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Auch Kulmbach profitiert
In diesen Mauern stecken viele EU-Millionen
EU-Förderung für Schloss Thurnau
In die Sanierung des Thurnauer Schlosses flossen mehrere Millionen Euro aus der EU. // Jürgen Gärtner
Kulmbach – Was haben wir mit der EU zu tun? Das fragen sich viele. Dabei ist in den Landkreis Kulmbach viel Geld aus der Europäischen Union geflossen. Hier erfahren Sie, wo wir von der EU profitiert haben.

Zunächst einmal zum Hintergrund der Fördermöglichkeiten: Der Entwicklung des ländlichen Raumes widmen sich zwei große EU-Töpfe, die Strukturfonds. Das ist zum einen der Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER). Mittel aus diesem Topf kommen u.a. der Landwirtschaft zugute. Auch die Zuschüsse zu den „Leader“-Projekten fließen aus diesem Fonds.

Eine Erfolgsgeschichte für das Kulmbacher Land

Von eben diesen Leader-Mitteln hat der Landkreis Kulmbach in den vergangenen rund 20 Jahre sehr profitiert. Landrat Klaus Peter Söllner: „Die EU-Förderkulisse Leader kann durchaus für sich in Anspruch nehmen, dass sie zur einer Erfolgsgeschichte für die Regionalentwicklung im Kulmbacher Land geworden ist.“

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Mehr als 25 Projekte seien seit 2002 in Angriff genommen worden und hätten dazu beigetragen, den „Lebens-, Wirtschafts- und Erholungsraum zukunftssicher und lebenswert weiterzuentwickeln“, sagt der Landrat.

Geld für Museen im Mönchshof, das DDM und viele mehr

Hohe Zuschüsse gab es  unter anderem für die Museen im Kulmbacher Mönchshof, das Natur-Erlebnis Wäldla in Presseck, das Besucherbergwerk Kupferberg, die Limmersdorfer Lindenkirchweih. Rund um das Deutsche Dampflokomotivmuseum (DDM) wurde allein 5,3 Millionen Euro investiert.

Zu den Leader-Projekten zählen darüber hinaus die innovative technische Ausstattung der Naturbühne Trebgast, die Erlebnisachse Steinachtal - Unterwegs im Mittelalter, das integrierte Radwegekonzept für das Kulmbacher Land, die Erschließung der Markgrafenkirchen, das Wanderleitsystem Fränkische Schweiz und das Raderlebniskonzept Frankenwald.

8,8 Millionen Euro an EU-Förderung seit 2002

In den vergangenen drei Förderperioden zählte der Landkreis Kulmbach laut Söllner stets zu den mit Abstand erfolgreichsten Leader-Regionen Bayerns. „So sind seit 2002 gut 8,8 Millionen Euro an Zuschüssen in Einzelprojekte im Landkreis Kulmbach geflossen.“ Darüber hinaus war die lokale Aktionsgruppe Kulmbacher Land an zahlreichen Kooperationsprojekten beteiligt. Damit betrage die Zuschusssumme aus „Leader“ insgesamt gut 12,2 Millionen Euro.

Das zweite wesentliche Finanzierungsinstrument zum Abbau regionaler Unterschiede ist der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Projekte aus diesem Topf tragen dazu bei, dass die Unterschiede im Entwicklungsstand der verschiedenen Regionen der Union gemindert und die Lebensbedingungen in den strukturschwächsten Regionen verbessert werden. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei Gebieten mit demografischen Nachteilen.

Die bedeutendsten Projekte im Landkreis Kulmbach

In bedeutende Projekte aus den Bereichen Kultur und Städtebau sind EFRE-Mittel geflossen. Dazu zählen im Landkreis Kulmbach etwa das Museumspädagogische Zentrum (MUPÄZ) am Kulmbacher Mönchshof, die Realisierung des Museumsentwicklungskonzeptes des Deutschen Dampflokmuseums sowie die zahlreichen Maßnahmen im und am Schloss Thurnau.

Bleiben wir beim Schloss Thurnau: Hier flossen in der Förderperide 2007 bis 2013 rund 1,4 Millionen Euro, in der Förderperiode 2014 bis 2020 rund drei Millionen Euro.

Viele Projekte mit privaten Mitteln nicht zu stemmen

„Das ist viel Geld“, sagt Bürgermeister Martin Bernreuther (CSU) mit Blick auf die Zuschüsse. Er weist aber auch darauf hin, dass die Sanierung und der Unterhalt von historischen Anlagen wie Schloss Thurnau nicht mit privaten Mitteln zu stemmen sind. „Wenn man solche Gebäude erhalten will, ist es wichtig, dass man darin investiert. Die EU hat dazu beigetragen, dass das Schloss funktionell betrieben werden kann, dass zwei Institute der Uni sowie Hotel und Gastronomie dort untergebracht sind.“ Insofern freue er sich als Bürgermeister natürlich über die Unterstützung.

DDM über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt

Ob die Sanierung des Neuenmarkter Bahnhofs sowie das moderne Museumskonzept im DDM so umsetzbar gewesen wären? Eine gute Frage, meint dazu Bürgermeister Alexander Wunderlich (CSU), die man sich zum Glück nicht stellen müsse. Das Deutsche Dampflokomotivmuseum sei über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt, was der Besuch zu den Pfingstdampftagen wieder einmal eindrucksvoll bewiesen habe.

Ohne die Millionen von der Europäischen Union sei es fraglich, ob der Zweckverband DDM (der aus Bezirk, Landkreis und Gemeinde Neuenmarkt besteht) die Umgestaltungsmaßnahmen hätte so einfach durchführen können. „Daher müssen wir dankbar sein, dass wir die EU haben“, so der Neuenmarkter Bürgermeister.


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