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Neue Preise in Forchheim
Was das Königsbad bald kostet – und warum Familien aufatmen
Ab Dezember wird das Königsbad Forchheim seine Preise erhöhen. Warum das notwendig ist und wieso nicht alle Tarife betroffen sind.
Ab Dezember wird das Königsbad Forchheim seine Preise erhöhen. Warum das notwendig ist und wieso nicht alle Tarife betroffen sind. // Foto: Stephan Großmann
Forchheim – Wer sich im Forchheimer Königsbad vergnügen möchte, muss ab Dezember mehr bezahlen. Wie stark sich die Preise in Bad und Sauna entwickeln und was sich für Familien ändert.

Ein Regentag mit den Kindern im Spaßbad, ein Saunagang zum Gesundbleiben, ein paar Schwimmbahnen, um fit zu werden: Mehr als 354.000 Menschen haben im vergangenen Jahr das Forchheimer Königsbad besucht. Aus verschiedenen Gründen. Einer davon mag sein, dass es im Vergleich zu vielen anderen Bädern in der Region relativ kostengünstig ist. Allerdings werden die Preise voraussichtlich zum 1. Dezember steigen.

Königsbad Forchheim: Dickes Minus trotz Besucherplus

Denn trotz des Besucherplus ist die Summe gestiegen, welche die Stadt Forchheim zuschießen muss. Das ist für sich genommen nicht ungewöhnlich, Bäder (vor allem mit Halle) sind fast immer Verlustgeschäfte, die sich die Gemeinden für die Daseinsversorgung ihrer Einwohnerschaft gerne leisten. Allerdings ist erstens das Minus auf mehr als 3,2 Millionen Euro angewachsen. Und zweitens leiden die Finanzwächter unter dem schlimmsten Spardiktat der jüngeren Stadtgeschichte.

Das Königsbad in Forchheim ist beliebt bei Besuchern aus der gesamten Region. Dennoch wächst das wirtschaftliche Minus.
Das Königsbad in Forchheim ist beliebt bei Besuchern aus der gesamten Region. Dennoch wächst das wirtschaftliche Minus. // Foto: Stephan Großmann

Politische Entscheidung: Preise im Königsbad steigen

„Eine Anpassung der Eintrittspreise im Königsbad ist unerlässlich.“ So lässt sich der einhellige Tenor der Fraktionen im Forchheimer Stadtrat zusammenfassen. Seit Dienstagabend ist es mit dem fast einstimmigen Ergebnis (37 zu zwei Stimmen) amtlich: Ab dem 1. Dezember steigen die Preise für die meisten Tarife im Königsbad.

Wie sich die Preise im Königsbad Forchheim entwickeln 

Vor allem betroffen sind die Einzelkarten sowohl fürs Bad als auch für die Saunalandschaft. So steigt etwa der Tagestarif für einen Erwachsenen von sieben auf 9 Euro, Kinder und Ermäßigte müssen nun fünf statt vier Euro zahlen. Eine Tageskarte in der Sauna soll künftig 22 Euro (statt bisher 19,50 Euro) kosten, eine ermäßigte 18 Euro. Gleichzeitig wurden neue Zeitstufen eingeführt oder diese geändert.

Was der Eintritt ins Königsbad Forchheim ab 1. Dezember kosten soll.
Was der Eintritt ins Königsbad Forchheim ab 1. Dezember kosten soll. // Foto: Stephan Großmann
Was der Eintritt in die Sauna des Königsbads Forchheim ab 1. Dezember kosten soll.
Was der Eintritt in die Sauna des Königsbads Forchheim ab 1. Dezember kosten soll. // Foto: Stephan Großmann

Preisanpassung gehen lange Diskussionen im Stadtrat voraus

In einer langen Diskussion haben sich Forchheims Stadträtinnen und Stadträte erst im Finanzausschuss Mitte Oktober und nun in der Vollversammlung des Stadtrats jedem einzelnen Tarif ausführlich gewidmet. Vor allem die Erhöhung für die ermäßigten Karten kam den meisten Fraktionen im Verhältnis zu hoch, weshalb diese zu den nun genannten Zahlen korrigiert wurden. Es wurde gefeilscht und gerungen und am Ende waren sich die verschiedenen Parteien mehrheitlich so einig wie bei kaum einem anderen Thema.

