0
Bundestagswahlkreis Bayreuth
SPD-Kandidatin Kramme: Mehr Geld und kostenloses Kita-Essen
Anette Kramme (SPD) möchte gerne im Bundestag bleiben: Seit 2013 ist sie bereits Parlamentarische Staatssekretärin im Arbeits- und Sozialministerium und hat noch große Pläne.
Anette Kramme (SPD) möchte gerne im Bundestag bleiben: Seit 2013 ist sie bereits Parlamentarische Staatssekretärin im Arbeits- und Sozialministerium und hat noch große Pläne. // Stephan Großmann
Landkreis Forchheim – Anette Kramme kandidiert für den östlichen Landkreis Forchheim erneut für den Bundestag. Die SPD-Politikerin aus Bayreuth setzt auf Investitionen und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Entspannt nippt Anette Kramme an ihrem Kaffee. Überraschend wenige Termine habe sie derzeit zu absolvieren, trotz des Wahlkampfes. Daher nutzt die 58-Jährige den Ausflug von Bayreuth aus nach Ebermannstadt gerne, um über die kommende Wahl zu sprechen sowie über ihre vielleicht achte Wahlperiode im Deutschen Bundestag.

Anette Kramme: bereits seit 1998 im Deutschen Bundestag

Anette Kramme ist bereits seit 1998 Abgeordnete des Deutschen Bundestags, eingezogen ist die SPD-Politikerin stets über die Landesliste. „Mich begeistert dieser Job nach wie vor. Ich kann selbst Schwerpunkte setzen, sehen, dass ich Sachen umsetzen kann, und immer wieder spannende Menschen kennenlernen“, sagt sie.

Über die Jahre hat die gebürtige Essenerin eine beeindruckende Karriere nicht nur innerhalb der SPD gestartet, sondern auch im Amt. Sie ist als Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales (auch unter Angela Merkel hatte sie diesen Posten bereits seit 2013 inne) maßgeblich an der Gesetzgebung beteiligt und kann ihr juristisches Know-how in diesen Bereichen einbringen.

Schuldenbremse modifizieren, mehr Investitionen schaffen

Inhaltlich ist sie eng bei Bundeskanzler Olaf Scholz, den sie über die Maßen schätze. Ein Anliegen sei es ihr, die Schuldenbremse dahingehend zu modifizieren, dass notwendige Investitionen getätigt werden könnten. Zwar verfüge die hiesige Region im Vergleich bereits über einen „relativ privilegierten Zugang zu Fördergeldern“, aber mehr Geld wünscht sich Kramme beispielsweise für die Bundeswehr und die Blaulichtorganisationen wie etwa das Technische Hilfswerk. Denn, so sagt sie, sowohl Sabotageakte als auch Naturkatastrophen würden zunehmen.

Zugleich beobachte sie, dass die Folgen des Klimawandels sowie die fortschreitende Digitalisierung manche Firmen aus der Region vor große Probleme stellten. Ihre SPD will daher einen Bonus für „Made in Germany“ einführen, damit bekämen Unternehmen zehn Prozent ihrer Investitionskosten erstattet, wenn sie diese in Deutschland tätigen. Und: „Wir müssen den Industriestrompreis festschreiben, um die Industrie zu entlasten“, sagt sie.

Kramme: Sozialer Zusammenhalt ist Herzensthema

Als ihr Herzensthema beschreibt die studierte Fachanwältin für Arbeitsrecht (Studium 1987 bis 1994 an der Uni Bayreuth) den sozialen Zusammenhalt. Menschen sollten sich nicht abgehängt fühlen, sagt sie.

Gesellschaftlicher Zusammenhalt, sichere Rente, entlastete Familien: Der Aufgabenzettel von SPD-Politikerin Anette Kramme ist lang.
Gesellschaftlicher Zusammenhalt, sichere Rente, entlastete Familien: Der Aufgabenzettel von SPD-Politikerin Anette Kramme ist lang. // Stephan Großmann

Daher soll der Mindestlohn ab 2026 auf 15 Euro steigen und auch am medialen Abgesang der Rente wolle sie sich nicht beteiligen. Um Beitragserhöhungen bestmöglich zu vermeiden und trotzdem das Rentenniveau zu sichern, müsse man weiterhin mehr Frauen und ausländische Fachkräfte in Vollerwerb bringen und den Menschen Anreize schaffen, um freiwillig länger zu arbeiten. „Es gibt Probleme, aber die sind lösbar“, so Kramme.

Als weiteres Schmankerl im Wahlkampf setzt die SPD-Frau auf ihr Vorhaben, stufenweise kostenloses Mittagessen in Kitas und Schulen einzuführen. Das entlaste Familien nicht nur finanziell, sondern auch zeitlich, sagt sie.

Private Freuden: Hund, Motorrad und Wohnmobil

Ihre eigene, wenige freie Zeit verbringt Kramme am liebsten mit ihrem Hund, während einer Motorradfahrt oder in ihrem Wohnmobil im Süden. „Ich bin ein Mensch der Wärme“, sagt sie. Dies könnte auch daran liegen, dass der politische Diskurs von Jahr zu Jahr kälter erscheint. Das liege unter anderem an der AfD, die Kramme nicht für eine demokratische Partei hält und von der sie sagt, niemals einen Vertreter in ein demokratisches Amt wählen zu werden.

„Politik hat sich verändert in den vergangenen Jahren“, sagt sie. Manche Menschen könne man gar nicht mehr erreichen. Bei ihr klingt das jedoch wie ein „Jetzt versuche ich es recht.“ Auf Listenplatz 4 der Bayern-SPD ist es den aktuellen Umfragen zufolge auch sehr wahrscheinlich, dass Anette Kramme ein weiteres Mal in den Bundestag einzieht. Ob sie im Falle einer Regierungsbeteiligung Ministerin werden wolle? Sie nippt entspannt am Kaffee und schüttelt den Kopf. „Ich bin gerne in der zweiten Reihe; dort, wo die essenziellen Ideen eingebracht werden.“


 +++ Am 23. Februar wählt Deutschland einen neuen Bundestag. Wenn um 18 Uhr die Wahllokale schließen, beginnt die Auszählung. Hier finden Sie immer aktuell den Stand der Auszählung für den gesamten Wahlkreis Bayreuth und alle Gemeinden einzeln. +++


 

 

Inhalt teilen
  • kopiert!