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Sendetermin steht fest
Bald im TV: Höchstadter Ex-Karpfenkönigin im BR-Kochduell
Dreharbeiten in Höchstadt: Das Bayerische Fernsehen hat die ehemalige Karpfenkönigin Svenja Viertel für Drehaufnahmen besucht.
Dreharbeiten in Höchstadt: Das Bayerische Fernsehen hat die ehemalige Karpfenkönigin Svenja Viertel für Drehaufnahmen besucht. // Foto: Adelheid Wagner
Höchstadt – Svenja Viertel bringt fränkische Traditionen ins TV. Ein Fernsehteam drehte im Oktober auf dem Familienhof der einstigen Höchstadter Karpfenkönigin in Schwarzenbach. Nun steht der Sendetermin fest.

Update vom 17. März, 13 Uhr:

Jetzt ist es offiziell: Die Teichwirtin und ehemalige Karpfenkönigin Svenja Viertel wird kurz vor Ostern im Bayerischen Rundfunk zu sehen sein. Sechs Folgen der neuen Staffel „Landfrauenküche – Kulinarische Schätze“ werden ab dem 23. März ausgestrahlt. Ab dem 18. März wird die Sendung in der ARD-Mediathek online zu sehen sein, wie der Bayerische Rundfunk in einer Pressemitteilung informierte.

Bei der kulinarischen Fernsehreise durch Deutschland vertritt Viertel den Aischgrund und seine Kultur der Karpfenzucht. Die Sendung mit der einstigen Höchstadter Karpfenkönigin wird am Montag, 27. April, um 20.15 Uhr ausgestrahlt.


Welche Schürze soll sie fürs Fernsehen tragen? Die bunt-geblümte, die Karierte oder die Weiße mit den Blumenranken? Svenja Viertel steht in der Küche des Familienhofs in Schwarzenbach und hält die Schürzen ihrer Großmutter hoch. 

„Die Weiße ist doch die schönste“, sind sich Viertel, ihre Mutter Heidi Viertel und Patin Tanja Hagen einig. Die Regisseurin und der Kameramann stimmen zu. Dann bringen sich die drei Frauen hinter der Küchentheke in Position. Scheinwerfer leuchten den Raum fürs Fernsehen hell aus. Auf dem Tisch sind viele kleine Hefeteigkugeln vorbereitet. „Brav, dass ihr nicht zu toll aufgeräumt habt“, scherzt die Regisseurin, „sonst schaut es immer so aus, als würde das Fernsehen kommen.“  Die Kamera beginnt mit der Aufnahme. Heute backt die Familie Viertels für den Bayerischen Rundfunk fränkische Küchle.

Bayerischer Rundfunk filmt in Höchstadt: Karpfenkönigin im TV

Svenja Viertel aus Schwarzenbach bei Höchstadt vertritt Franken für eine Kochshow im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Sie ist eine von fünf Teilnehmerinnen der Sendung „Landfrauenküche – Kulinarische Schätze“ – eine Gemeinschaftsproduktion des Bayerischen Rundfunks, des Südwestdeutschen Rundfunks und des Westdeutschen Rundfunks.

Das Konzept der Sendung: Pro Staffel besuchen sich Landfrauen aus verschiedenen Regionen Deutschlands gegenseitig auf ihren Höfen und kochen ein Drei-Gänge-Menü der jeweiligen regionalen Küche. Der „kulinarische Schatz“ ist das Hauptgericht. Für jedes Menü vergeben die anderen Teilnehmerinnen Punkte. Am Ende der Ministaffel wird die Siegerin gekürt. 

Neben normalen Küchle backen die Viertels für die Landfrauenküche auf Küchle in Karpfenform.
Neben normalen Küchle backen die Viertels für die Landfrauenküche auf Küchle in Karpfenform. // Foto: Adelheid Wagner

Svenja I. Höchstadts ehemalige Karpfenkönigin kocht fürs Fernsehen

Dass Viertel als Vertreterin Frankens für die Sendung ins Rennen geht, kommt nicht von ungefähr. Schließlich trug die 26-Jährige bis vor wenigen Wochen noch die Krone und den Titel der Höchstadter Karpfenkönigin. Als Svenja I. vertrat sie in den vergangenen sechs Jahren den Aischgrund und seine Karpfenteichwirtschaft. Das traditionsreiche Gewerbe wird seit Jahrhunderten in der Kulturlandschaft gepflegt und wurde 2021 von der Unesco sogar zum immateriellen Kulturerbe erklärt.

Durch den Titel der Karpfenkönigin wurde das Fernsehen auf Viertel aufmerksam und fragte sie für die Landfrauenküche an.  Öffentliche Auftritte ist die einstige Königin zwar gewohnt, aber im Fernsehen war sie noch nie. „Ich habe zuerst ein paar Tage überlegt, ob ich es machen will“, sagte Viertel. „Dann musste ich auch meine Familie dazu überreden, dass das Fernsehen zu uns nach Schwarzenbach kommt.“

Landfrauen aus Rheinlandpfalz, Baden-Württemberg und Bayern im TV

Jetzt stellt Viertel dem TV und den anderen Landfrauen aus Rheinlandpfalz, Baden-Württemberg und Bayern die Teichwirtschaft ihrer Familie vor. „Unser Hof wird eine zentrale Rolle in der Folge spielen“, sagt Viertel. „Die Eltern und die ganze Familie freuen sich, dass wir das hier zeigen können.“ Vor rund einem Jahr hat sie die Leitung des Familienbetriebs übernommen. Zucht, Schlacht, Zubereitung – das alles kennt die ehemalige Karpfenkönigin seit ihrer Kindheit. „Svenja hat von klein auf den Karpfen geküsst“, sagt Hagen über ihr Patenkind. 

