Als Gregor Gysi, Dietmar Bartsch und Bodo Ramelow erstmals in den Bundestag einzogen, war Jannick Metz im Kindergarten. Das war 2005. Heute steht Metz auf einer Linie mit dem prominenten Linken-Trio – als Kandidat für den 21. Deutschen Bundestag.
Jannick Metz aus Bayreuth: Drei große Themen für Wahlkampf
„Die Herausforderungen sind groß, aber als sozialistische Partei haben wir die Verpflichtung, für eine bessere Zukunft zu kämpfen. Aufgeben ist keine Option!“ Derart kämpferisch wirkt der 23-jährige Bayreuther im persönlichen Gespräch nicht, eher ruhig und sachlich. Doch wenn er über seine Ideen spricht, hört man schnell den Willen zur politischen Veränderung heraus. Metz fokussiere sich auf drei Themen, beinahe kongruent zu den Programmschwerpunkten seiner Partei.
Mieten. Inflation. Klimaschutz.
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Zwei davon sind wenig überraschend. Dass Die Linke einen bundesweiten Mietendeckel fordert, ist nicht neu. Dass sie lieber genossenschaftlichen Wohnungsbau sieht als privatwirtschaftlich getriebenen, auch nicht. Ebenso ein höherer Mindestlohn (15 Euro), kostenloses Mittagessen in Kitas und Schulen und eine Mindestrente von 1400 Euro.
„Als Student merke ich es selbst, dass man gut haushalten muss, um über die Runden zu kommen“, sagt Metz, der neben seinen ehrenamtlichen Tätigkeiten unter anderem bei der Deutschen-Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) Chemie im Master an der Universität Bayreuth studiert. „Doch es gibt viele Menschen, die richtig betroffen sind. Denen müssen wir helfen.“ Seine Linke fordert daher unter anderem: Grundnahrungsmittel, Hygieneprodukte und ÖPNV von der Mehrwertsteuer befreien und ein schärferes Kartellrecht.
Metz: Klimaschutz müsse sozialverträglich funktionieren
Mehr oder weniger neu hinzugekommen ist das Thema Klimaschutz. Die Linke macht sich wie viele andere Parteien darüber seit ein paar Jahren mehr Gedanken. Auch deshalb sei Metz den Linken beigetreten. Bei der Umsetzung konkreter Maßnahmen liegt Metz voll auf Parteilinie: Klimaschutz gehe nur sozial. „Der Diesel des Nachbarn ist nicht das Problem, wir müssen unsere Wirtschaftsweise überdenken“, sagt er. Den CO₂-Preis fürs Tanken und Heizen lehnt die Linke ab, stattdessen sollten die „größten Klimasünder zahlen: Reiche und Konzerne“.
Jannick Metz, geboren in Niederbayern und aufgewachsen in Bad Kissingen, ist 2022 den Linken im Kreisverband Bayreuth beigetreten. Ein Jahr später wurde er in den Kreisvorstand gewählt, begleitete als Wahlkampfmanager die Landtags- und Bezirkswahlen 2023 sowie die Europawahl 2024. Seit September 2024 ist er der Vorsitzende des Kreisverbandes Bayreuth.
Nur über Direktmandat eine Chance auf den Bundestag
Seine Chancen auf einen Einzug in den Bundestag schätzt er realistisch ein. Das Direktmandat im Wahlkreis Bayreuth zu bekommen, ist beinahe unmöglich. Zwar könnte Die Linke mithilfe der Grundmandatsklausel trotz den derzeit prognostizierten vier Prozent in den Bundestag einziehen, wenn beispielsweise die Herren Gysi, Bartsch und Ramelow ihre Direktmandate gewännen. Metz ist aber nicht zusätzlich auf der Landesliste der Bayern-Linke vertreten (er verlor die Stichwahl um Listenplatz 8 gegen Lukas Eitel aus dem Wahlkreis Bamberg). Das heißt für ihn: Direktmandat oder weg.
Doch das hält den ambitionierten Hobby-Schwimmer und Vielleser nicht davon ab, linke Politik in Bayern voranbringen zu wollen. „Es gibt auch in Bayern Menschen, die auf uns zählen, für die will ich da sein.“ Menschen, die seine Werte teilen, etwa, dass Antifaschismus in Deutschland zur Leitkultur gehören müsse, dass Sozialabbau verhindert gehöre („Zur Sicherheit gehört es auch, eine Wohnung zu haben und genügend zu essen.“) und dass man dem Klimawandel begegnen müsse.














