zuletzt „C&A“) eröffnen, und in der Spitalgasse 25 (zuletzt „Pimkie“) läuft der Umbau für die neue Filiale des Optikers Fielmann. Interessant: Fielmann wird auch noch das angrenzende Ladenlokal nutzen, das in Richtung Mauer liegt und in dem zuletzt Doris Stark Mode zuhause war. Doris Stark wiederum ist in die Ketschengasse 31 umgezogen und hat dort die Räume von „Quattro“ übernommen.

Citymanagerin ist zuversichtlich

Ja, es tut sich zurzeit so einiges in der Coburger Innenstadt, und darüber freut sich allen voran auch die Citymanagerin Andrea Kerby. Wobei diese im Gespräch mit dem Tageblatt eines gleich klar gestellt haben möchte: Auch in den vergangenen zwei (Corona-)Jahren habe es immer wieder Neueröffnungen gegeben. „Vielleicht nicht die ganz großen, aber passiert ist eigentlich immer etwas!“

Für die kleine Verschnaufpause: Die neuen Sitzmöbel, die von der Projektgruppe „Die Stadtmacher“ aufgestellt wurden, werden gut angenommen.
Für die kleine Verschnaufpause: Die neuen Sitzmöbel, die von der Projektgruppe „Die Stadtmacher“ aufgestellt wurden, werden gut angenommen. // Wohnbau Stadt Coburg„

Andrea Kerby räumt ein, dass die großen Leerstände – wie etwa das Gebäude Spitalgasse 29, das seit dem Auszug von „G-fashion“ Ende 2019 leer steht – besonders ins Auge fallen. Doch die Zeiten, in denen sich Geschäfte auf sehr vielen Quadratmetern ausbreiten, sind vielleicht sowieso erst einmal vorbei. Das sehe man ja auch an TK Maxx: Das Warenhaus wird im ehemaligen „C & A“ lediglich das Erdgeschoss und den ersten Stock als Verkaufsfläche nutzen.

Frühlingsgefühle in Coburg

Es ist also durchaus ein Trend, dass es eher kleine Geschäfte sind, die neu eröffnen. Ob es freilich gelingt, mit diesen vielen kleinen Schritten die große Krise hinter sich zu lassen, bleibt abzuwarten. Andrea Kerby ist allerdings zuversichtlich, und sie kann allen Menschen nur einen Einkaufsbummel in der Coburger Innenstadt ans Herz legen. Denn: „Hier ist sehr viel in Bewegung, es passiert immer etwas.“ Im Folgenden listen wir einige Neuigkeiten auf, die – mitten im Herbst – durchaus leichte Frühlingsgefühle aufkommen lassen.

1. Wein

In der Herrngasse 12 (zuletzt Kunsthandwerk „Wir von hier“; siehe auch Punkt 2 in dieser Auflistung) gibt es künftig Wein. Hinter „Vino Fix“, das noch in diesem Jahr eröffnen soll, verbirgt sich Julién Boddenberg aus Lautertal, der seine Weine bislang ausschließlich online verkauft und direkt ausgeliefert hat. „Unsere Kunden haben sich immer wieder danach erkundigt, ob eine Beratung auch im persönlichen Gespräch möglich wäre“, erzählt Julién Boddenberg, der diesen Wunsch sehr gut nachvollziehen kann. Denn: „Wein ist ein emotionales und in all seinen Details durchaus erklärungsbedürftiges Produkt!“ Um so mehr freue er sich jetzt auf das Ladengeschäft in der Herrngasse. Zum Sortiment werden sowohl Weine als auch Winzersekt, Gin und Rum gehören; eine Besonderheit sollen exklusive „Vintage-“, also Jahrgangsweine sein.

2. Kunsthandwerk

Die vier Frauen, die sich bislang unter dem Slogan „Wir von hier“ zusammen getan hatten, sind zwar nicht mehr „hier“, also in der Herrngasse 12 (siehe Punkt 1), aber immer noch „da“. Die Keramikwerkstatt von Kerstin Schmidt und die Halsketten-Manufaktur von Monika Stößel sind in der Kleinen Johannisgasse 2 zu finden. Gila Dressel ist weiterhin im „Vero Vetro“ (Neugasse 5, gegenüber Morizkirche) anzutreffen, und die Textilschaffende Sigrid Kraus bietet ihre Werke noch online an.

