Timo Hippner bekommt die Bilder nicht mehr aus dem Kopf. „Es ist wie ein endloser Horrorfilm.“ Mit leiser Stimme erzählt der Inhaber der Coburger Stadt-Sennerei, was ihm am Sonntagabend auf der Heimfahrt vom Herbstmarkt in Forchheim passiert ist.
„Auf der Autobahn habe ich plötzlich gemerkt, dass mit meinem Anhänger etwas nicht stimmt.“ Beim Anhänger handelte es sich um einen großen, mobilen Verkaufswagen, den sich Timo Hippner erst vor zwei Monaten gekauft hat.
Er sei daraufhin auf Höhe von Breitengüßbach an den Rand der A73 gefahren, ausgestiegen und nach hinten gelaufen. „Dort habe ich gesehen, dass ein Reifen des Verkaufswagens platt ist.“
Flammen schlugen aus dem Radkasten
Daraufhin holte Timo Hippner sein Handy, um den Pannendienst anzurufen. Während des Telefonats begab er sich noch einmal in die Nähe des Anhängers – und dann ging es auch schon los: „Flammen schlugen aus dem Radkasten!“
Zunächst hatte Timo Hippner die spontane Idee, den Verkaufswagen zu öffnen, weil sich darin auch zwei Wasserkanister befanden. Davon abgesehen, dass ein solcher Löschversuch wohl aussichtslos gewesen wäre: Timo Hippner war gar nicht mehr in der Lage, ins Innere des brennenden Wagens zu gelangen. „Der Qualm war bereits viel zu stark.“ Ohnehin war es in diesem Moment viel wichtiger, dass der Geschäftsmann sich erst einmal selbst in Sicherheit bringt.
Die Feuerwehr rückte an und bekam die Lage auch in den Griff. Doch als sich der Rauch gelegt hatte, wurde das gesamte Ausmaß des entstandenen Schadens deutlich: Der Verkaufswagen ist völlig zerstört. Von der Ware, die darin noch gelagert war, ist rein gar nichts mehr übriggeblieben.
Hoher Sachschaden
In Euro gerechnet bewegt sich der Gesamtschaden bei über 20.000 Euro: Der Verkaufswagen selbst hat 15.000 Euro gekostet. Die Ware, die im Wagen war und komplett verbrannt ist, hatte laut Timo Hippner einen Wert von etwa 6000 Euro. Unter anderem sei Schinken dabei gewesen, den er erst wenige Tage zuvor aus Südtirol geliefert bekommen hat. „Heute kam die Rechnung über fast 2000 Euro, die ich natürlich bezahlen muss – obwohl ich nur wenig vom Schinken in Forchheim verkaufen konnte.“
Vielleicht noch schlimmer ist aber der perspektivische Schaden, der Timo Hippner jetzt entstanden ist. Denn er hatte sich den großen, mobilen Verkaufswagen ja aus einem bestimmten Grund angeschafft, wie er erzählt. So laufe das Geschäft in seinem Laden in der Coburger Badergasse leider immer schlechter. Um dies auszugleichen, ist Timo Hippner verstärkt auf Märkten unterwegs. Dort lief das Geschäft mit seinem alten Verkaufswagen zuletzt auch recht gut. Deshalb wollte Timo Hippner in diesem Bereich sozusagen expandieren: „Bei meinem alten Verkaufswagen ist die Auslage nur 2,20 Meter breit – beim neuen war sie 4,50 Meter.“ Sprich: Der neue Verkaufswagen war mit sehr vielen Hoffnungen verbunden, künftig seine Ware nicht nur schöner auf den diversen Märkten präsentieren zu können, sondern auch jeweils ein viel größeres Angebot an Käse- und sonstigen Spezialitäten dabei haben zu können.
Doch diese Hoffnungen sind am Sonntagabend in Flammen aufgegangen.
Timo Hippner will sich aber nicht unterkriegen lassen – zumindest noch nicht. Denn aktuell weiß er nicht, ob und wie er den Schaden wird auffangen können. Gespräche mit der Versicherung waren ernüchternd: Ein Schaden durch Feuer war nicht abgedeckt.
Technischer Defekt?
Dass nach wie vor unklar ist, warum der Verkaufswagen in Brand geraten konnte, ist Timo Hippner deshalb fast schon egal. Vermutet wird ein technischer Defekt im Unterboden, weshalb die Achse heiß gelaufen ist. Um Kosten zu sparen, hatte Timo Hippner sich beim Kauf für einen gebrauchten Wagen entschieden. Die verbrannten Überbleibsel des Wagens hat er zum letzten Mal gesehen, als der Abschleppdienst ihn von der Autobahn holte – auch dafür wird dem Geschäftsmann übrigens bald noch eine Rechnung ins Haus flattern...
Ja, sagt Timo Hippner, er bange um seine Existenz. Bis zum Jahresende will er aber sowohl in der Badergasse als auch auf den verschiedenen Märkten weitermachen – und anschließend sehen, wie er wirtschaftlich da steht.
Dass er sich gerade jetzt freuen würde, wenn wieder mehr Kunden in sein Ladengeschäft kommen würden, versteht sich von selbst. In dieser Woche ist er außerdem noch am Samstag auf dem Coburger Wochenmarkt anzutreffen – wieder mit seinem alten Verkaufswagen.
Die Stadt-Sennerei befindet sich seit 2002 in der Badergasse 4 in Coburg. Weitere Informationen auch unter stadt-sennerei.de/home.html



















