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Schule Buckenhofen
Raummangel: Warum die Lösung der Stadt gar nicht gut ankommt
„Wir bleiben dran!": Elternbeiratsvorsitzende Sandra Paolillo hofft, über die Petition genügend Druck auf die Stadt ausüben zu können.
„Wir bleiben dran!": Elternbeiratsvorsitzende Sandra Paolillo hofft, über die Petition genügend Druck auf die Stadt ausüben zu können. // Stephan Großmann
Forchheim-Buckenhofen – Im Schuljahr 2024/25 wird es eng an der Grundschule Buckenhofen, es gibt dann nicht genug Klassenräume und Platz für den Ganztag. Eltern und Schule werfen der Stadt Versäumnisse vor und bangen um ihre Kinder.

Ratlos stehen die vier Frauen im Kreis. Aufgebracht besprechen sie nichts Geringeres als die zukünftige Betreuung der Buckenhofener Grundschüler. Denn es wird eng in den beiden Schulhäusern Burk und Buckenhofen. Zu eng. So eng, dass es Rektorin Ursula Schuster, Konrektorin Nicole Peddemors, der Leiterin der Offenen Ganztagsbetreuung (OGTS) Snjezana Zrakic und der Elternbeiratsvorsitzenden Sandra Paolillo jetzt reicht. Sie fühlen sich von der Stadt Forchheim im Stich gelassen und wollen endlich so schnell wie möglich eine Lösung.

Das Problem: Im kommenden Schuljahr erwartet das Schulamt mehr Schüler für die Grundschule in Buckenhofen. Zwei vierte Klassen werden auf weiterführende Schulen gehen, allerdings sollen gut 75 Erstklässler nachkommen. Für zwei Klassen zu viele, also müssen die auf drei Klassen aufgeteilt werden. „Für eine Klassenmehrung haben wir aber keinen Platz“, sagt Rektorin Schuster. Denn schon jetzt sei das jahrzehntealte Schulhaus Buckenhofen „auf Kante genäht“. Freie Räume – Fehlanzeige. Alle für ein Klassenzimmer infrage kommenden Räume seien belegt, sagt Schuster.

„Wollen keine Umwidmungen": Buckenhofens Grundschulrektorin Ursula Schuster ist entsetzt, wie die Stadt mit dem Raummangel umgeht.
„Wollen keine Umwidmungen": Buckenhofens Grundschulrektorin Ursula Schuster ist entsetzt, wie die Stadt mit dem Raummangel umgeht. // Stephan Großmann

Absagen für OGTS erzürnen Eltern und Schule

Hinzu kommt: Der Offene Ganztag wird in Buckenhofen sehr gut angenommen, 120 Schülerinnen und Schüler werden dort am Nachmittag betreut. Das sind fast alle der bisherigen gut 140 Buckenhofener Kinder. Durch die Zunahme an Anmeldungen fürs Schuljahr 2024/25 steigt folglich auch der Bedarf an Plätzen in der OGTS.

„Die würden wir auch gerne zur Verfügung stellen. Aber unsere vier Gruppen können jeweils maximal 30 Kinder aufnehmen. Bei 120 ist leider Schluss“, sagt Ursula Schuster, die den Unmut der Eltern verstehen kann. Vor allem jener 19, denen vor kurzem eine Absage von der OGTS ins Haus flatterte. „Aber wir haben einen Anspruch an unsere pädagogische Betreuung“, so Schuster. Keinesfalls wolle sie den Ganztagsschul-Charakter ihrer Schule zu einer Aufbewahrungsanstalt degradieren. Für eine weitere OGTS-Gruppe gäbe es aber ebenso keinen Raum.

Container sollten Raumproblem beheben

Die Rektorin ärgert sich in diesem Zusammenhang vor allem über die Stadt. Bereits Ende November 2023 habe sie während eines Treffens zwischen Schulleitungen und Rathaus auf das zu erwartende Schülerplus in Buckenhofen informiert. Ins Spiel gebracht hatte sie damals eine Containerlösung. Zumindest für den Übergang. Die Idee: die OGTS vorübergehend ausquartieren, um im Schulhaus Räume für Unterricht, Förderkonzept und AGs zu schaffen.

