Seit sechstem März ist die Durchfahrt durch Igensdorf wegen der Brückensanierung gesperrt. Auch wenn alle versuchen, die Einschränkungen so gut wie möglich zu meistern, gibt es keine Lösung, die alle zufrieden stellt. So bleiben ein wenig Chaos und weit mehr Enttäuschung. „Es ist wie eine Geisterstadt“, sagt ein Bürger. Obwohl trotz Sperrung alle Geschäfte erreichbar sind. „Die Bauarbeiter sind sehr rücksichtsvoll“, lobt eine Kundin.
Schwierig wird es für den Wohnmobilhändler Holiday-Mobil Fischer, der an der zu sanierenden Brücke angrenzt. Der Platz ist beengt, Kunden manövrieren die Wohnmobile nur ungern. Trotzdem wollte Armin Fischer eine Erleichterung für Anwohner und Kunden schaffen und regte die Behelfsbrücke an und stellte seinen Grund zur Verfügung. Die Gemeinde hat das noch vor Baustellenbeginn umgesetzt.
„In der Dunkelheit sieht man dort nichts und sie ist nicht barrierefrei“, meint ein Bürger. Doch auch der Ideengeber Fischer ist darüber enttäuscht, dass das Blumengeschäft an sämtlichen Straßen Schilder aufgestellt hat, mit dem Hinweis, das Blumengeschäft sei erreichbar. Es war vereinbart, keine Schilder auf Straßengrund aufzustellen, erinnert Fischer.
Denn die Apotheke ist bereits nachgezogen. „Wenn ich gewusst hätte, dass die Geschäfte nicht zusammenhalten, hätte ich die Brücke nicht erlaubt“, sagt Fischer. Die Brücke sei für die Allgemeinheit. Ein Schild mit Namen aller Geschäfte wäre das Pendant gewesen.
Alle Parkplätze sind leer
Die Parkplätze im Bereich der Apotheke, der Geschäftshäuser und des Cafés sind leer. „Es fehlt der Durchgangsverkehr“, sagt ein Mitarbeiter des Kalchreuther Bäckers. Auch bei der Shell-Tankstelle am Ortsanfang von Weißenohe kommend, ist es ruhig.
Die Familie Wölfel ist froh um alle Kunden für ihre Werkstatt und für die anderen, die den Umweg in Kauf nehmen und zur Tankstelle kommen. Knapp die Hälfte des Umsatzes sei weggebrochen, ähnlich wie bei Holiday Mobil Fischer. „Ende des Jahres ist für mich Schluss“, prophezeit Fischer. Zwar hat er auch eine Werkstatt, doch die Vermietungen sind eingebrochen. Das begann bereits mit Corona. Die Sanierung im Vorjahr und nun die Totalsperre tun ein Übriges.
Trotzdem bemühen sich alle, das Beste draus zu machen. Ein Pendler nach Erlangen, sagt er werde mit der ab nächster Woche geltenden Sperrung der Straße durch Uttenreuth auf die Autobahn ausweichen. Wenn das mehrere Pendler so halten, könnten auch die Geschäfte Richtung Hiltpoltstein davon betroffen sein. Bisher spüren sie die Sperrung nicht, wie der Edeka Markt Merkel in Hiltpoltstein mitteilt.
Froh hingegen sind die Mitarbeiterinnen des Blumengeschäfts Stielblüte. Auch sie hatten bereits Einbußen hinnehmen müssen. Dass die Vollsperrung in die Hauptsaison fällt, war für das Geschäft ein schwerer Schlag. Seit Mittwoch haben sie zusätzlich zum Geschäft einen Stand auf dem Parkplatz von Peters Radl Stadl aufbauen dürfen.
Wenige Kunden nach Sanierungsbeginn
„Das wird gut angenommen. Um neun Uhr waren die ersten Kunden hier“, freut sich eine Verkäuferin. Denn ins Geschäft an der B 2 kamen mit Sanierungsbeginn wenige Kunden: „Die Leute hatten wohl Angst, in die Baustelle zu fahren.“ Für die Stielblüte ist das Angebot ein Glücksfall. „Die Geschäftsleute halten zusammen wie Pech und Schwefel“, lobt die Verkäuferin.
Nur eins finden manche Geschäftsleute fraglich: Bei den Brückenarbeiten gebe es kein sichtbares Vorwärtskommen. Nach einer Probebohrung sei es still.
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