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Montessori-Schule Forchheim
Luise kann den Schulstart kaum erwarten
Luise wechselt an die Montessori-Schule in ForchheimForchheim & Fränkische Schweiz
Luise wechselt an die Montessori-Schule in Forchheim // Emma Seeger
Signet des Fränkischen Tags von Emma Seeger
Forchheim – Am Dienstag hat die Schule begonnen. Ein besonderer Tag für die siebenjährige Luise, denn sie wechselt auf die Montessori-Schule. Der FT hat sie begleitet.

Am Dienstagmorgen war die siebenjährige Luise wie 1,7 Millionen andere Kinder in Bayern auf dem Weg zur Schule. Doch für sie war es ein ganz besonderer Tag. Denn Luise hat für die zweite Klasse von ihrer Regelschule in Strullendorf nach Forchheim an die Montessori-Schule wechselt.

„Ich bin total aufgeregt und freue mich, dass ich endlich in die neue Schule komme. Und ich bin auch auf die neue Klasse und die anderen Kinder gespannt“, erzählt Luise Dilzer auf dem Weg in ihre neue Schule.

Schulwechsel sind schwierig

Der Wechsel von Luise ist ein seltener Einzelfall, da nur in Ausnahmesituationen Quereinsteigerkinder genommen werden. Die meisten Schüler besuchen die Montessori-Schule ab der ersten Klasse. Kinder, die dorthin wechseln möchten, müssen sich auf eine Warteliste einschreiben. Sie rutschen nach, sobald Plätze frei werden.

Für Luise bedeutet das eine große Umstellung. Außerdem muss sie nun mit dem Zug in die Schule fahren. „Aber ich habe eine Freundin, die ganz in der Nähe wohnt. Sie ist älter und auch auf der Schule. Mit ihr fahre ich gemeinsam“, erzählt Luise. Zudem bietet die Schule eigene Busse und Betreuungen an, die mit den Kindern auf den Zug warten.

Luise macht sich aufgeregt auf den Weg in ihre neue Klasse. Für sie ist es der erste Tag an der Montessori-Schule in Forchheim.Forchheim & Fränkische Schweiz
Luise macht sich aufgeregt auf den Weg in ihre neue Klasse. Für sie ist es der erste Tag an der Montessori-Schule in Forchheim. // Emma Seeger

Luise besuchte ihre neue Schule schon für eine Probewoche, die an der Montessori-Schule Pflicht ist. „Die Quereinsteigerkinder brauchen auch einige Zeit, bis sie sich einfinden, da sie oft an die Regelschulgepflogenheiten angepasst sind“, erzählt die Schulleiterin, Birgit Burczyk-Wening.

Doch Luise hat sich in ihrer Probewoche im letzten Schuljahr schnell eingewöhnt und auch schon neue Freunde gefunden. „Das Tolle an der Schule finde ich, dass wir auch mal aufstehen dürfen und nicht immer sitzen bleiben müssen. Und dass ich mich mit Sachen, die mich interessieren, noch viel mehr beschäftigen kann“, sagt Luise.

Musikalische Interessen

Auch das Theaterstück, das die Schnupperklasse am Ende des letzten Schuljahres aufführte, beeindruckte die Siebenjährige sehr. In ihrer Freizeit lernt Luise Akkordeon und singt, daher profitiert sie vor allem von den musikalischen Angeboten der Montessori-Schule.

Stolz zeigt Luise ihr selbstgeschriebenes Spinnenbuch, das sie eigenständig in ihrer Probewoche angefertigt hat. An diesem lässt sich das Konzept der Montessori gut erkennen.

In Forchheim beginnt ein neues Thema im Unterricht damit, dass die Lehrkraft mit einer Erzählung darin einführt, danach erarbeiten sich die Kinder das Wissen mit den Büchern und Arbeitsblättern im Klassenzimmer selbst. Dann werden die Erkenntnisse in Präsentationen oder schriftlichen Arbeiten festhalten.

Keine einzelnen Klassen

„Wir haben dieses Jahr 45 Erstklässler, die in die bestehenden acht Klassen aufgeteilt werden“, berichtet die Schulleiterin. Dabei gibt es keine einzelnen Klassen von eins bis vier, die Stufen werden gemischt von einer Lehrkraft unterrichtet und während des Unterrichts zudem einer pädagogischen Hilfskraft betreut.

Um einen Platz an der Montessori Schule zu ergattern, müssen Eltern ihre Kinder bewerben. In Schnuppernachmittagen und Kennenlerngesprächen werden die Familien ausgewählt, die zur Schule passen. Das seien laut Burczyk-Wening jene, die hinter der Montessori-Pädagogik stehen.

Privatschulen werden beliebter

Frithjof Grell von der Universität Bamberg berichtet von einem generellen Expandieren der Privatschulen. „Es gibt kein Hingehen zu Montessori-Schulen, sondern ein Weggehen von den Regelschulen“, erklärt Grell. Hierbei seien die Modelle und Konzepte den Eltern jedoch nicht immer vollumfänglich bewusst.

Der Ansatz der Montessori-Schule beruht auf den Ideen von Maria Montessori. Ihr wichtigster Grundsatz war, „Hilf mir, es selbst zu tun“ und soll Kinder dazu ermutigen eigenständig zu lernen. „Es wird kein Lernergebnis vorgegeben, sondern die Kinder sollen sich das selbst erarbeiten“, sagt Grell.

Das Privatschulsystem kollidiere jedoch mit der Pädagogik Maria Montessoris. „Sie wäre die Letzte, die eine Privatschule gewollt hätte“, so Grell. „Denn sie wollte die Ausbildung von bildungsfernen und ärmeren Schichten verbessern.“

Luise strahlt auf dem Weg zu ihrer neuen Schule. Für sie war der Wechsel auf die Montessori Schule, trotz der vielen Umstellungen, die richtige Entscheidung.

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