2026. 19. Juni.
Dann soll die Inbetriebnahme des fertig generalsanierten und zum „Haus der Begegnung“ ertüchtigten historischen Rathauses abgeschlossen sein.
Spätestens zwar - aber auch nur dann, wenn bis dahin keine größeren Rückschläge mehr Forchheims größte Baustelle lähmen.
Absolute Gewissheit lassen sich die beiden Architekten Stephan Fabi und Peter Krackler bei ihrem eigenen Zeitplan nicht anmerken.
Aber der Zweck heiligt den Optimismus.
Zweimonatiger Baustopp verzögert Sanierung des Forchheimer Rathauses
Grund für die erneute Verspätung sei ein gut siebenwöchiger Baustopp bis Anfang Mai gewesen.
Wie Stephan Fabi, Kracklers Kollege im Architekten-Duo, erklärt, gab es ein großes statisches Problem im Foyer.
„Die alten Bestandswände lagen ursprünglich eingeschossig frei. Mit dem Abbruch der Treppe waren sie es plötzlich über zwei Geschosse hinweg. Als wir dann nach unten abgraben wollten, kam noch ein drittes Geschoss hinzu.“
Statiker schlugen Alarm wegen der alten Wände
Das war zu viel für die Tragfähigkeit der Wand, der Statiker schlug Alarm. Die Arbeiter mussten die Wände stützen – um eine großräumige Sperrung der Baustelle kamen sie dabei nicht herum.
„Die hat rund 80 Prozent der Baustelle lahmgelegt, beim Rohbau ging während dieser Zeit gar nichts.“, so Fabi.
Hälfte der Bauzeit ist 2023 erreicht
Nun sei man laut Fabi wieder im „normalen Bauablauf“. Insgesamt sei etwas mehr als die Hälfte der Bauzeit erreicht worden. Derzeit sind viele Gewerke auf der Baustelle zugange.
So werde aktuell an den Entwässerungskanälen im Keller gearbeitet, ebenso findet der Unterbau der Bodenplatten statt. Auch im Dachbereich tue sich einiges, so seien beispielsweise Dachziegel bereits geliefert worden, so dass die Dachdecker auf dem Magistrats- und Registraturgebäude voraussichtlich im Juli beginnen können.
Nicht so schnell wie geplant gehe es laut Fabi hingegen bei den Sanierungen des Fachwerks voran. Zwar seien alle Elemente dokumentiert worden, auch seien alle notwendigen Muster erstellt und von Bauamt sowie Denkmalschutz freigegeben worden.
Jedoch befinde sich die ausführende Firma in Verzug. Mitte Juni sollen die Arbeiten aber nun doch noch beginnen.
Wichtiger Meilenstein erst Anfang 2024
Knapp 460 Vorgänge finden sich dem umfangreichen Dokument namens Bauzeitplan. Der nächste wichtige Meilenstein ist Stand jetzt für Januar beziehungsweise Februar 2024 terminiert: der Start der Technikgewerke.
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„Wir kämpfen noch immer mit dem Baustopp, der hat uns richtig wehgetan“, sagt Peter Krackler. Daher nun der erneute Verzug.
„Und es wäre naiv zu denken, dass nun keine Risiken oder Probleme mehr auftauchen würden.“ Beispiel Innenausbau: Nicht einmal zwei Jahre sind dafür angesetzt, von Herbst dieses Jahres bis Sommer 2025. Hierbei kämen laut Krackler aber viele restauratorische Gewerke zum Einsatz, diese arbeiteten sehr kleinteilig. Es sei ein „sehr sportliches Zeitfenster“.
Gesamtkosten Rathaussanierung: 34 Millionen Euro
Immerhin sind die Gesamtkosten für das Mammut-Projekt seit der letzten Kalkulation nicht weiter angestiegen. Inklusive angedachter Risikoreserve plant die Stadt aktuell mit einer Rechnung von gut 34 Millionen Euro für die Generalsanierung.
Lagerflächen für Baustellen zu klein: Kein Platz in Altstadt
Aber es gibt noch ein anderes Problem. Die Arbeiter brauchen mehr Platz, um ihre Baustoffe zu lagern und Geräte abzustellen. Auf dem Rathausplatz gehe es nicht, schon alleine wegen der dortigen Außengastronomie.
Daher wolle man im Süden zulegen, sagt Krackler, aktuell sei man in Verhandlung mit den Nachbarn, die weiterhin freie Zufahrt zu ihren Garagen einfordern. „Jeder Quadratmeter Lagerfläche ist wichtig.“
Anfang 2026 solle dann gefeiert werden. Eine Art Richtfest, von den Architekten kurzerhand Neujahrsempfang getauft. Zwar sei der Bau bis dahin nicht vollständig abgeschlossen. Aber ein Probebetrieb sei wohl möglich.
Wenn nichts mehr dazwischen kommt.
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