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Mieter gesucht
Wer zieht bald ins bunte Haba-Haus?
Haba-Familygroup in Bad Rodach
Mieter gesucht! Die Haba-Familygroup benötigt ihr markantes Bürogebäude in Bad Rodach – vorerst – nicht mehr. // Foto: Oliver Schmidt
Bad Rodach – Der massive Stellenabbau bei der Haba-Familygroup hat jetzt auch Konsequenzen für Immobilien des Unternehmens. Das vielleicht markanteste Gebäude in Bad Rodach wird – vorerst – nicht mehr benötigt.

Die Haba-Familygroup befindet sich weiterhin im Existenzkampf. Nachdem im vergangenen Jahr ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung durchlaufen wurde, an dessen Ende etwa 450 Arbeitsplätze in Bad Rodach gestrichen wurden, musste jetzt im August 2024 der Abbau von weiteren 97 Stellen verkündet werden.

Haba benötigt deutlich weniger Platz

Hatte Haba in seinen besten Zeiten rund 1700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, so sind es mittlerweile nur noch rund tausend. Deshalb ist es auch nicht völlig überraschend, wenn das Unternehmen künftig deutlich weniger Platz benötigt. Konkret: Gleich mehrere Immobilien stehen zurzeit zur Disposition.

Allen voran wird jetzt auch das vielleicht markanteste Haba-Gebäude in Bad Rodach – zumindest vorerst – nicht mehr benötigt: Der bunte Bürokomplex, der seit genau zwölf Jahren der Blickfang schlechthin in der August-Grosch-Straße ist, steht zur Vermietung.

„Extravagantes Design“

Im Exposé, das auf der Internetseite einer Coburger Immobilienmakler GmbH nachgelesen werden kann, ist von einem „modernen Objekt“ die Rede, das durch sein „extravagantes Design“ besteche.

Insgesamt verfügt das Gebäude über eine Nutzfläche von 1.920 Quadratmeter, verteilt auf drei Etagen. Laut Exposé biete es Platz für etwa 170 Mitarbeiter. Wörtlich heißt es: „Die inspirierende Arbeitsatmosphäre bietet ideale Bedingungen für kreatives und produktives Arbeiten.“

Konferenzräume im Erdgeschoss

Nach Informationen des Coburger Tageblatts stehen weite Teile des Gebäudes bereits leer, weil die Büroräume schlichtweg nicht mehr benötigt werden. Was zuletzt noch genutzt wurde, waren die Konferenzräume im Erdgeschoss. Unter anderem fand in einem dieser Konferenzräume im Dezember 2023 eine Pressekonferenz statt. Dabei informierte Haba-Geschäftsführer Mario Wilhelm über den damaligen Stand des Sanierungsprozesses.

Haba wagte den Neustart

Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung war zum 1. Dezember 2023 eröffnet wurde. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagte Mario Wilhelm bei der besagten Pressekonferenz und versuchte, kurz vor Weihnachten so etwas wie Zuversicht zu versprühen. Denn: „Die Hausaufgaben sind gemacht, wir können einen Neustart wagen.“

Massiver Stellenabbau bei der Haba-Familygroup in Bad Rodach (Landkreis Coburg)
Massiver Stellenabbau bei der Haba-Familygroup in Bad Rodach (Landkreis Coburg) – hier Geschäftsführer Mario Wilhelm nach der Pressekonferenz im Dezember 2023. // Oliver Schmidt

Zu diesem „Neustart“ gehörte außer dem massiven Stellenabbau auch eine inhaltliche Neuausrichtung beziehungsweise Konzentration: Der Produktionsstandort in Eisleben (Sachsen-Anhalt) wurde verkauft, und von der jahrelangen Erfolgsmarke „Jako-o“ trennte man sich, indem die Lizenz an die Firma Connect aus Hellwege (Niedersachsen) vergeben wurde.

Die Haba-Familygroup mit Sitz in Bad Rodach will sich stattdessen künftig auf die beiden Marken Haba (Spielwaren) und Haba Pro (Möbel) fokussieren.

Sanierungsexperte: „Weichen für erfolgreiche Zukunft gestellt“

Ende Februar 2024 konnte das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung für die Haba-Familygroup beendet werden. Der Sanierungsexperte Marcus Mucha von der Pluta Management GmbH, der das Verfahren und damit auch die Neuausrichtung eng begleitet hatte, wurde damals in einer Pressemitteilung wie folgt zitiert: „Wir haben in den letzten Monaten intensiv an einer klaren Markenpositionierung, tragfähigen Kostenstrukturen und einer nachhaltigen Aufstellung des Unternehmens nach innen und außen gearbeitet. Es ist uns gelungen, die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft der Haba-Familygroup zu stellen, damit das Unternehmen an seine 85-jährige Tradition anknüpfen kann.“

Weitere Einschnitte erforderlich

Ein weiteres halbes Jahr später muss festgestellt werden: Diese Weichenstellungen haben offenbar noch nicht ausgereicht, um das Unternehmen in eine sichere Zukunft zu führen. Diesen Schluss lassen zumindest der weitere Stellenabbau und das Aufgeben mehrerer Immobilien zu. So ist beim besagten Coburger Makler noch ein weiteres Objekt der Haba-Familygroup zu finden: Das 1989 errichtete Gebäude eines ehemaligen Supermarkts im Bad Rodacher Gewerbegebiet, das einst von Haba gekauft wurde, steht zum Verkauf. Als Preis aufgerufen sind 275.000 Euro. Laut Exposé verfügt das Objekt püber über Büro- und Ladenräume mit einer Gesamtfläche von etwas mehr als 1.100 Quadratmeter.

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