Von außen in große Gerüste eingehüllt und innen komplett entkernt, die alte Dachkonstruktion wird schon teilweise von neuen Trägern gestützt, das Erdgeschoss ist bis auf das Fundament zurückgebaut worden, ein Bagger steht im Foyer, und das Rathaus wird innen von Stützpfeilern gehalten: Seit gut 31 Monaten läuft die Sanierung des Forchheimer Rathauses. Damit ist die Hälfte der veranschlagten Zeit für das Großprojekt bereits um.
Seit Anfang Februar sind die archäologischen Grabungen im Gebäude abgeschlossen. Die Rohbauarbeiten sind seit acht Monaten am Laufen und schreiten gut voran. Doch es gibt auch Schwierigkeiten im Fundament: „Wir haben zeitliche Probleme bei den Arbeiten, da Teile vom alten Fundament zu weit in die neu geplanten Bereiche stehen“, erklärte der leitende Architekt Stephan Fabi vor dem Rathaussanierungsausschuss am Montagabend. Durch diese Fundamentteile müssten Anpassungen vorgenommen werden, die im Innenhof bereits abgeschlossen seien und nun noch den neuen Treppenbereich beträfen.
Neue Planung parallel zur Baustelle
Auch seien neue Schäden im Anschlussbereich zwischen Rathaus und dem Verwaltungsgebäude entdeckt worden. Welche Auswirkungen diese auf die Kosten haben, sei noch unklar. Gerade wegen der Entdeckung neuer Schäden und Herausforderungen müsse „die Planung parallel zur Baustelle laufen“, beschrieb Stephan Fabi die Situation. Die Holzarbeiten im Rathausinneren seien auf einem guten Weg, und auch die generellen Zimmererarbeiten lägen aktuell „im berechneten Rahmen“.
EU-weite Ausschreibung versäumt
Doch eine Sache sorgt immer noch für Gesprächsbedarf: ein bei der letzten Sitzung vorgestellter Vergabefehler, der rund 1,37 Millionen Euro kosten könnte. Der Fehler wurde von dem Projektsteuerer Markus Greger vom Büro Diederichs und Partner schon im letzten Jahr entdeckt. „Wir sind bei der Summenbildung der Zimmererarbeiten darauf gestoßen, dass bei der Höhe EU-weit hätte ausgeschrieben werden müssen, und haben dann im Sommer 2022 die neue Summe vorgelegt. Aufgrund dieser Zahlen entstand der momentane Schaden“, erklärte Greger. Von den Ausschussmitgliedern kam Kritik. „Ich möchte, dass das chronologisch aufgearbeitet wird. Es ist ein möglicher Steuergeldschaden da. Und da möchte ich eine klare Übersicht erhalten“, forderte Sebastian Körber (FDP). Auch weitere Mitglieder forderten Transparenz und mehr Informationen in Hinblick auf die Verantwortlichen.
Schadenssumme kommt 2025
„Wir haben einen Projektsteuerer, der den Fehler entdeckt hat. Wer dafür verantwortlich ist, das bin ich, Dr. Uwe Kirschstein, und weitere Verantwortliche. Diskussionen führe ich nicht. Die Höhe der Schadenssumme ist noch unklar, kommt dann in die Schlussabrechnung 2025“, erklärte Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) und schloss dieses Thema für den öffentlichen Teil des Ausschusses.
Ein weiterer Diskussionspunkt war der Forchheimer Adventskalender. Der Vorschlag für eine Mischung aus Projektion an der Rathausfassade und einem echten „Türchenöffnen“ stieß auf eine verhaltene Reaktion. Das von Nico Cieslar, Leiter des Tourismusmanagements, vorgestellte Modell sah nur die obere Fassade des Rathauses als Projektionsfläche vor. „Ich würde lieber an der Kaiserpfalz bleiben und Abstand vom Rathaus nehmen“, erklärte Thomas Werner (CSU). Auch die Bürgermeistern Annette Prechtel (FGL) war von der Idee nicht überzeugt. Dennoch beschloss der Ausschuss einstimmig, dass eine Verlegung von Datenkabeln für mögliche Projektionen vorerst eingeplant werden soll.
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