Der Höchstadter EC hat sein verspätetes Heimdebüt verloren. Vor 1024 Zuschauern unterlagen die Alligators den EHF Black Hawks Passau nach Penaltyschießen mit 3:4 (1:1, 2:1, 0:1, 0:1).
Dabei fing sich das Team im ersten Spiel nach der Teilsanierung am Kieferndorfer Weg im Laufe der Partie, beantwortete nervöse erste 20 Minuten mit einem starken Mitteldrittel.
Doch eine siebenminütige Unterzahl kostete Höchstadt den Vorsprung, die Kraft und später auch das Spiel. "Wir hatten einen sehr starken Torwart, der uns in der Overtime gerettet hat", freute sich Gästetrainer Thomas Vogl. "
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Höchstadter EC - Black Hawks Passau n. P. 3:4
Vier Sturmreihen, sechs Verteidiger und Michael Paterson-Jones im Tor: Mit voller Kapelle ging der Höchstadter EC ins erste Heimspiel und das Debüt von Nemirovsky-Nachfolger Persson. Die Anspannung war groß, auf und neben dem Eis wurde improvisiert. Doch im Großen und Ganzen ging am renovierten Kieferndorfer Weg alles glatt.
Das galt auch für das Geschehen auf dem Eis, das früh Tempo aufnahm. Höchstadt und Passau erspielten sich in den ersten Minuten jeweils gute Chancen. Die besten verpasste Joey Oberrauch, der frei im Passauer Slot auftauchte, aber rechts vorbeischoss (6.).
Tim Zimmermann trifft bei Comeback für Höchstadt
Passau machte zunächst aber den etwas besseren Eindruck, schnupperte an der Führung. Jonas Stern verlangte Paterson-Jones im Break alles ab. Doch statt der Black Hawks schossen praktisch im Gegenzug die Alligators das erste Heimtor seit mehr als acht Monaten: Über Alex Biberger kam Michail Guft-Sokolov rechts in den Tempovorstoß, brachte den Puck zum Tor - und Tim Zimmermann lochte auf Höhe der Latte mit dem Oberkörper ein (8.).
Das Team von EHF-Coach Thomas Vogl wirkte unbeeindruckt, blieb das mutigere Team. Arturs Sevchenko hätte das direkt vor dem Powerbreak fast mit dem Ausgleich belohnt, der Schlenzer des Letten landete aber am Lattenkreuz (10.).
Black Hawks Passau gleichen verdient aus
Zwei Minuten später bestraften die Gäste dann doch den zu passiven HEC: Jonas Stern hatte zentral vorm Tor zu viel Platz, Paterson-Jones blockte den Passauer Schlenzer zudem nicht sauber. In hohem Bogen fiel der Puck wieder Stern vor die Füße, aus spitzem Winkel glich der Angreifer hochverdient aus (12.).
Die Alligators waren nicht wirklich im Spiel, zu viele Aufbaufehler machten den Eishockeyfreunden die Arbeit leichter. Als Jack Bloem nach verunglückter Klärungsaktion von Paterson-Jones die erste Strafe absaß, roch es nach der Gästeführung. Doch das Penaltykilling unter Coach Persson klappte ebenso gut wie unter Mikhail Nemirovsky (15.).
Andrew Schembri ermöglichte den Alligators kurz darauf die erste Überzahl, mit der die Mittelfranken zunächst wenig anzufangen wussten. Bibergers Onetimer kam der erneuten Führung am nächsten, glich das Lattentreffer-Verhältnis zur ersten Pause aber nur dem Spielstand an (19.).
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Höchstadter EC kommt mit Dampf aus der Pause
Mit anderer Körpersprache kam der HEC aus der Pause: Anton Seewald hatte aus spitzem Winkel 30 Sekunden nach Wiederbeginn das 2:1 auf dem Schläger, Eisenhut machte im Liegen aber klasse die kurze Ecke dicht.
Eine Minute hatte später hatte der Goalie Glück, als er die Scheibe hinter dem Tor vertändelte, Oberrauch am Torraum aber noch entscheidend bei der Abnahme geblockt wurde (22.).
Weiterhin klappte defensiv nicht alles, geriet Höchstadt zu leicht ins Rückwärtslaufen. Doch die Körpersprache war nun sichtbar anders geworden. So hätte Jack Bloem die Alligators ebenfalls belohnen können, sein Sololauf wurde aber zur Beute von Eisenhut (25.). Aleandro Angaran zielte im Gegenzug nur knapp beim Passauer Konter am HEC-Tor vorbei.
Planics zaubert, Alligators bejubeln Doppelschlag
Doch dann durfte die "Grüne Hölle" verdientermaßen zum zweiten Mal jubeln: Der bis dahin glücklose Maxim Mastic schlenzte von der Blauen Linie aufs Tor, Dimitri Litesov ackerte sich gegen Nicolas Sauer zentral in den Torraum - und fälschte stark zum 2:1 in den Torwinkel ab (27.).
