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Landkreis Forchheim
Stadtradeln: Miles & More
Ronny Klowsky aus Forchheim macht es vor: Ab 18. Juni  sollen im Landkreis Forchheim beim Stadtradeln wieder  so viele Menschen wie möglich aufs Rad gebracht werden. Dahinter steckt ein großes Ziel.Forchheim & Fränkische Schweiz
Ronny Klowsky aus Forchheim macht es vor: Ab 18. Juni sollen im Landkreis Forchheim beim Stadtradeln wieder so viele Menschen wie möglich aufs Rad gebracht werden. Dahinter steckt ein großes Ziel. // Stephan Großmann
Forchheim – Beim Stadtradeln 2023 geht es nicht allein darum, möglichst viele Kilometer zu sammeln. Die Aktion hat auch noch einen ganz anderen Sinn.

Ronny Klowsky fährt täglich Rad. Kinder in die Kita, einkaufen, Eiscafé – Forchheim ist die Stadt der kurzen Wege. Auch und gerade für Radler.

Es ist aber nicht zwingend die Stadt der guten Wege. Beim jüngsten ADFC-Fahrradklimatest hat die Königsstadt gerade einmal die Schulnote 4,2 erhalten, Platz 314 von 447 vergleichbaren Orten in Deutschland.

Ebenso hat Forchheim im Heimat-Monitor des Fränkischen Tags allenfalls mittelmäßig bei der Frage nach der Fahrradsicherheit abgeschnitten.

Auch in den anderen Landkreiskommunen gibt es noch einige Problemstellen im gut 570 Kilometer langen Radverkehrsnetz.

Radwegenetz im Landkreis Forchheim: „Grundsätzlich gut“

Dies sei zwar grundsätzlich gut ausgebaut und durchgängig beschildert, wie der Radverkehrsbeauftragte am Landratsamt Forchheim Hans Eberlein auf Anfrage mitteilt.

Aber es gebe noch einiges zu tun. Hinzu kommt: Vielerorts rückt das Thema Radverkehr immer stärker in den Vordergrund. Verkehrswende, Klimaschutz, Gesundheitsförderung – es gibt viele Facetten, die einen Blick auf das Rad notwendig machen.

570 ausgeschilderte Radkilometer führen durch den Landkreis Forchheim. Problemstellen gibt es einige.Forchheim & Fränkische Schweiz
570 ausgeschilderte Radkilometer führen durch den Landkreis Forchheim. Problemstellen gibt es einige. // Barbara Herbst/Archiv

In den Fokus geraten strampelnde Berufspendler und Freizeitradler gleichermaßen bei der am 18. Juni startenden und bis zum 8. Juli andauernden Aktion Stadtradeln.

Dabei fahren die Teilnehmenden so viele Kilometer wie möglich mit dem Rad, am Ende gibt es Siegerehrungen für die Aktivsten und Preise.

Der Landkreis Forchheim organisiert heuer zum zweiten Mal eine Teilnahme, in der gesamten Region können sich Leute anmelden. Die Gemeinde Hallerndorf sowie die Stadt Neunkirchen am Brand haben sich darüber hinaus für eine eigene Anmeldung entschieden, die restlichen Kommunen beteiligen sich unter dem Landratsamtsdach daran.

So können Sie beim Stadtradeln 2023 mitmachen

Der Landkreis Forchheim beteiligt sich in diesem Jahr wieder beim Stadtradeln, vom 18. Juni bis zum 8. Juli.

Ob privat oder beruflich, im Landkreis oder im Ausland, Kurz- oder Langstrecke: Beim Stadtradeln zählt jeder Radkilometer. Die aktivsten Radelnden werden mit Preisen ausgezeichnet.

Einfach kostenfrei unter stadtradeln.de/landkreis-forchheim registrieren. Danach losradeln und Radkilometer online eintragen, per App tracken oder sie händisch in einer Liste eintragen. Eine Teilnahme ohne Internetzugang ist auch möglich. Dazu gibt es ein Rahmenprogramm, unter anderem Vorträge, Klima-Ausstellung, Radtouren, Fahrtechniktrainings und Radlerstammtisch.

Stadtradeln 2022: Fast 190.000 Radkilometer gesammelt

Im vergangenen Jahr sind während der drei Aktionswochen 1499 Menschen mitgeradelt und

haben in 50 Teams gemeinsam fast 190.000 Kilometer erradelt. Auch für die diesjährigen

Aktionswochen setzt der Landkreis Forchheim auf eine hohe aktive Teilnahme in der Region.

