Die Sanierungsarbeiten zur Umgestaltung des Paradeplatzes schreiten immer weiter voran. Am vergangenen Freitag gab es die erste Freigabe für den Individualverkehr am Kreisverkehr. Doch vom Forchheimer Bürgerforum (FBF) kommt Kritik an den freigegebenen Abschnitten.
„Die ganzen Pflasterarbeiten sind nicht in Ordnung. Dort, wo die tiefste Stelle ist, fehlt ein Abfluss, und auch die Rinnen für das Regenwasser sind nicht sachgemäß bearbeitet“, beklagt Heinz Endres, der Dritte Vorsitzende des FBF. Die Mängel in den Pflasterarbeiten habe ein Mitglied des Bürgerforums eher zufällig entdeckt.
Schon vor Wochen aufgefallen
„Mir ist das vor Wochen schon aufgefallen, als wir an den Rändern vorbeigegangen sind. Da waren teilweise schon Probleme mit dem Gefälle zu den Abflüssen. Das war vor sechs Wochen. Die Ausführung ist mäßig bis mangelhaft und es sind Versätze vorhanden“, berichtet Josef Gößwein vom Bürgerforum. Er ist Bausachverständiger. Als er die Mängel entdeckt hat, habe er Fotos gemacht und diese an das Bauamt geschickt.
Die Treppe zur Tiefgarage
„Da sind Mulden und Berge drin, Stolperfallen am Bordstein und Ausbrüche“, berichtet Gößwein weiter. Die Schäden seien nicht flächendeckend, aber teilweise vorhanden, meint der Bausachverständige.
Auch ist seiner Ansicht nach der Versatz zwischen Tiefgaragentreppe und Fußgängerweg etwas zu hoch. Vom Bauamt habe Gößwein keine Rückmeldung zu den Bildern erhalten.
Nachdem der Kreisverkehr wieder für den Autoverkehr freigegeben wurde, ist die Befürchtung des FBF, dass dieser Bereich in ein paar Jahren wieder für Sanierungsarbeiten gesperrt werden muss. „Unsere Intention ist es, im Vorfeld drauf hinweisen, um Kosten und Sperrungen in Zukunft zu vermeiden“, erklärt Gößwein.
Stadtsprecherin: „Baumaßnahme, die mitnichten fertiggestellt ist“
Auf FT-Anfrage zu den Mängeln äußerte sich die Pressesprecherin der Stadt, Britta Kurth: „Mit Verwunderung nehmen wir zur Kenntnis, dass eine laufende Baumaßnahme, die mitnichten fertiggestellt ist, kritisiert wird. Hier von Qualitätsmängeln oder fehlerhafter Arbeit zu sprechen, ist insoweit völlig fehl am Platz und geradezu ärgerlich“.
Dass eine Freigabe für den Busverkehr noch nicht erteilt wurde, sondern nur für Pkw, hat Laut Kurth nichts mit einer Fertigstellung oder Abnahme der Baumaßnahmen zu tun. Die Öffnung sei nur provisorisch, erläutert Kurth.
Zugang zum Weihnachtsmarkt
„Die Freigabe erfolgte, um den Forchheimer Bürgerinnen und Bürgern den Besuch der Innenstadt und des Weihnachtsmarktes wieder zu erleichtern. Das heißt: Es handelt sich nach wie vor um eine Baustelle! Die Flächen sind noch nicht fertiggestellt, verschiedene Baumaßnahmen haben erst nach dem Winter Sinn.“
Die kompletten Baumaßnahmen zur Neugestaltung des Paradeplatzes sollen Mitte 2024 abgeschlossen sein. Für die Umgestaltung wurden Kosten von rund 8,7 Millionen Euro veranschlagt. Mit der Erneuerung, die Sitzmöglichkeiten und Begrünungen enthält, soll die Attraktivität des Paradeplatzes gesteigert werden.
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