Und noch vor der virtuellen Halbzeit legte Klavs Planics das dritte Tor nach, indem er seine ganze Klasse zeigte: Der Lette tankte sich über rechts durch, ließ zwei Passauer stehen und hob den Puck dann technisch anspruchsvoll oben rechts in den Winkel (29.).
Gästecoach Vogl reagierte mit einer Auszeit auf die schwache Passauer Phase. Aus der kamen die Eishockeyfreunde mit einer Drei-gegen-eins-Situation. Die vertändelte Passau aber, holte lediglich eine Strafe gegen den zurückgeeilten Zimmermann heraus. Die Überzahl spielte Passau gut aus, fand schnell die Position. Doch im Verbund klappte das Höchstadter Penaltykilling erneut sehr gut (33.).
Anton Seewald fliegt vom Eis, Passau trifft
Die deutlichen Worte ihres Headcoaches schienen Passau dennoch ins Spiel zurückgebracht zu haben. Höchstadt musste defensiv ackern, um den Vorsprung zu halten.
Und sie schienen nun auch ihren Kopf wieder eingeschaltet haben: Elias Rott stichelte bei angezeigter Strafe gegen Anton Seewald lange genug, um Höchstadts Topscorer zum Überkochen zu bringen. Seewald schnappte sich Rott abseits der Scheibe, verpasste ihm mehrere Hiebe, während sich sein Kontrahent schnell zusammenkauerte.
Zwei plus fünf Minuten und Spieldauerstrafe gab es für Seewald, satte sieben Minuten Überzahl entstand für die Black Hawks. Wieder geriet der HEC direkt in Bedrängnis, doch diesmal brachten die Gäste den Druck auch auf die Anzeigetafel: Nachdem Paterson-Jones zweimal gut parierte, war er bei Nico Jokis Schuss von der Blauen Linie machtlos (38.).
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René Röthke vergoldet Assist von Carter Popoff
Mehr als vier Minuten Überzahl, geteilt von der letzten Drittelpause, blieben auf der Uhr. Mehrmals fehlten den Gästen Zentimeter zum Ausgleich. Als Höchstadt die fünf Minuten überstanden hatte, liefen die fehlenden 120 Sekunden von Seewalds Bandencheck ab.
Doch die waren vorzeitig beendet, denn eine starke Aktion von Comebacker Carter Popoff führte dann doch zum Ausgleich: Erst am Donnerstag verpflichtet, fuhr der Kanadier hinter das Tor, bediente klasse Röthke, dessen Schuss zum 3:3 im rechten Eck landete (43.).
Mit gesprengter Paradereihe und ohne Führung im Rücken entwickelte sich das Schlussdrittel zu einem Kraftakt für die Alligators. Passau blieb offensiv präsent, wollte die Partie endgültig drehen. Perssons Gastgeber wehrten sich, fanden offensiv aber noch keine Wege.
Mit Großchancen auf beiden Seiten ging es in die Schlussphase. Sauer vergab gleich zweimal vor Paterson-Jones, nach starkem Zimmermann-Scheibengewinn zögerte Raivo Freidenfelds auf der anderen Seite zu lange, lief sich in Eisenhut fest (54.).
Höchstadt hatte sich mittlerweile der Passauer Taktik des Mitteldrittels angenommen. Perssons Team stand tief, setzte sporadisch im Gegenzug Akzente. Doch näher dran am Sieg waren die Gäste, die durch Sevchenko (58.) und Röthke (59.) hauchdünn vorbeizielten. Die Schlusssirene rettete den Alligators zumindest einen Punkt.
Sensationeller Eisenhut rettet Passau in Verlängerung
Mit Drei-gegen-drei und mehreren Glanztaten von Eisenhut begann die Overtime. HEC-Kapitän Martin Vojcak tauchte zweimal vorm Gästegoalie auf, zweimal rettete Eisenhut spektakulär.
Noch wilder wurde es beim nächsten Höchstadter Angriff, Freidenfelds und Patrik Rypar konnten sich die Ecke aussuchen, aber der aus Deggendorf gewechselte Goalie brachte die Halle zum Verzweifeln (62.).
So ging es ins Penaltyschießen, das Höchstadts Planics eröffnete, jedoch ebenso an Eisenhut scheiterte. Auf der Gegenseite machte es Schembri besser, traf wie schon Anfang Oktober beim ersten Duell per Schlagschuss in den Knick.
Weil auch Guft-Sokolov vergab, hatte Röthke den Matchpuck. Doch Paterson-Jones wartete lange, hielt dem HEC die kleine Chance. Alex Biberger übernahm Verantwortung - und tatsächlich traf er, bugsierte die Scheibe Zentimeter hinter die Torlinie.
Doch die Chance zum Nachziehen nutzte Nicolas Sauer, überwand Paterson-Jones flach ins rechte Eck. Der Extrapunkt ging mit dem 4:3 nach Verlängerung in die Drei-Flüsse-Stadt. Weiter geht's für die Alligators am Sonntag (17 Uhr) bei den Bietigheim Steelers.
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