David Schwering ist dieser Tage viel unterwegs im Landkreis. Dann begutachtet er die Wärmepumpen, Gasbrennwertthermen oder Holzpelletöfen seiner Kunden.
Der junge Mann kümmert sich bei den Stadtwerken Forchheim um das sogenannte Contracting. Also wenn Kunden ihre neue Heizanlage nicht aus eigenen Mitteln direkt finanzieren, betreiben und warten, sondern alles in die Hände eines Dienstleisters geben. Und dafür einen monatlichen Betrag zahlen. In Schwerings Fall sind das die Stadtwerke Forchheim.
160 Kunden nutzen Contracting der Stadtwerke Forchheim
„Wir betreuen derzeit rund 160 Kunden in und um Forchheim“, erklärt er. Hauptsächlich relevant ist dieses Konstrukt in der Region aktuell noch für große Mietwohnungsgesellschaften sowie gewerbliche Kunden, Unternehmen und Dienstleister zum Beispiel. Aber auch einige Hausbesitzer betreut Schwering.
„Für unsere Kunden hat es den Vorteil, dass sie alle wichtigen Fragen rund um seine Heizung in einer Hand haben, zudem bieten wir gemeinsam mit unseren Handwerkspartnern aus der Region Service rund um die Uhr an.“
Geld oder Nerven sparen? Beispielrechnung sei schwierig
Im Gegenzug für den Mietkessel der Wahl entrichten die Kunden meist über eine Laufzeit von zehn bis 15 Jahren einen monatlichen Betrag, der sich aus dem Grundpreis für Finanzierung, Betrieb und Unterhalt und dem Energiepreis für die verbrauchte Energie zusammensetzt.
Wie hoch diese Kosten sind, hänge laut Schwering vom Einzelfall ab, das ließe sich nicht pauschal beispielrechnen. „In der Regel wird man als Privatperson durch Mietwärme im Moment nicht viel Geld sparen – dafür aber einiges an Mühe und Nerven“, sagt er.
So zählen zum Service beispielsweise auch außerplanmäßige Reparaturarbeiten.
Kaufen oder mieten? Einzelfall entscheidet
Ob sich eine solche Mietanlage für den Einzelnen lohnt, lasse sich nur individuell berechnen. Das raten sowohl Stadtwerke-Mann Schwering als auch die Verbraucherzentralen.
In manchen Fällen kann es sein, dass eine Modernisierung der Heizanlage in eigener Regie sogar deutlich günstiger ausfällt. Zumindest, sofern man die staatlichen Förderungen einberechnet. Die aber sind nicht für immer gesetzt. Auslaufen sollen wegen des Haushaltslochs des Bundes bald Förderungen für Solar sowie für E-Autos. Die gute Nachricht: Angeblich gesichert seien die Subventionen unter anderem für umweltfreundliche Heizungen.
Bleiben Wärmepumpen im Bau auf dem Vormarsch?
Und bei denen lief die Wärmepumpe ihren Alternativen jahrelang den Rang ab. Das liegt vor allem daran, dass die Wärmepumpe in der Regel viel effizienter arbeitet als andere Energieträger.
Deutschlandweit verwendeten 2022 bereits 71 Prozent der genehmigten Wohngebäude primär eine Wärmepumpe, 2018 waren es noch 43 Prozent, wie aus Zahlen des Bundesverbands Wärmepumpe hervorgeht, Tendenz in allen Regionen weiter steigend. 281.000 Geräte habe man 2022 absetzen können, so der Verband. Zudem würden die Geräte allmählich auch für verhältnismäßig alte Häuser relevant, sagen Experten.
Geschäftsführer von Stiebel Eltron: „Wärmepumpenmarkt schrumpft“
Und doch prognostiziert unter anderem Kai Stiefelbein, Geschäftsführer eines der größten Heizungsbaufirmen Stiebel Eltron, dass der Wärmepumpenmarkt 2024 im Vergleich zu diesem Jahr ungefähr um ein Drittel schrumpfen werde.
Hinweise darauf sehe er heute schon bei den Handwerkern, bei denen „der enorme Auftragsbestand von fast einem Jahr auf zwei bis drei Monate gesunken ist“, wie er der Deutschen Presseagentur sagte.
CO₂-Abgabe: Preise für Strom, Gas und Öl steigen
Hinzu kommt, dass die Strompreise ab dem kommenden Jahr steigen werden (bei einem Durchschnittshaushalt mit 3500 Kilowattstunden Jahresverbrauch laut Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz um circa 60 Euro), für Wärmepumpenstrom noch einmal mehr.
Teurer werden aber auch Gas und Öl. Der Grund: Laut Beschluss der Ampelregierung steigt die CO₂-Abgabe ab 2024 von 15 auf 45 Euro pro Tonne Klimagas. Das Vergleichsportal Check24 hat für einen Haushalt mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden Gas im Jahr eine Mehrbelastung von ebenfalls 60 Euro berechnet.
Landratsamt Forchheim: Verbraucher sind extrem verunsichert
„Wir erleben derzeit viel Verunsicherung bei den Menschen“, sagt Christine Galster, Energiemanagerin am Landratsamt Forchheim. Etwa wenn es um Alternativen zu ausgedienten Ölheizungen geht oder welche Förderungen aktuell gelten.
So könnten beispielsweise für die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) auch 2023 weiterhin Anträge gestellt und bewilligt werden, so Galster. Weil das Förder-Thema komplex sei und sich die Rahmenbedingungen ständig änderten, lautet ihr Tipp, stets die individuelle Beratung zu suchen. Sei es beim Kauf oder beim Mieten einer neuen Heizungsanlage.
Beratung und Vorträge zum Thema Energie und Heizen
Das Landratsamt Forchheim bietet Interessierten Beratungen an. Darüber hinaus startet im Februar 2024 wieder das Vortragsprogramm. Los geht es am 1. Februar mit „Heizen nach dem GEG“. Informationen bekommen Sie hier.
Auf eine umfassende Beratung vorab setzt auch David Schwering von den Stadtwerken Forchheim. Erstens biete er seine Mietheizungen nur für umweltfreundliche und ressourcenschonende Techniken an, das müsse vorher besprochen werden. Und Schwering und sein Team müssen darauf achten, dass beim Umstieg die „Kostenneutralität gewährleistet“ bleibt. Das heißt, die warmen vier Wände dürfen dem Kunden durch das Contracting nicht teurer kommen, als sie es vor dem Umstieg waren.
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