Es sieht locker und leicht aus, wenn Michael Busch und Diana Liebermann-Alex gleichzeitig hüpfen. Zumal sich die beiden Vertriebsexperten von „Matratzen Dehler“ für zwei besonders schöne Hüpfpolster mit den Motiven „Maus“ und „Elefant“ entschieden haben.
Haba-Familygroup als wichtiger Partner
Doch der Weg zu dieser kleinen Spaß- und Sporteinheit war nicht immer leicht. Im Gegenteil: Als vor gut einem Jahr die Haba-Familygroup mitteilte, dass die Sparte „Jako-o“ aufgegeben wird, war das auch für Dehler ein herber Einschnitt. Denn, was viele Außenstehende vielleicht gar nicht wissen: Obwohl die Bezeichnung „Matratzen“ noch immer im Firmennamen geführt wird, hat sich das Geschäft des traditionsreichen Unternehmens im Laufe der Jahrzehnte sehr verändert.
Deutschlands Marktführer bei Hüpfpolstern
Der Umsatz, der bei Dehler noch mit klassischen Matratzen erzielt wird, macht mittlerweile weniger als zehn Prozent des Gesamtumsatzes aus. Der Löwenanteil entfällt stattdessen mit rund 65 Prozent auf Polstermöbel, die speziell für Bildungseinrichtungen (Kitas, Schulen) konzipiert und hergestellt werden. Für den Rest des Umsatzes sind tatsächlich Hüpfpolster verantwortlich, die sich zuletzt zu einem echten „Verkaufsschlager“ entwickelt haben. Dehler darf sich sogar „Deutschlands Marktführer in Sachen Hüpfpolster“ nennen. Aber: Der Vertrieb erfolgte bislang ausschließlich über „Jako-o“.
Sehen Sie hier ein Video von der kleinen Spaß- und Sporteinheit:
Hüpfpolster der Firma Dehler aus Coburg
Vertriebsleiter Michael Busch und die Vertriebsassistentin Diana Liebermann-Alex mussten sich also einiges einfallen lassen. Unter anderem fiel noch in 2023 die Entscheidung, für die Hüpfpolster eine eigene Marke zu gründen: „Hipp-Hopp - das Hüpfpolster“. Außerdem wurden gleich mehrere neue Partner gefunden, über die dieses vielseitige Sport- und Spielgerät künftig an den Kunden gebracht werden kann. Zudem hatte Michael Busch noch die Idee, ein sogenanntes Lizenzprodukt ins Sortiment aufzunehmen. Denn: „Ein Lizenzprodukt kann den gesamten Vertrieb puschen!“
Vereinbarung mit dem WDR
So kam es zu einer Vereinbarung mit dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) in Köln: Die Hüpfpolster aus Coburg dürfen jetzt auch mit den Motiven aus der „Sendung mit der Maus“ bedruckt werden. Also mit der Maus, dem Elefanten und der Ente.
Warum fiel die Wahl ausgerechnet darauf? „Die Maus ist beliebt und spricht genau unsere Zielgruppe für die Hüpfpolster an“, erklärt Michael Busch, also Kinder zwischen vier und acht Jahren. Was aus Vertriebssicht ebenfalls wichtig war: Die Maus ist – anders als manche moderne TV- oder TikTok-Serie – auch bei den Erwachsenen bekannt, die letztlich die Kaufentscheidung treffen.
Erstmals einer größeren Öffentlichkeit präsentiert wurde die „Maus-Kollektion“ im Februar 2024 auf der Spielwarenmesse in Nürnberg. „Da haben wir es geschafft, viele weitere neue Vertriebswege zu finden“, berichtet Michael Busch.
Wichtiges Weihnachtsgeschäft
Zehn Monate später ist man bei Dehler sehr zuversichtlich, wieder an die hohen Absatzzahlen aus „Jako-o“-Zeiten heranzukommen. Das wichtigste Geschäft des Jahres steht ohnehin noch bevor: „70 Prozent unserer Hüpfpolster verkaufen wir in den Wochen vor Weihnachten“, erklärt Diana Liebermann-Alex.
Mithilfe der Hüpfpolster können Kinder auf spielerische Weise ihre Motorik, die Koordination und ihr Körperbewusstsein fördern. Außerdem werden Muskeln, Gelenke und das Gleichgewicht aktiviert. Mithilfe eines kleinen Zusatzpolsters lässt sich auch eine bequeme Sitzgelegenheit daraus machen. Der Weg zu den modularen Polstermöbeln aus dem Hause Dehler ist da gar nicht mehr weit.
„Wir produzieren vor allem robuste Möbel, die trotzdem zeitgemäß aussehen“, erklärt Michael Busch. Als Vertriebspartner fungieren hierbei namhafte Partner aus der Branche, unter anderem auch weiterhin die Haba-Familygroup. Gemeinsam wird in diesem Markt noch großes Wachstumspotenzial gesehen. „Es wird immer mehr Ganztagsschulen in Deutschland geben“, sagt Diana Liebermann-Alex, „und dort werden nicht nur Tische und Stühle benötigt.“ Sondern eben auch Sitzgelegenheiten, auf denen es sich bequem Pause machen lässt.
Regionalität gehört zur Firmenphilosophie
Eine Besonderheit bei „Matratzen Dehler“ ist zweifelsohne, dass seit der Firmengründung im Jahr 1893 ausschließlich in Coburg produziert wird. „Regionalität gehört zu unserer Firmenphilosophie“, sagt Michael Busch. Zum Team der insgesamt 45 Dehler-Mitarbeiter im Coburger Stadtteil Neuses gehören Polsterer und Näherinnen. Auf diese Weise soll für eine bestmögliche Qualität der Produkte gesorgt werden.
Spezialanfertigungen für Camper
Hinzu kommt eine bisweilen sehr bemerkenswerte Flexibilität. Besonders gut lässt sich diese Flexibilität wohl an dem Wohnmobilstellplatz festmachen, der auf dem Dehler-Firmengelände eingerichtet worden ist. Der Hintergrund ist folgender: Für Wohnmobile werden oft passgenaue, sehr individuelle Matratzen benötigt. Dehler bietet deshalb allen Campern an, doch einfach am Firmensitz in der Glender Straße in Coburg vorbeizukommen. Im Showroom kann jeder auf diversen Matratzen Probeliegen, anschließend nehmen die Dehler-Experten im Wohnmobil Maß.
Camper können dann gerne mit ihrem Fahrzeug stehen bleiben. Denn oft sind die maßgeschneiderten Matratzen bereits am folgenden Tag fertig. Sollte es ein bisschen länger dauern, lässt sich die Zeit ja vielleicht auch mit ein bisschen Hüpfen vertreiben.
Werksverkauf bei Matratzen Dehler in Coburg
Die Firma Matratzen Dehler hat auch einen Werksverkauf. Der dazugehörige Showroom befindet sich direkt gegenüber dem Firmensitz in der Glender Straße 5 in Coburg. Öffnungszeiten: montags bis donnerstags jeweils von 8 bis 16 Uhr, freitags von 8 bis 12 Uhr.
Im November sind dort auch zwei „Tage der offenen Tür“ geplant: am Freitag, 15. November, von 9 bis 17 Uhr sowie am Samstag, 16. November, von 9 bis 15 Uhr.
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