Architektur
Güterbahnhof auf Liste zum „Abriss des Jahres“
Dem Güterbahnhof in Kulmbach droht der Abriss, um Platz für Uni-Campus und eine Straße zu schaffen.
Dem Güterbahnhof in Kulmbach droht der Abriss, um Platz für Uni-Campus und eine Straße zu schaffen.
Dietmar Popp
F-Signet von Redaktion Fränkischer Tag
Kulmbach – Der Bayerische Landesverein für Heimatpflege will sich für den Erhalt historischer Gebäude einsetzen – und ruft auch in Kulmbach zu Widerstand gegen die „Abreißerei“ auf.

Der „Abriss des Jahres 2022“ steht fest. Bei der Aktion des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege wurde die Nürnberger Radrennbahn mit den Reichelsdorfer Kellern gewählt, sie landete vor einem historischen Hotelgebäude in der Altstadt von Dinkelsbühl und dem ehemaligen „Judenhaus“ in Krumbach. Auch Kulmbach ist mit einem markanten Gebäude vertreten: Der Güterbahnhof taucht auf der Liste auf.

Verschwinden bestehender und häufig historischer Bausubstanz

Es beteiligten sich mehr als 400 Personen. Von der Resonanz zeigt sich Rudolf Neumaier, der Geschäftsführer des Landesvereins, positiv überrascht. Damit habe er nicht gerechnet: „Viele Menschen schreiben uns in langen Mails ihr Bedauern über das Verschwinden bestehender und häufig historischer Bausubstanz. Das beweist, dass die Missachtung von Bestands- und Denkmalschutz ein immenses Empörungs- aber auch Enttäuschungspotenzial birgt.“ Auch wenn es politischen Entscheidungsträgern und Investoren nicht gefalle, habe die Heimatpflege immer wieder auf den herben kulturellen Verlust durch den Abriss oder den gebilligten Einsturz älterer Gebäude hinzuweisen.

Landesverein: "Abreißerei muss ein Ende haben!"

Bereits im März 2022 veröffentlichte der Landesverein gemeinsam mit dem Bund Deutscher Architektinnen und Architekten in Bayern (BDA) ein Positionspapier mit dem Titel „Die Abreißerei muss ein Ende haben!“. „Dass der Bestands- und Denkmalschutz in Nachhaltigkeitsdebatten so gut wie nie vorkommt, ist für mich unverständlich. Immerhin fallen in Deutschland pro Person und Jahr mehr als 2,5 Tonnen Bau- und Abbruchabfälle an“, sagt Olaf Heinrich, Vorsitzender des Landesvereins.

Kulmbacher Güterbahnhof unter den eingereichten Gebäuden

Der Landesverein hat daher aus den vielen erhaltenen Zuschriften einige Gebäude ausgewählt, bei denen die Abbruch-Firmen 2023 bereits an die Türen klopfen werden. „Wir wollen uns für den Erhalt historischer Häuser einsetzen und bei den entscheidenden Behörden ein Umdenken erreichen. Gerne unterstützen wir Initiativen vor Ort“, bekräftigt Daniela Sandner vom Landesverein, die die Aktion „Abriss des Jahres“ maßgeblich begleitet.

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