Seit zwei Wochen müssen die Bewohner von mehr als 4000 Haushalten rund um Eggolsheim, Buttenheim und Hallerndorf ihr Leitungswasser abkochen. Der Grund: Bei einer Wasserprobe wurden neben erhöhten Mangan- und Eisenwerten auch coliforme Keime entdeckt. Diese Keime zeigen eine Verschmutzung des Wassers an.
Die Suche nach der Ursache für die Verkeimung läuft. „Wir wissen noch nicht, wo diese zeitweise Verkeimung herkam und auch nicht, ob die erhöhten Eisen und Manganwerte durch die alten Leitungen zustande kam“, erklärt Claus Schwarzmann.
Er ist nicht nur Eggolsheims Bürgermeister, sondern auch der Vorsitzende des Wasserversorgungsverbands. „Wir müssen weiter analysieren, ob es bei der Aufbereitungsanlage ein Problem gibt, dann werden die Brunnen untersucht und Teile vom Netz“.
Proben sind inzwischen keimfrei, im Netz könnten aber noch Bakterien sein
Mittlerweile sind die Eisen und Manganwerte wieder gesunken und auch bei den Keimen gibt es gute Nachrichten: „Die Proben der letzten Tage waren unauffällig“, berichtet Holger Strehl, Pressesprecher vom Gesundheitsamt Forchheim.
Zur Vorsorge wird das Wassernetz in den betroffenen Gebieten dennoch gechlort. „Es wird Wochen oder Monate in Anspruch nehmen, da wir Reparaturmaßnahmen vorhaben“, erklärt Schwarzmann die Dauer der Chlorung. Während das Netz durchgespült und desinfiziert werde, gelte weiterhin die Abkochanordnung, so Strehl.
Herausforderung für die Gastronomie ist enorm
Damit Einrichtungen wie Kitas und Seniorenheime bei der Wasserversorgung entlastet würden, sollen Wasserflaschen zur Verfügung gestellt werden. Auch für Gastronomie und Hotellerie im betroffenen Gebiet ist die Situation eine Herausforderung.
„Die ganze Situation bereitet zusätzlichen Aufwand“, erklärt der Dehoga-Kreisvorsitzende Georg Hötzelein. Beschwerden zur Thematik wurden aber noch nicht an den Kreisvorsitzenden herangetragen.
Welcher Mehraufwand hinter der aktuellen Wasserproblematik für Hotellerie und Gastronomie steckt, weiß Elisabeth Pfister, die Inhaberin des Gasthofs Pfister in Eggolsheim. Sie war im vergangenen Jahr mit einer ähnlichen Situation konfrontiert.
„Problematisch ist es, wenn die Leute in den Gästezimmern Zähneputzen, da muss man dann eine Flasche Wasser ins Bad stellen oder beim Salat- und Gemüsewaschen bereitet es ebenso einen Mehraufwand. Von dem belasteten Wasser war sie dieses Mal nicht betroffen. Aber auch bei ihr wird vorsorglich bald gechlortes Wasser aus der Leitung kommen.
Energiekosten steigen mit der Abkochanordnung
Thomas Fleischmann betreibt die Gaststätte „Zur Blauen Maus“. Er weißt neben dem erhöhten Aufwand für das Abkochen auf einen weiteren Faktor hin: „Wir haben durch das Wasserabkochen einen erhöhten Gasverbrauch, da wir das das auf einem Gasherd machen“.
Selbst nach einer Chlorung werde er weiter abkochen. „Wir haben den Fall mit der Chlorung noch nicht so gehabt und müssen schauen, was dabei rauskommt“, erzählt Fleischmann.
Auch in der Gastwirtschaft Rittmayer in Hallerndorf müssen die Mitarbeiter das Wasser abkochen, erklärt Christian Dotterweich, Pressesprecher der Brauerei Rittmayer. Er betont jedoch: „Aufgrund hoher technischer Standards und entsprechenden Maßnahmen in der Wasseraufbereitung und Wasserbehandlung ist es grundsätzlich kein Problem. Auch im Fall einer Chlorung des Wassers sind entsprechende Maßnahmen getroffen“
Wasser muss trotz Chlor weiter abgekocht werden
Doch ist eine dauerhafte Chlorung von Trinkwasser gefährlich? „Der zulässige Chlorgehalt ist auch bei dauerhaftem Konsum des Wassers nicht gesundheitsschädlich“, erklärt Katrin Grimmer. Sie ist die Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit des Bayrischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.
Sie ergänzt: „Bis die Belastungsursache behoben und die mikrobiologische Belastung des Trinkwassers sicher beseitigt ist“, solle das Wasser weiterhin abgekocht werden. Strehl ergänzt: „Solange das Netz durchgespült wird, bleibt die Abkochanordnung bestehen.“
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