Am Schulhaus Buckenhofen wird es bald eng.
Am Schulhaus Buckenhofen wird es bald eng. // Stephan Großmann

Lange passiert nichts. „Blauäugig bin ich bis zuletzt davon ausgegangen, dass die Container wirklich kommen.“ Wochenlang habe die Stadt sich nicht äußern können oder wollen. „Dann hieß es während eines Treffens Ende März plötzlich, es gebe keine Containerlösung, es stünde auch so genügend Platz zur Verfügung.“ Ursula Schuster ist sichtlich geladen, während sie das erzählt. „Ich bin sprachlos über den Umgang mit uns.“

Elternbeirat startet Petition gegen Platzmangel

Sprachlos ist auch Sandra Paolillo. Sie sitzt dem Elternbeirat der Grundschule vor, der vor kurzem gar eine Petition („MORE SPACE“ – Mehr Platz für die Grundschule Buckenhofen-Burk – Aufstellen einer Containerlösung) gestartet hat. Bis Mittwochnachmittag haben diese bereits fast 550 Menschen unterschrieben. Das ambitionierte Ziel: mindestens 1000 Unterschriften. Die wolle man zeitnah Forchheims Oberbürgermeister Uwe Kirschstein übergeben.

Elternbeiratsvorsitzende Sandra Paolillo
Elternbeiratsvorsitzende Sandra Paolillo // Stephan Großmann

Stadt präsentiert Notlösung, die keiner will

Zwar hat der Leiter des städtischen Referats 4 (Kultur und Gesellschaft) Richard Reickersdorfer, der auch für das Amt für Bildung verantwortlich zeichnet, in der Sitzung des Stadtrats am Dienstagnachmittag überraschend eine Lösung präsentiert. Eine Lösung, wie die vor den Kopf geschlagenen Eltern trotz Absage doch noch einen Platz in der dringend benötigten OGTS erhalten könnten.

„In Buckenhofen ließe sich das künftige Raumproblem durch Umwidmung lösen“, erzählt er. Konkret meint er damit, den aktuellen Werkraum zum Klassenzimmer umzufunktionieren und andere Räume doppelt zu nutzen. Vormittags Schule, am Nachmittag OGTS. Dies sei in anderen Einrichtungen wie der Annaschule oder der Grundschule in Reuth längst gang und gäbe. Das könne „das Problem aus der Welt schaffen“, allenfalls die bisherige „Luxussituation“ wäre in Buckenhofen dann vorbei.

Eltern und Schulleitung bleiben erbost

„Luxus? Das ist blanker Hohn!“, sagt Sandra Paolillo. Sie ist vernetzt mit Eltern der von Reickersdorfer als Vorbild genannten Schulen. „Die dortige doppelte Raumnutzung hat nicht mehr viel mit ausreichend guter Nachmittagsbetreuung zu tun.“ Zudem seien der Musikraum und die Lerninseln in Buckenhofen bereits längst umgewidmet worden. „Nun auch noch der Werkraum? Es reicht jetzt!“ Und selbst wenn das Raumgeschachere den Wartelistenfamilien kurzfristig einen Platz verschaffen könne, löse dies das Problem langfristig überhaupt nicht, sagt sie.

Am meisten ärgert sie anderes. Einmal, dass so lange nichts passiert ist. Ursula Schuster mahnt seit einem halben Jahr die Container als Lösung an, Anfang Februar schickte der Elternbeirat noch einmal eine Art offenen Brandbrief an Verwaltung und Stadtpolitik. Eine zufriedenstellende Lösung: bislang Fehlanzeige.

Zeichnet sich Lösung im kommenden Haushaltsjahr ab?

Und selbst wenn nun nach anhaltenden Protesten von Schulleitung und Elternschaft etwas Schwung in die Sache kommt, das Thema nun überhastet wirkend unter dem Punkt „Sonstiges“ auf die Stadtratsagenda gehievt wurde und die CSU-Fraktion gar einen Antrag für die kommenden Haushaltsberatungen stellen wolle, die Container doch in Betracht zu ziehen, fühlen sich Paolillo, Schuster, Peddemors und Zrakic nicht ernst genommen.

„Wir werden nicht abrücken von einer guten und nachhaltigen Lösung“, sagt Elternvertreterin Paolillo. Die Petition sei erst der Anfang. „Wir wollen, dass unsere Kinder ordentlich betreut werden. Das hat nichts mit Luxus zu tun.“

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