So schnell kann es im Fußball gehen. Binnen sechs Tagen erlebte der FC Eintracht Bamberg die gesamte Bandbreite an Emotionen. Nach dem Schock um die Verletzung von Christopher Kettler und der 0:1-Niederlage gegen Gebenbach zog sich der Regionalliga-Absteiger selbst aus dem Sumpf.
Beim formstärksten Team der Bayernliga Nord, dem SC Eltersdorf, gewannen junge Domreiter mit 1:0. Trainer Jan Gernlein ging ins Risiko, schickte eine U20-Innenverteidigung aufs Feld. Vorne spielte Valentin Schmitt, die drei gelernten Stürmer im Spieltagskader wärmten die Bank.
Und so hat sich vor dem Hinrundenabschluss am Sonntag (14 Uhr) nicht nur die Stimmung, sondern auch die sportliche Situation verbessert. Mit vier Punkten Rückstand zur Aufstiegsrelegation und als Teil eines breiten Verfolgerduells empfängt die Gernlein-Elf den TSV Kornburg.
Zumindest ist das der Plan der Domreiter, die plötzlich kreativ werden müssen. Denn am Freitagmorgen sperrte die Stadt Bamberg alle Rasenplätze, auch das Fuchsparkstadon ist betroffen. Die Suche nach einem neuen Spielort läuft.
Bayernliga Nord
FC Eintracht Bamberg (8.) - TSV Kornburg (13.)
"Dieser Sieg war ganz wichtig. Weil wir gesehen haben, dass wir mit Mitbewerbern mithalten, ein Stück weit effizienter sein können", sagt Stefan Mohr. Das 1:0 bei Bernd Eigners Quecken am vergangenen Freitag war ein Sieg des Willens, der Qualität im Spiel gegen den Ball. Und auch ein Stück weit das Zeugnis der individuellen Klasse, die Siegtorschütze Valentin Schmitt und viele andere Bamberg haben.
In Eltersdorf habe der FCE all das gezeigt, worauf es in dieser Liga ankomme, sagt der Sportliche Leiter. Dass Gernleins Plan aufging, vorne nicht Paul Kraußold, Luis Nüßlein oder Timm Strasser, sondern Schmitt als "Falsche Neun" begann, ist für Mohr Ausdruck der Variabilität des Teams. "Unsere Stärke ist die Möglichkeit, agieren und reagieren, den Gegner auch mal überraschen zu können. Wir haben diese Möglichkeiten."
Mit dabei in Eltersdorf, wenn auch nur als Unterstützung von außen, war auch Abwehrchef Kettler. Der Kapitän macht nach seiner Kopfverletzung Fortschritte, allein seine Präsenz tat der Gruppe gut.
"Ihm geht es soweit gut, er könnte in den Kader zurückkehren. Kette ist vielleicht unser wichtigster Spieler, unser Kapitän. Daher war es für ihn selbstverständlich, nach Eltersdorf zu fahren. Wichtig ist und bleibt, dass neurologisch alles gut ist. Kette bekommt alle Zeit", sagt Mohr deutlich. Statt Kettler bildeten Jonas Hartwig (21 Jahre) und Oliver Schubert (20 Uhr) die Innenverteidigung, machten in Eltersdorf eine gute Figur.
Sportgala und Tor des Monats: FC Eintracht Bamberg freut sich
In die gute Stimmung mischen auch zwei Ehrungen rein, die Vertreter des Bayernligisten verliehen wurden. Luca Ljevsic setzte sich bei der Wahl zum Bayerntreffer des Monats September durch. Vergangene Woche bekamen die Domreiter im Training Besuch vom Bayerischen Fußballverband (BFV).
Und am Wochenende bei der Magnat-Sportgala verpasste der FCE zwar die neuerliche Auszeichnung als Mannschaft des Jahres - die bekam der SC Kemmern nach seiner bärenstarken Relegation im Kampf um den Bezirksliga-Klassenerhalt. Doch Sascha Dorsch wurde als Funktionär des Jahres ausgezeichnet.
Eine längst überfällige Ehrung, wie nicht nur Stefan Mohr findet. "Sascha hat sich das absolut verdient. Was er für den Verein leistet, ist unbeschreiblich. Nicht zuletzt das Weihnachtssingen zeigt das. Ihm gebührt die Ehre. Genauso wie Luca Ljevsic, der es sich mit Leistung verdient hat, in die Stammelf reinzurücken und dann dieses Tor schießt."
TSV Kornburg: "Sie wollen uns wehtun"
Zum ungewohnten Termin will der FC Eintracht den neuen Schwung mitnehmen. Aufgrund des Feiertags spielt Bamberg am Sonntag, nicht am Samstag. Doch wenn der Ball um 14 Uhr rollt, kommt Wucht auf die Gastgeber zu. Denn Kornburg ist die einzige Mannschaft, die in der Bayernliga auswärts ungeschlagen ist.
Zuhause läuft es für das Team von Hendrik Baumgart jedoch nicht, nur sieben Zähler daheim sind zu wenig. Und der Grund, weshalb der TSV mit vier Punkten weniger als Bamberg auf dem letzten Nichtabstiegsplatz 13 rangiert. Nicht erst nach dem 0:2 gegen Neumarkt am vergangenen Wochenende rumort es beim eigentlich ambitionierten TSV. Nach Platz 8 im Vorjahr wollte Kornburgs kleiner, aber qualitativ guter Kader eigentlich eher oben als unten andocken.
"Kornburg erwarte ich mit der Dynamik, die sie für gewöhnlich an den Tag legen. Sie werden uns wehtun wollen", glaubt Mohr. Das tat Gebenbach bis zum Kettler-Unfall ebenfalls, einfache Mittel reichten, um uninspirierte Bamberger in Schach zu halten. Und so ist davon auszugehen, dass Coach Gernlein nicht defensiv, aber offensiv im Heimspiel zu einer Formation mit mindestens einer echten Spitze zurückkehren wird.














