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Hochwasserschutz Kunreuth
Wie geht es weiter beim Sturzflut-Risikomanagement?
Symbolbild SturzflutForchheim & Fränkische Schweiz
Symbolbild Sturzflut // IhorStore
Signet des Fränkischen Tags von Thomas Weichert
Kunreuth – Wie kann man nach Starkregen Überschwemmungen verhindern oder zumindest minimieren? Dieser Frage geht der Gemeinderat Kunreuth nach, insbesondere was den Verlauf des Troppbachs an der Linzwiese im Ortsteil Weingarts anbelangt.

Konkrete Planungen wird es dazu noch nicht geben. Einstimmig beschloss der Gemeinderat Kunreuth jedoch, dass sich die Gemeinde an einem seit 2017 aufgelegten Förderprogramm des Freistaats Bayern beteiligen wird, das sich Sturzflut-Risikomanagement nennt.

Wie Bürgermeister Ernst Strian (DEM) berichtete, war er mit einer Mitarbeiterin des Wasserwirtschaftsamts vor Ort in Weingarts, die ihn auf dieses Sonderförderprogramm des Umweltministeriums aufmerksam machte.

Gesamtes Gemeindegebiet prüfen

Nach der fachlichen Empfehlung soll nicht nur Weingarts, sondern das gesamte Gemeindegebiet auf die Erfassung der Sturzflutrisiken hin geprüft werden.

Es geht dabei zunächst darum, ein Konzept zu erstellen, wie man nach Starkregen Überschwemmungen verhindern oder zumindest minimieren kann. Nach Starkregen lässt sich demnach oft nicht unterscheiden, ob die dadurch entstandenen Sturzfluten durch das im Gelände wild abfließende Wasser oder durch Hochwasser aus Fließgewässern verursacht werden.

Das Zusammenwirken und die gegenseitige Beeinflussung dieser beiden Naturgefahren wird bei Starkregen deutlich. Beides kann Sturzfluten erzeugen, die große Schäden in Siedlungsgebieten mit sich bringen.

Zentrale Rolle der Kommunen

Den Kommunen kommt bei der Bewältigung des Sturzflutrisikos eine zentrale Rolle zu. Deshalb wurde dieses Sonderförderprogramm eingerichtet. Der Zuwendungssatz für die Konzepterstellung liegt bei 75 Prozent. Kommunen können dann langfristig eigene Maßnahmen verwirklichen und die Umsetzung von Maßnahmen Dritter anregen.

In Weingarts wird es laut Strian allerdings schwierig, den inzwischen geschlossenen Bachlauf rückwirkend wieder so herzustellen, wie er einmal gewesen ist.

Philipp Ochs (Junge Bürger) wollte wissen, was so ein Konzept kostet. „Die Kosten kennen wir noch nicht“, sagte Strian. Wie Geschäftsleiter Matthias Zeisner von der Verwaltungsgemeinschaft (VG) erklärte, gehe es um eine ganzheitliche Betrachtung: „Wo sind die Knackpunkte, was schlägt ein Fachbüro vor, was können wir tun?“ Darum gehe es bei dem Konzept für ein Sturzflut-Risikomanagement, so Zeisner.

Einstimmiger Beschluss

Die Umsetzung gehe dann aber nur einvernehmlich mit den Grundstückseigentümern. „Diese haben wir aber momentan nicht“, erklärte der Geschäftsleiter.

Der Gemeinderat beschloss einstimmig, für die Erstellung eines Konzepts einen Antrag auf vorzeitigen Maßnahmenbeginn beim Wasserwirtschaftsamt Kronach sowie einen Zuwendungsantrag zu stellen. Mit dem vorzeitigen Maßnahmenbeginn sind noch keine Baumaßnahmen gemeint, sondern lediglich die Konzepterstellung.

Zweiter Bürgermeister Edwin Rank (CSU/Bürgerblock) schätzte, dass alleine eine Hochwasserfreilegung für Weingarts zwei bis 2,5 Millionen Euro kosten werde.

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