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Tipps von Experten
Heizungen: Kulmbacher sollen kühlen Kopf bewahren
Markus Ruckdeschel von der Energieagentur Nordbayern (rechts) und sein Kollege Peter Hochstatter (links) informierten über die aktuelle Entwicklung.
Markus Ruckdeschel von der Energieagentur Nordbayern (rechts) und sein Kollege Peter Hochstatter (links) informierten über die aktuelle Entwicklung. // Jürgen Gärtner
Markus Ruckdeschel von der Energieagentur Nordbayern.
Markus Ruckdeschel von der Energieagentur Nordbayern. // Jürgen Gärtner
Blick in den Saal, der mit rund 60 Besuchern gut gefüllt war.
Blick in den Saal, der mit rund 60 Besuchern gut gefüllt war. // Jürgen Gärtner
Peter Hochstatter von der Energieagentur informierte darüber, wie man eine größere Sanierung richtig angeht.
Peter Hochstatter von der Energieagentur informierte darüber, wie man eine größere Sanierung richtig angeht. // Jürgen Gärtner
„ Fragen Sie uns“: der Geschäftsführer der Energieagentur, Wolfgang Böhm, bietet Hilfe an.
„ Fragen Sie uns“: der Geschäftsführer der Energieagentur, Wolfgang Böhm, bietet Hilfe an. // Jürgen Gärtner
Geschäftsführer  Wolfgang Böhm
Geschäftsführer Wolfgang Böhm // Jürgen Gärtner
Kulmbach – Die Energieagentur Nordbayern gab Tipps zum umstrittenen Gesetz: Muss ich jetzt die Heizung tauschen? Was kostet eine Wärmepumpe? Lohnt sich Photovoltaik? Hier finden Sie die Antworten.

Muss ich meine Heizung tauschen? Lohnt sich Photovoltaik? Wie teuer ist eine Umrüstung auf eine Wärmepumpe? Diese und weitere Fragen beschäftigen derzeit viele Menschen, seitdem die Bundesregierung das umstrittene neue Heizungsgesetz vorgestellt hat. Kein Wunder also, dass die Informations-Veranstaltung im Gebäude der Bayerischen Rundschau zu diesem Thema sehr gut besucht war. Experten der Energieagentur Nordbayern gaben wertvolle Tipps, wie sich Immobilienbesitzer verhalten sollen und wo sich jetzt schon handeln und investieren lohnt. Der Vortrag fand im Rahmen des großen Heimat-Monitors statt, in dem die Bayerische Rundschau ihre Leser zu den unterschiedlichen Themenbereichen befragt hatte – dieses Mal ging es um „Energie“.

Muss ich meine Heizung jetzt austauschen?

Hier gibt Markus Ruckdeschel von der Energieagentur Entwarnung: Es existiere derzeit weder ein Heizungsverbot noch ein unmittelbarer Zwang zum Erneuern der Anlage. „Wenn Ihre Ölheizung voraussichtlich noch 15 Jahre hält, können Sie entspannt sein.“ Aber wenn ein Austausch erfolgen muss, dann müsse bei der neuen Heizung der Anteil der erneuerbaren Energien bei 65 Prozent liegen. Das könne beispielsweise durch eine Kombination einer Öl- und Gasheizung mit einer Wärmepumpe erreicht werden. Es gebe auch noch Alternativen wie Solarthermie, Stromdirektheizungen, Biomasse...

Zudem komme in Zukunft der Anschluss an ein Wärmenetz der Kommune infrage. Wie Ruckdeschel betonte, gibt es auch kein Verbot von Holzheizungen in Bestandsgebäuden. „Wer also von Öl auf Pellets umsteigen möchte, kann das tun.“ Bei alledem müsse man jedoch wissen, dass es sich erst um einen Gesetzesentwurf handele und noch Änderungen möglich seien. Sein Rat lautet daher: „Bewahren Sie einen kühlen Kopf und warten Sie ab.“

Kann ich mit einer Wärmepumpe mein Haus überhaupt beheizen?

Ruckdeschel betonte zunächst, dass es sich um eine ausgereifte Technik handelt: Wärmepumpen gebe es schon seit vielen Jahren beispielsweise in Kühlschränken. Beim Einsatz als Heizung sei Deutschland im europaweiten Vergleich auf dem vorletzten Platz. An der Spitze liegen die skandinavischen Länder Finnland, Norwegen, Schweden und Dänemark. „Und bei denen sind die Winter härter. Das zeigt, dass es funktioniert.“

In Gebäuden werde in den meisten Fällen die Luft als Wärmequelle genutzt. Und das sei auch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt kein Problem. Zwischen 75 und 90 Prozent der bereitgestellten Heizwärme werde bei Temperaturen zwischen 10 und -5 Grad benötigt. „Und wann hatten wir das letzte Mal einen Winter, in dem es dauerhaft -20 Grad war?“, fragte er.

Ob ein Austausch möglich sei, könne jeder leicht testen, indem er die Vorlauftemperatur seiner Heizung absenkt und beobachtet, wie warm es in der Wohnung wird. „Je niedriger die Absenkung geht, desto besser für die Wärmepumpe.“ Oft reiche eine Vergrößerung der Heizfläche durch effizientere oder zusätzliche Heizkörper schon aus.

Wie viel Geld spare ich durch den Einsatz einer Wärmepumpe?

Hier sind Prognosen schwierig, denn niemand könne vorhersagen, wie sich der Strompreis in den nächsten Jahren entwickeln werde, so Ruckdeschel weiter. Zumal auch die Investitionskosten für eine Wärmepumpe bei 30.000 bis 45.000 Euro liegen und damit deutlich höher als für eine Ölheizung. „Aber einen Teil der Zeche übernimmt der Staat.“ Zudem könne Strom durch eine eigene Photovoltaikanlage auf dem Dach erzeugt werden, was wiederum die Kosten senke. „Und planen Sie die Anlage lieber etwas größer, denn der Stromverbrauch wird nicht sinken“, sagte er mit Blick auf die Entwicklung der Elektromobilität.

Wer eine größere Sanierung plant, der sollte richtig vorbereitet sein

Wie saniere ich mein Wohnhaus richtig? Tipps dafür gab Ruckdeschels Kollege Peter Hochstatter. Das Vorhaben sollte in sechs Schritten angegangen werden: 1. Planung, 2. Dach, 3. Keller, 4. Außenwände, 5. Fenster und Außentüre, 6. Fördermöglichkeiten. Er verwies darauf, dass eine Sanierung auf jeden Fall sinnvoll sei, denn fast 80 Prozent der Energie würden für das Heizen benötigt, weitere elf Prozent für Warmwasser.

Was ist die sinnvollste Lösung für Gebäude und Geldbeutel?

Hier kommen die Experten der Energieagentur Nordbayern ins Spiel. „Es gibt keine übergestülpte Lösung“, betonte Geschäftsführer Wolfgang Böhm, der auch darum bat, die Energieagentur wegen Fördermöglichkeiten zu kontaktieren. „Die Handwerker wissen das oft nicht.“ Die Energieagentur ist telefonisch unter der Nummer 09221/82390 oder per E-Mail unter der Adresse info@energieagentur-oberfranken.de zu erreichen.

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