3. Für Babys und Kinder

Sehr viel mehr als nur Baby- und Kleinkindermode umfasst das Sortiment im neuen Geschäft „Regenbogenwolke“ am Markt 18. Dort, wo es bis vor ein paar Monaten noch alles rund um Shishas gab, gibt es jetzt zum Beispiel auch Accessoires (Taschen, Rucksäcke, Spielzeug) sowie eine Papeterie.

4. Für Genießer

Das Ladenlokal in der Judengasse 2 hat in den vergangenen Jahren schon einige Mieter gesehen: von der Eisdiele bis zum argentinischen Imbiss. Nun ist dort „Al Zain“ mit einer Rösterei zu finden, außerdem gibt es Nüsse und Süßwaren.

5. Für die Mittagspause

„Leckeres zum Aufgabeln, Auslöffeln und Austrinken“: Im Steinweg gibt es bald ein neues Café mit Mittagsküche.
„Leckeres zum Aufgabeln, Auslöffeln und Austrinken“: Im Steinweg gibt es bald ein neues Café mit Mittagsküche. // Oliver Schmidt

Im November ist im Steinweg 40 (ehemals „Hut Escherich“) die Eröffnung von „Ribollita“ geplant. Dahinter verbirgt sich ein Café, das auch Mittagsküche anbieten wird – nach dem Motto: „Leckeres zum Aufgabeln, Auslöffeln und Austrinken.“. Betreiber sind Barbara Kerbel aus Rödental und Oliver Götz, der aus Bad Rodach stammt. Nachdem sie viele Jahre in München und Berlin gearbeitet haben, sind sie jetzt in ihre Heimat zurückgekehrt und erfüllen sich mit „Ribollita“ so etwas wie einen Lebenstraum. Apropos: Die beiden Neueinsteiger in der Gastronomieszene schwärmen sehr von der Toskana; kulinarisch mögen sie dort besonders eine herzhafte Bauernsuppe, die „Ribollita“ heißt.

6. Für den Bräutigam

Der Leerstand in der Badergasse verschwindet.
Der Leerstand in der Badergasse verschwindet. // Oliver Schmidt

In der Badergasse 11 (zuletzt Schirdewahn) soll noch in diesem Jahr „Krawatte & Fliege“ eröffnen. Dabei handelt es sich sozusagen um den männlichen Ableger des Rödentaler Brautmodengeschäfts „Tüll & Träume“.

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7. Für die Dame I

Am Freitag, 21. Oktober, eröffnet im Steinweg 14 der „Showroom 14“. Dort wird das klassische Einkaufserlebnis (im Laden etwas probieren und sich fachkundig beraten lasen) verbunden mit den Vorteilen des Online-Shoppings (die gekaufte Ware wird direkt vom Hersteller nach Hause geschickt). Das Sortiment umfasst Damenoberbekleidung.

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8. Für die Dame II

Im Steinweg 8 (zuletzt Reisebüro Thomas Cook), wird bereits Damenmode verkauft. Die Marke Féria setzt auf italienische Stoffe, mit denen (in Polen) schicke Textilien produziert werden.

Coburg strahlt! – Echt jetzt?

Tipp Die „Winterzaubernacht“, die jeweils am ersten Samstag nach der Eröffnung des Weihnachtsmarkts stattfindet, hat sich in Coburger inzwischen gut etabliert. Auch heuer gibt es sie wieder, und zwar am 26. November. Das Motto lautet zwar erneut „Coburg strahlt“, doch Citymanagerin Andrea Kerby kann mit Blick auf die Energiekrise beruhigen: „Es wird keine zusätzliche Beleuchtung geben!“ Ohnehin habe sich das „Strahlen“ schon immer auch auf viele Attraktionen bezogen, die komplett ohne Strom auskommen – beispielsweise auf Feuershows.

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