„Das hier schreit doch geradezu nach Tradition“, sagt Sandro Schmidt und lässt seinen Blick durch die Räume in der Judengasse 10 schweifen. Mehr als einhundert Jahre ist es her, dass der Coburger Maler Norman Meyer die holzvertäfelten Wände bemalte. Sie wurden zu so etwas wie dem Markenzeichen des Gasthofs „Zum Goldenen Hirsch“. Und heute? Ist „der Hirsch“ längst Geschichte – aber Sandro Schmidt möchte dem altehrwürdigen Lokal neues Leben einhauchen. Zusammen mit seinem Geschäftspartner Danny Hofmann war ihm aber trotz einiger Umbauten eines ganz wichtig: „Wir wollten den historischen Charme erhalten.“
Wenige Tage vor der Eröffnung des neuen Speiselokals lässt sich schon mal sagen: Ja, den besonderen Charme des „Hirschen“ gibt’s auch noch in der künftigen „Haxenbraterei“. Sandro Schmidt und Danny Hofmann haben sich aber auch etliches Neues einfallen lassen. Das fängt bei der Speisekarte an. Weil zu diesen urigen Räumlichkeiten nun einmal keine hippen Snacks passen würden, haben sich die beiden für „traditionelle bayerisch-fränkische Küche“ entschieden.
Haxenbraterei: Auch Vegetarier willkommen!
Köchin Claudia Simon, die zuletzt unter anderem im Coburger Restaurant „Hopfen & Malz“ tätig war, wird aber keineswegs nur Haxen zubereiten. „Es gibt unter anderem auch Schäufele, Schnitzel, Fisch und Salat!“ Ja, auch Vegetarier sollen sich in der „Haxenbraterei“ wohl fühlen. Claudia Simon empfiehlt bereits jetzt ihre Spinatknödel. Wichtig ist ihr noch der Hinweis, dass sie regionale Produkte verwendet. Das Fleisch kommt zum Beispiel von einer Landmetzgerei in Stöppach (Gemeinde Untersiemau).
Neues Lokal in Coburg mit eigenem Hausbier
Sonntags und montags soll es ganz besonders klassisch und traditionell werden: „Dann gibt’s immer Braten mit Klößen“, kündigt Sandro Schmidt an.
Auch ein Blick auf die Getränkekarte ist spannend. Die Brauerei Günther aus Burgkunstadt wird extra ein helles Hausbier brauen, das ausschließlich in der „Haxenbraterei“ zum Ausschank kommt. „Dazu gibt es immer noch ein zweites regionales Bier, das aber wechselt“, erklärt Sandro Schmidt, der sich auf diesem Gebiet natürlich gut auskennt: Seit Anfang 2021 betreibt er in der Badergasse den „Biersalon“ (ehemals „Baderstube“); dort gibt es ständig mehr als zehn regionale Fassbiere.
Erste Begegnung am Tresen
Insgesamt ist Sandro Schmidt bereits seit 20 Jahren in der Coburger Gastronomieszene tätig. Nach einer Ausbildung zum Restaurantfachmann in der „Bar Celona“ folgten unter anderem Stationen im „Filou“ und in der „Kostbar“. Sein erstes eigenes Projekt war ab 2009 das „Loom“ im Steinweg. Genau dort lernte er eines Tages Danny Hofmann kennen – „ich glaube, es war am Tresen“, sagt Sandro Schmidt und lacht. Ja, die beiden mögen Tresen. Eine der wenigen Umbauten für die „Haxenbraterei“ war deshalb, die kleine Theke gegen einen langen Tresen auszutauschen. Am Tresen lässt es sich auch gerne einfach nur sitzen und ein Bier trinken. Für Gäste, die gemütlich essen wollen, gibt es ansonsten rund 40 Sitzplätze drinnen und im Sommer 20 weitere Sitzplätze draußen.
Haxenbraterei: Pfiffige Idee im Flur
Wer von drinnen nach draußen geht, kommt im langen Hausflur noch an einer weiteren Attraktion des neuen Lokals vorbei. Als Sandro Schmidt und Danny Hofmann nämlich die alte Tür sahen, die in den hinteren Tresenbereich führt und die über eine nach oben verschiebbare Glasscheibe verfügt, hatten sie eine Idee: Daraus machen wir ein „Brödlafenster“! Sprich: Hier gibt’s die Haxe auf die Hand. „Ja, durchs Fenster verkaufen wir Bier, das im Flur getrunken werden kann, und Semmeln, die mit Wurst, Leberkäse oder eben auch Haxe belegt sind.“ Praktischerweise befindet sich neben der alten Tür noch eine alte Klingel. Deshalb gilt: Für den schnellen Hunger oder Durst – einfach klingeln!
Haxenbraterei in Coburg - ein Besuch am „Brödlafenster" des neuen Speiselokals - Video: Oliver Schmidt
Die „Haxenbraterei“ wird erstmals am Mittwoch, 18. Oktober, ihre Türen öffnen. So richtig durchgestartet werden soll ab Samstag, 21. Oktober: von 10 bis 12 Uhr gibt’s zunächst ausschließlich Weißwürste, auch vegetarische. Grundsätzlich sind folgende Öffnungszeiten geplant: täglich (außer Dienstag) von 11 bis 14 Uhr sowie von 16.30 bis 22 Uhr; samstags von 10 bis 22 Uhr, sonntags von 11 bis 14.30 Uhr; Dienstag ist Ruhetag.
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