In ungefähr vierhunderteinundzwanzigeinhalb Tagen öffnen die Wahllokale erneut. Nachdem die Wahlberechtigten Deutschlands nun am 23. Februar über den Bundestag entscheiden, stehen in Bayern voraussichtlich am 8. März 2026 die nächsten allgemeinen Gemeinde- und Landkreiswahlen statt. Dann wählen auch Forchheims Landkreisbürger ihre neuen Gremien und Spitzenfunktionäre.
Bürgermeisterwahl in Forchheim im Jahr 2026
Dass es einen neuen Landrat geben wird, steht fest, seit Herrmann Ulm erklärt hatte, nicht wieder für das Amt kandidieren zu wollen. Anders sieht das bei den Rathaus-Chefsesseln aus. In einigen der 29 Landkreiskommunen könnte es heiße Rennen um das Bürgermeisteramt geben. Allen voran in der Großen Kreisstadt Forchheim.
Noch halten sich die Parteien in der Königsstadt bedeckt, was ihre Option für das Oberbürgermeisteramt betrifft. Zwar hatte Amtsinhaber Uwe Kirschstein von der SPD im FT-Interview im August 2023 gesagt, das Amt „gerne noch einmal bekleiden zu wollen“. Bislang ist die Kandidatur aber noch nicht offiziell. Wieder mitmischen wollen ebenso die Grünen, halten sich aber offiziell bislang ebenso bedeckt. Mindestens die AfD hegt darüber hinaus Ambitionen auf den OB-Sitz, hat aber auch noch keine Personalien verlauten lassen.
Kandidatenfrage vor allem bei Forchheims CSU spannend
Spannend wird es vor allem bei der CSU. Etwa weil kaum eine Partei inhaltlich so weit von Kirschstein entfernt zu sein scheint. Und: Sie unterlag mit ihrem Kandidaten Udo Schönfelder im Jahr 2020 Kirschsteins SPD nur knapp, und das auch erst in der Stichwahl mit 44,7 zu 55,3 Prozent der Stimmen. Wenig überraschend haben auch die Christsozialen noch keinen Namen ihres Zugpferdes für den Kommunalwahlkampf 2026 genannt, aber bei keiner anderen Forchheimer Partei dampft es in der Gerüchteküche bereits so heiß. Daher wagen wir für Sie nun einen ersten spekulativen Blick in das mögliche Kandidatinnen- oder Kandidatenkarussell der CSU.
Forchheims Gerüchteküche nennt Martina Hebendanz
Getragen vom typischen Malzgeruch einer Bierstadt weht derzeit vor allem ein Name durch die Gassen der Königsstadt: Martina Hebendanz. Ihre Kandidatur sei sicher, munkelt man. Endlich setze die CSU auf eine starke Frau, hört man. Sie habe die besten Chancen gegen Kirschstein, findet man. Doch was ist dran an den Gerüchten?
Einige Indizien gäbe es, allesamt in den Sozialen Netzwerken zu finden. Etwa ein Foto der Klausurtagung der Stadtratsfraktion Anfang Januar, auf dem Hebendanz in vorderster Reihe mittig zwischen Bürgermeister Udo Schönfelder und Stadtratsfraktionschef Josua Flierl stehend geradezu präsentiert wirkt. Zufall? Oder der als Überraschungsgast angekündigte Auftritt der Kersbacher Ortsverbandsvorsitzenden beim Stärk' Antrinken des Schwesterverbands in Burk. Ebenfalls Zufall?
Hebendanz bestätigt Gerüchte nicht, schließt aber nichts aus
Martina Hebendanz lacht am Telefon. Schnell fängt sich die gelernte Brauerin und Mälzerin aber wieder und versucht, die Indizienkette zu entkräften. Das seien tatsächlich Zufälle, sagt sie. Natürlich mache sie sich – wie andere Kollegen auch – vage Gedanken über das Amt und die Idee, eventuell für eine Kandidatur bereitzustehen. Aber konkret gediehen seien diese Überlegungen nicht, geschweige denn spruchreif.
Erlebt Forchheims Rathaus 2026 einen Politikwechsel?
Aus Sicht des neutralen Beobachters der Forchheimer Politik wäre es durchaus möglich, dass die Wähler 2026 einen Politikwechsel im Rathaus wollen. Sollte das der Fall werden, könnte sich Hebendanz für eine Kandidatur tatsächlich gute Chancen ausrechnen. Da ist ihr weit über die Bierwelt hinaus wohlklingender Name auf der einen Seite. Da sind aber auch die langjährige Erfahrung der Stadt- und Kreisrätin sowie ihr gut gepflegtes gesellschaftliches Netzwerk, die sie zu einer Galionsfigur werden lassen könnten.
Aber es gäbe starke Konkurrenz in den eigenen Reihen.
Weitere mögliche Kandidaten: Schürr, Schönfelder, Flierl
Etwa den amtierenden zweiten Bürgermeister und OB-Kandidaten aus dem Jahr 2020 Udo Schönfelder. Ob er noch einmal antreten wolle und solle? „Zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentar“, sagt er auf Anfrage.
Oder der umtriebige und ebenfalls bestens vernetzte Fraktionsvorsitzende der CSU-Stadtratsfraktion Josua Flierl. Ob er Ambitionen hege? Nicht kommentierend verweist er auf die noch ausstehende Nominierungsversammlung.
Oder Ulrich Schürr, der die CSU derzeit nicht nur in Stadt- und Kreistag vertritt, sondern ebenso ein Mandat für den Bezirkstag innehat. Er wollte 2016 bereits Oberbürgermeister werden, verlor die Stichwahl nur sehr knapp gegen Uwe Kirschstein. Folgt nun also zehn Jahre später ein neuer Versuch? Er werde hin und wieder darauf angesprochen und nehme die Anfragen wahr, sagt er. Doch auch er verkneift sich eine weitere Kommentierung und verweist darauf, die parteiinternen Nominierungsgespräche abzuwarten.
CSU nominiert auf Stadtversammlung – frühestens im April
Von derlei Gerüchten gar nichts hören mag Thomas Werner. Er sitzt dem größten der fünf Forchheimer Ortsverbände vor und erklärt, warum man zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen dürfte – selbst wenn man wollte. „Wir leben in einer Demokratie. In einer solchen entscheiden nicht ein paar Leute im Hinterzimmer, wer kandidieren soll. Das erledigen unsere Mitglieder schon selbst.“
Und weil es in Forchheim die Besonderheit gibt, dass es nicht nur einen Ortsverband gibt, sondern gleich fünf (Forchheim, Buckenhofen, Burk, Kersbach, Reuth), gestaltet sich das Auswahlszenario denkbar kompliziert. Zuerst müssen alle Verbände aus ihren Reihen Delegierte wählen, die dann auf einer Stadtversammlung neue Ortsverbandsvorstände wählen und sich über Wahllisten und Kandidatennamen Gedanken machen.
Bayernweit sollen alle CSU-Verbände damit bis Ende März fertig sein, die alles entscheidende Stadtversammlung wird dann voraussichtlich im April oder Mai stattfinden. Und wahrscheinlich den Namen preisgeben, mit dem Forchheims CSU am 8. März durchstarten will.
Vorher bleibt die Kandidatenfrage mindestens bei der CSU (leider) der Blick in eine nebulöse Glaskugel.



















