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Reichsbürger angeklagt
Zwei Verdächtigte kommen aus Pottenstein und Kirchehrenbach
Beispiellose Razzia in der Reichsbürger-Szene am 7. Dezember 2022: In Frankfurt wurde der mutmaßliche Rädelsführer Heinrich XIII. Prinz Reuß festgenommen. Ein Jahr nach den Durchsuchungen hat der Generalbundesanwalt Anklage gegen 27 Verdächtige er...Forchheim & Fränkische Schweiz
Beispiellose Razzia in der Reichsbürger-Szene am 7. Dezember 2022: In Frankfurt wurde der mutmaßliche Rädelsführer Heinrich XIII. Prinz Reuß festgenommen. Ein Jahr nach den Durchsuchungen hat der Generalbundesanwalt Anklage gegen 27 Verdächtige erhoben. // Boris Roessler, dpa (Archivfoto)
Prozess gegen Reuß-Gruppe
LKR Forchheim – Sie wollten die Demokratie in Deutschland abschaffen, jetzt hat die Bundesanwaltschaft Anklage erhoben. Vor Gericht stehen damit auch bald Peter W. aus Pottenstein und Thomas M. aus Kirchehrenbach.

Vor gut einem Jahr hat die Bundesanwaltschaft in mehreren Bundesländern, Österreich und Italien 25 Frauen und Männer festnehmen lassen. Die sogenannten Reichsbürger sollen einen gewaltsamen Umsturz geplant haben.

Darunter waren die frühere AfD-Bundestagsabgeordnete Birgit Malsack-Winkemann sowie ein Soldat des Kommandos Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr, aber auch Tomas M. aus Kirchehrenbach im Kreis Forchheim und Peter W. aus Hohenmirsberg in der Gemeinde Pottenstein im Landkreis Bayreuth.

Als einer der Rädelsführer gilt der Unternehmer Heinrich XIII. Prinz Reuß. Jetzt hat die Bundesanwaltschaft Anklage gegen die Gruppe erhoben.

Einer der Gründer aus Pottenstein, Prinz Reuß kam erst später hinzu

Peter W. wird vor dem Oberlandesgericht Frankfurt erscheinen müssen. Dort werden die Fälle der Rädelsführer verhandelt. Peter W. werfen die Karlsruher Bundesanwälte vor, eine terroristische Vereinigung mit gegründet zu haben. So soll er beim ersten Treffen der Gruppe am 29. Juli 2021 im Landkreis Ansbach zusammen mit weiteren Beschuldigten den Plan gefasst haben, die staatliche Ordnung in Deutschland umzustürzen. Prinz Reuß schloss sich der Gruppe wohl erst im Herbst 2021 an.

Laut der Bundesanwaltschaft war Peter W. im militärischen Arm der Organisation tätig. So organisierte er wohl ein Schießtraining. Laut Medienberichten war er früher selbst Soldat, bei der Gruppe versuchte er ab November Soldaten für die Vereinigung zu rekrutieren. Einer von ihnen war mutmaßlich auch Thomas M. aus Kirchehrenbach.

W. hat mit seinen Mitverschwörern den Bundestag ausgekundschaftet. Eingeschleust hat ihn dabei wohl die damalige Abgeordnete Malsack-Winkemann. Der Plan der Verschwörer, laut der Anklage: Mit einer bewaffneten Gruppe wollten sie in das Reichstagsgebäude in Berlin eindringen, „um dort Abgeordnete des Deutschen Bundestages festzunehmen und so den Systemsturz herbeizuführen“.

Laut der Bundesanwaltschaft war Thomas M. für diesen Überfall auf das deutsche Parlament fest eingeplant. Im April 2022 soll er deshalb auch an dem Schießtraining von Peter W. teilgenommen haben. Innerhalb des militärischen Führungsstabes hat er laut der Bundesanwälte die Leitung des Organisationsbereichs „Menschenwesen“ übernommen.

Neuer Richter aus Kirchehrenbach: Er sollte Todesurteile verkünden

„Dieser sollte“, so die Bundesanwaltschaft, „nach dem Umsturz unter anderem die Militärgerichtsbarkeit übernehmen und Straftaten auch unter Anwendung der Todesstrafe aburteilen.“ Zudem gehörte er anscheinend auch zum Personenschutz für Prinz Reuß. Der Fall von Thomas M. wird vor dem Oberlandesgericht München verhandelt.

Die Gruppe hat ihre Taten nicht nur geplant, sondern laut der Anklage auch detailliert vorbereitet. So hatte die Gruppe ungefähr 500.000 Euro zur Verfügung und Zugriff auf ein „massives Waffenarsenal“ mit 380 Schusswaffen, 350 Hieb- und Stichwaffen sowie mindestens 148.000 Schuss Munition.

Die Gruppe folgte einem Mix aus Verschwörungstheorien. Sie waren überzeugt, dass Deutschland von Angehörigen eines „Deep State“ regiert werde. Befreiung verspreche die „Allianz“. Nach den Vorstellungen von Peter W. und Thomas M. ein Geheimbund von Regierungen, Nachrichtendiensten und Militärs.

Nach dem Überfall auf den Deutschen Bundestag plante die Vereinigung wohl, im ganzen Land die Macht zu übernehmen. Dafür hatten sie bereits Feindeslisten erstellt.

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