Stadtradeln im Landkreis Forchheim: Möglichst viele zum Radfahren animieren

„Radfahren schützt nicht nur das Klima, sondern auch unsere Umwelt. Zudem bringt es mehr Bewegung in den Alltag und fördert somit die Gesundheit und die Lebensqualität“, erklärt Landrat Hermann Ulm.

Ziel sei es, möglichst viele Menschen zu animieren, auf das Rad als Verkehrsmittel zu setzen. Auch Frank Wessel vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) Forchheim freut die Aktion: „Stadtradeln ist eine gute Möglichkeit, den Leuten zu zeigen, dass Radfahren Spaß macht“.

Radwegenetz: Verbesserungspotenziale ermitteln

Zumindest dann, wenn unzureichende Infrastrukturen den Spaß nicht verderben. Laut dem Radverkehrsbeauftragten Eberlein wolle man nun die Lücken im Radnetz schließen, um den Alltagsverkehr auszubauen.

Des Weiteren solle die „intermodale Verknüpfung“ verbessert werden. Heißt, dass es etwa mehr und bessere Radabstellanlagen an Bushaltestellen und Bahnhöfen geben solle.

Klimaschutzmanagerin Bianca Lutz: „Radverkehr ist Prozess“

„Verbesserungsbedarf ist vorhanden“, sagt die für die Aktion Stadtradeln im Landkreis federführende Klimaschutzmanagerin Bianca Lutz: „Guter Radverkehr ist ein Prozess. Aber wir machen einiges.“

Klimaschutzmanagerin am Landratsamt Forchheim und selbst begeisterte Radlerin: Bianca LutzForchheim & Fränkische Schweiz
Klimaschutzmanagerin am Landratsamt Forchheim und selbst begeisterte Radlerin: Bianca Lutz // FT/privat

Dabei helfen solle heuer die in der Region neue Funktion, während des Stadtradelzeitraums Problemstellen direkt melden zu können.

Teilnehmende können Radweg-Problemstellen seit diesem Jahr nun auch online direkt melden.

Einfach mit dem Stadtradeln-Account beim RADar anmelden. Über die RADar-App oder die Stadtradeln-App können die Nutzer den Behörden direkt mitteilen, wo sie aktiv werden müssen: Über eine Pin-Nadel, die in einem digitalen Stadtplan platziert werden kann, eventuell durch Fotos und einen Text ergänzt.

So bekommen die Verantwortlichen in den Behörden noch einmal aus erster Hand serviert, wo den Radlern der Schuh gerade am meisten drückt. Sie sammeln die Eingebungen, reagieren auf die Meldungen der Bürger und wollen zeitnah aktiv werden. So zumindest die Idee.

RADar: Gute Idee für Problemstellen in Forchheim

Eine Idee, die vor allem in der Stadt Forchheim auf einige Befürworter treffen dürfte. Nicht nur beim ADFC.

Sondern beispielsweise auch bei Bürgermeisterin Annette Prechtel. Die Grünen-Politikerin setzt sich seit Jahren für den Radverkehr ein, kennt die Schwachstellen wie zu lange Ampelschaltungen oder Radwege, die plötzlich enden.

Zu lange Ampelschaltungen, Radwege enden im Nichts – vor allem in der Kreisstadt Forchheim ist die Mängelliste lang.Forchheim & Fränkische Schweiz
Zu lange Ampelschaltungen, Radwege enden im Nichts – vor allem in der Kreisstadt Forchheim ist die Mängelliste lang. // Stephan Großmann

„Um die Probleme systematisch anzugehen, müssen wir personell besser ausgestattet sein“, mahnt sie. Wir, damit meint sie die Stadtverwaltung. Und die sei aktiv, aktuell ist unter anderem die Stelle eines Radverkehrsbeauftragten ausgeschrieben.

Radentscheid Bayern gekippt: Stadtradeln soll helfen

Dass der Bayerische Verfassungsgerichtshof den „Radentscheid Bayern“ nun für unzulässig erklärt hatte, gilt vielen Radlobbyisten oder mindestens Sympathisanten als herber Rückschlag.

Sie hoffen auf rege Teilnahme beim Stadtradeln. Um ein Zeichen für die Bedeutung des Radverkehrs zu setzen.

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