Die Besuche bei den anderen Teilnehmerinnen hat das Produktionsteam von Megaherz im Auftrag des Bayerischen Rundfunks bereits abgedreht. Um die Drehtage möglich zu machen, hatte sich Viertel fast ihren ganzen Jahresurlaub genommen. Viertel arbeitet in der Stadtverwaltung in Höchstadt. „Es hat sich absolut gelohnt“, sagt sie. Zwischen den Teilnehmerinnen seien echte Freundschaften entstanden. In dieser Woche steht nun der letzte Besuch auf dem Hof der Viertels in Erlangen-Höchstadt auf dem Programm. 

Fränkische Küchle im Bayerischen Fernsehen: Backtradition nach Familienrezept

Am heutigen Drehtag in Schwarzenbach wird die Nachspeise für das Drei-Gänge-Menü vorbereitet. Dafür hat sich Viertel die Verstärkung ihrer Familie in die Küche geholt. „Küchle kann man eigentlich nicht alleine backen. Vor allem, wenn man viele macht“, sagt Mutter Heidi Viertel. Die eine backt, die andere zieht aus, die Dritte frittiert die Teiglinge. Zu Svenjas Konfirmation hatte die Familie 600 Küchle gebacken und im Dorf verteilt. „Das ist eine fränkische Tradition“, erklärt Svenja für die Kamera.

Das Rezept für das Hefegebäck stammt übrigens von der Großmutter. Heute ist Mutter Viertel die beste Küchle-Bäckerin in der Küche. Darüber sind sich die Frauen einig. „Mama kann am besten hullern“, ist sich Svenja Viertel sicher. Damit der Hefeteig außen schön braun und innen hell und dünn ausgebacken wird, muss man ihn sorgfältig mit den Händen formen. Früher hätte man die Teiglinge dafür „übers Knie gezogen“. Für heute reichen das Küchenbrett und die Hände aus.

Heidi Viertel zeigt den fein säuberlich geformten Teigling. Das Frittieren wird nicht in der Fritteuse besorgt, sondern im Fettblech auf dem Ofen, so „wie die Oma es auch gemacht hat“. Hinter der Küchentheke zwängt sich der Kameramann vor den Herd. „Wenn sich am Holzlöffel Bläschen bilden, hat das Öl die richtige Temperatur“, sagt Viertel und lässt den ersten Teigling in die Wanne. Der Kameramann bückt sich tiefer über das brutzelnde Küchle. Von weiter hinten schleicht sich die Tonangel heran, um den Sound einzufangen. Nur der Geruch vom Hefeteig und Fett bleibt dem Fernsehen verborgen.

Viel Applaus gab es für die scheidende Karpfenkönigin Svenja Viertel während der Eröffnung der Karpfensaison im Aischgrund 2025. Von 2019 bis 1015 war Viertel die amtierende Karpfenkönigin Höchstadts.
Viel Applaus gab es für die scheidende Karpfenkönigin Svenja Viertel während der Eröffnung der Karpfensaison im Aischgrund 2025. Von 2019 bis 1015 war Viertel die amtierende Karpfenkönigin Höchstadts. // Foto: Andreas Dorsch

Erlangen-Höchstadt regelmäßig bei Kochshows von ZDF und Kabel Eins

Es scheint, als habe das Fernsehen die Vorzüge der Kulinarik aus Erlangen-Höchstadt erkannt. Vor dem Bayerischen Fernsehen waren in diesem Jahr zwei weitere TV-Sender für Drehaufnahmen im Landkreis zugegen. Im Juli kochte sich die Großenseebacherin Anna Müller ins Halbfinale der ZDF-Kochshow „Die Küchenschlacht“. Bei der fränkischen Wochenstaffel der Kabel-Eins-Sendung „Mein Lokal Dein Lokal“ schafften es in diesem Jahr gleich zwei Gastronomen aus Erlangen-Höchstadt aufs Treppchen: Dominic Polster mit dem Gasthaus Polster aus Erlangen-Kosbach und Andreas Koch mit dem Fine-Dining-Restaurant Johanns in Marloffstein teilten sich den ersten Platz des Fernseh-Wettbewerbs.

Kulinarische Schätze im BR: Ausstrahlung kommt 2026

Welchen fränkischen Hauptgang Svenja Viertel für die Landfrauenküche kochen wird, das soll bis zur Ausstrahlung der Landfrauen-Staffel im nächsten Jahr noch ein Geheimnis bleiben. Die Vermutung ist naheliegend, dass sich Viertel als ehemalige Karpfenkönigin mit ihrem kulinarischen Schatz nicht weit von der Teichwirtschaft ihrer Familie entfernen wird. 2026 können Zuschauer die Sendung unter anderem beim BR mitverfolgen. Ein Sendetermin für die Staffel der „Kulinarischen Schätze“ steht derzeit noch nicht fest. Bisherige Folgen der Landfrauenküche und Rezepte zum Nachkochen gibt es auf der Website des Bayerischen Rundfunks und in der ARD-Mediathek.

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