„Ich würde sagen, dass das sehr gelungen ist. Wenn es das nochmal gibt, bin ich wieder dabei.“ So voll des Lobes zeigte sich Marion Felbinger am späten Samstagnachmittag, die auf der Reuther Hut wohnt und sich mit einem Stand am ersten Reuther Garage-Sale beteiligt hat. Die Idee zu der Veranstaltung stammte von Steffi Wenzel, die ebenfalls auf der Reuther Hut lebt und die rund drei Monate Vorarbeit in die Premiere gesteckt hat.
Beim Reuther Garage-Sale waren rund 50 Haushalte dabei
„Das ist aus dem Kindergarten heraus entstanden“, erklärt Wenzel im Gespräch mit dem Fränkischen Tag: „Da haben sich mal ein paar Mütter gegenseitig in die Augen geschaut und festgestellt: Die Keller sind voll, die Dachböden sind voll.“ Dagegen wollte man etwas unternehmen. Schnell war die Idee zu einem Garagen-Flohmarkt im Viertel geboren, so wie man es etwa aus den USA kennt. „Da habe ich mir gedacht: Das bietet sich hier doch auch an“, so Wenzel weiter. Eine Erkundigung im Stadtteil habe ergeben: Eine derartige Veranstaltung gab es in Reuth vorher noch nicht.
Die Bilder vom ersten Reuther Garage-Sale zum Durchklicken:
Wenzel verteilte Flyer bei ihren Nachbarn und erstellte eine Internetseite, dann nahm das Projekt seinen Lauf. Es gab auch viel im Vorfeld abzuklären, zum Beispiel mit dem Ordnungsamt der Stadtverwaltung oder dem Gesundheitsamt im Landratsamt. Ursprünglich sei geplant gewesen, die Veranstaltung an einem Sonntag abzuhalten, doch da habe das Ordnungsamt nicht mitgemacht, so Wenzel weiter.
Nicht nur kaufen und verkaufen: Nachbarschaft trifft sich
Am Ende fanden sich 50 Teilnehmer, die ihre Hofeinfahrten und Garagen am Samstag von 11 bis 16 Uhr für das Publikum öffneten. „Das war ein bisschen überraschend für mich, dass sich so viele angemeldet haben“, sagt Wenzel. Auch noch am Flohmarkt-Samstag selbst hätten sich noch weitere Interessenten bei ihr gemeldet, die beim nächsten Mal dabei sein wollen.
Die Entscheidung, den Flohmarkt nicht zentral auf einem größeren Platz zum Beispiel am Sportheim oder hinter dem Feuerwehrhaus zu konzentrieren, sondern in ganz Reuth zu verteilen, fiel bewusst: „Das Charmante ist ja gerade, dass nicht jeder alles ins Auto packen und irgendwo hinfahren muss, sondern direkt vor der eigenen Haustür anbieten kann. Und was ich auch schön finde: Die Nachbarschaft kommt zusammen, man sieht sich mal wieder und kommt miteinander ins Gespräch.“
Gummistiefel und Bücher als Errungenschaften des Tages
Ein Punkt, den auch Marion Felbinger ein paar Straßen weiter hervorhebt: „Man hat sich heute auch nett unterhalten können. Sonst steht man ja nicht den ganzen Tag in seinem Hof und spricht mit den Leuten, die vorbeikommen.“
Nicht ganz so zufrieden wie Felbinger zeigt sich Anne Wurster, die mit einer Freundin entspannt bei einem Becher Sekt vor ihrer Garage sitzt: „Es war schön, aber hätte ein bisschen besser laufen können. Die Garage hätte jetzt schon leer sein können.“ Und auch Jasmin Schmid hätte sich über mehr Nachfrage an ihrem Verkaufsstand gefreut, wie sie auf Nachfrage erklärt.
Die Polizei schaute kurz nach dem Rechten
Glücklich mit ihrer Ausbeute ist Angelika Hintzer, die sich vorab mit der von Steffi Wenzel im Internet veröffentlichten Karte aller teilnehmenden Haushalte und einem Transportwagen ausgestattet hat, um die einzelnen Stände nach etwas Schönem oder Brauchbarem zu durchstöbern. Stolz zeigt sie die Errungenschaften des Tages, darunter ein paar rosa Gummistiefel für ihr Urenkelkind: „Wir arbeiten uns langsam vor“, meint sie lächelnd. Wie viel Geld sie schon ausgegeben hat, will Hintzer aber nicht verraten.
Kurz sorgt die Durchfahrt eines Polizeiautos für Aufsehen, aber wie eine Rückfrage bei der Forchheimer Polizeiinspektion ergibt ohne Grund: „Das war eine Routinekontrollfahrt“, erklärt ein Polizeisprecher. Irgendwelche konkreten Vorkommnisse habe es nicht gegeben.
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