Missverständnis ausgeräumt: Familienkarten bleiben günstig

Auch weil Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) ein Missverständnis aus der Welt räumen konnte. Denn vor allem für Vielgänger und Familien gibt es eine gute Nachricht: „Wir hatten nie vor, die Familien- und Saisonkarten zu verteuern“, sagt er. Ebenso erhalten bleiben sollen die Preise für das Frühschwimmen dienstags und donnerstags (3,50 Euro) und die speziellen Konditionen für Vereine und andere Organisationen, die beispielsweise Schwimmkurse anbieten.

Preisgefüge des Königsbads vergleichsweise niedrig

„Entscheidend für den Gast ist nicht der Preis allein, sondern das Preis-Leistungs-Verhältnis“, sagt Klaus Batz vom Kommunalberatungsunternehmen con.pro GmbH. Zwar könne man das Königsbad aufgrund seines Angebots als Freizeitbad beschreiben. Die Preisstruktur im Forchheimer Bad gleiche aber eher der eines einfachen Sporthallenbads und sei seit zwölf Jahren nicht mehr angepasst worden.

Laut Altenburger Bäder Report 2024 liege der durchschnittliche Preis für einen Kurzbesuch in einem Bad wie dem Königsbad für Erwachsene bei 8,93 Euro – der ermäßigte Eintritt bei 6,02 Euro. Ähnlich sieht die Lage bei der Sauna aus. Bundesweit würden vergleichbare Saunen im Schnitt 22,14 Euro kosten; woran Forchheim mit der Erhöhung nun anschließt.

Klaus Batz, geschäftsführender Gesellschafter der con.pro GmbH Kommunalberatung
Klaus Batz, geschäftsführender Gesellschafter der con.pro GmbH Kommunalberatung // Foto: Stephan Großmann

Zwar sei es laut dem Experten Batz nicht auszuschließen, dass manche Besucher nach der Erhöhung vorübergehend fernblieben. „Aber erfahrungsgemäß kommen alle Gäste, auch nach anfänglichen Protesten, früher oder später wieder“, sagt er. Darauf muss Forchheim bauen: Schließlich erhofft sich die Stadt auf Grundlage der Berechnungen der con.pro GmbH kurzfristige Mehreinnahmen von etwa einer Million Euro.

Weniger Besucher wegen Personalmangels – und bald wegen Sanierung?

Spannend dürfte bei aller demonstrierten Einigkeit der Blick auf die Besucherzahlen für das Jahr 2025 werden. Denn das Hoch von 2024 dürfte wegen der personalmangelbedingten Teilschließungen kaum erreicht werden. Auch die anstehende (aber noch in planerische Ferne gerückte) Sanierung des Bades wird die erhofften positiven Effekte minimieren. Beispielsweise auch, weil die Stadt dann wohl um eine Art „Baustellenrabatt“, wie ihn CSU-Stadträtin Martina Hebendanz ins Spiel gebracht hatte, nicht herumkommen wird.

Daher werde man sich, so fasst OB Kirschstein die Mehrheitsmeinung des Stadtrats zusammen, die Preisgestaltung fortan häufiger anschauen und gegebenenfalls noch einmal nachsteuern müssen. Noch einmal zwölf Jahre wolle man jedenfalls nicht auf eine erneute Anpassung warten, schließlich werden auch die Kosten für das Bad weiter steigen.

Nach dem Votum aus dem Stadtrat erarbeitet die Verwaltung nun eine neue Benutzungssatzung mit Preisliste, die ab dem 1. Dezember 2025 gelten soll.

 

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