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Stelle endlich besetzt
Neuanfang in Höchstadt: Was der neue Klimamanager vorhat
Klimamanager Höchstadt
Nach langer Suche hat Höchstadt einen neuen Klimaanpassungsmanager: Maximilian Brönner aus Neunkirchen am Brand. // Anna-Lena Reif
Höchstadt a. d. Aisch – Neue Hoffnung für Höchstadt: Nach vielen Verzögerungen startet nun der neue Klimaanpassungsmanager. Wie er Höchstadt für die Zukunft rüsten will.

Für Höchstadt war es ein weiter Weg: Schon im Sommer 2023 sollte die Stelle des Klimaanpassungsmanagers in Höchstadt erstmals vergeben werden, die Bewerberin sagte jedoch kurzfristig ab. Im Januar vergangenen Jahres dann die frohe Botschaft: Die Stadt hatte einen passenden Kandidaten gefunden, der den Job auch antrat – nur um wenige Wochen später wieder zu kündigen. Kurz darauf sei ein weiterer Bewerber im Spiel gewesen, wie Bürgermeister Gerald Brehm damals bestätigt hatte, doch auch daraus wurde nichts.

Nun, ein Jahr später, hat die Stadt jedoch erneut einen passenden Kandidaten gefunden und die Stelle des Klimamanagers endlich besetzt. Bis Mai wird Maximilian Brönner sie noch in Teilzeit ausführen, um seine Promotion zu beenden. Dann soll es richtig losgehen mit der Klimaanpassung in Höchstadt.

Maximilian Brönner: Erfahrung aus der Wissenschaft

„Klimaforschung ist bei mir schon immer in der Vita gewesen“, erklärt der 33-Jährige und berichtet von seinem Studium der Geografie an der Friedrich-Alexander-Universität, von seinen Auslandsaufenthalten in Norwegen und Malawi und von seiner Forschung zum Thema Teichwirtschaft. „Das verschränkt sich jetzt quasi alles in der Stelle hier in Höchstadt“, sagt Brönner

Nach wenigen Wochen im Amt kann er noch nicht viel spezifisch über Höchstadt und seine größten Herausforderungen sagen. Genau hier soll der neue Klimaanpassungsmanager jedoch ansetzen. „Die Hauptaufgabe in den ersten zwei Jahren ist es, zu schauen, was die Datengrundlage oder der Status Quo ist. Da geht es darum, wie viele Hitzetage wir haben, wie viel Starkregen im Jahr, wie das Abflussmuster der Aisch ist, wie viele Photovoltaikflächen wir haben“, zählt Brönner auf. Auf dieser Grundlage soll dann ein Klimaanpassungskonzept entwickelt werden.

Klimaanpassungskonzept für Höchstadt

Dazu müssen zum Beispiel anhand von Simulationen Prognosen für Überschwemmungsszenarien gestellt werden. Dann könne man in einem nächsten Schritt entscheiden, wo Retentionsbecken Sinn machen. „Ein Thema ist natürlich auch die Versiegelung in der Stadt. Das ist ein Punkt, wo man versucht, durch Versickerungskanäle oder Begrünungsschächte diese Blitzevents mit viel Niederschlag abzupuffern“, erklärt Brönner. „Man versucht einfach, dem System Zeit zu generieren, damit es das Wasser abführen kann.“ Zwar kosten alle diese Maßnahmen Geld. „Aber wenn man sich jetzt nicht anpasst, dann kommt es einen in der Zukunft teurer zu stehen“, so Brönner.

Klimamanager Höchstadt
In den kommenden zwei Jahren soll Maximilian Brönner ein Klimaanpassungsgesetz für Höchstadt entwickeln. Daneben ist ihm aber die Interaktion mit den Bürgern sehr wichtig. // Anna-Lena Reif

Neben all den theoretischen Berechnungen und der Erstellung eines Konzeptes ist Brönner eines besonders wichtig: Die Bürger Höchstadts abzuholen und zu begeistern. „Das Thema Klimaanpassung hat in letzter Zeit ein wenig an Attraktivität verloren und wird durch andere Diskurse überlagert“, gibt er zu. „Aber die Leute für das Thema wieder zu begeistern, sie durch niederschwellige Angebote davon zu überzeugen, etwas für ihren Ort oder ihre Region zu tun, das ist das Beste, was einem passieren kann.“ 

Klimaschutz alltagsnah gestalten 

Bei den „niederschwelligen Angeboten“ denkt Brönner beispielsweise an Pflanzaktionen oder an Workshops. „Es muss alltagsnah sein“, ist er überzeugt. So will er beispielsweise künftig auch mit Schulen oder Seniorenzentren zusammenarbeiten, mit „vulnerablen Gruppen“, denen ein verändertes Klima besonders zusetzt. „Es geht auch darum, Klimaschutzräume zu schaffen. Nicht jeder hat eine Klimaanlage Zuhause und wo sollen die Leute denn hin? Bei Kälte kann man sich weiter an-, aber bei Wärme irgendwann nicht weiter ausziehen“, gibt Brönner zu bedenken. 

Den Verdruss beim Thema Klimaschutz kann Brönner zum Teil nachvollziehen. „Ich glaube, das Klima ist auch etwas, das für die Leute wenig greifbar ist“, sagt er. Viele seien auch der Meinung, dass ihr kleiner Beitrag sich nicht lohne. „Aber wir sind eine Gruppe von über 80 Millionen Menschen oder eben sieben Milliarden Menschen weltweit. Natürlich ist das Klima viel größer als nur hier in Höchstadt. Aber umso wichtiger ist es, dass man sich hier im Lokalen Kapazitäten schafft, um diese Probleme anzugehen und sich für die Zukunft zu rüsten.“ 

Teichlandschaft im Aischgrund: Schön und schützenswert

Nichtsdestotrotz könne jeder einzelne auch mit Kleinigkeiten etwas beitragen. „Es kann oft so simpel sein. Und wenn es nur ist, dass sich jemand durch so eine Pflanzaktion eine klimaangepasste Baumart in den Garten pflanzt und sich dann bei Trockenheit darüber freut, dass dieser Baum eben nicht eingeht oder er dann auch noch Schatten spendet“, führt Brönner aus. „Auch wenn jemand durch einen Workshop ein Bewusstsein dafür entwickelt, dass er bei großer Hitze vielleicht eine ältere Person anspricht und fragt, ob man ihr was Gutes tun oder ihr ein Wasser besorgen kann, wäre das ein großer Erfolg.“

Um sich wieder ein wenig mehr auf die Umwelt, die im Aischgrund mit seiner Teichwirtschaft besonders schützenswert sei, zu besinnen, hat Brönner einen Tipp. „Einfach mal das Handy weglegen und durch den Wald spazieren. Das einfach wertschätzen, was wir um uns herum haben“, sagt er. „Oder mal am Samstag durch die Teichlandschaft gehen, sich treiben lassen und mal ganz bewusst die besonderen Libellen beobachten, die wir dort haben. Man muss sich darüber bewusst werden, dass wir hier ein schönes System haben und sich dann fragen, wie wir das Ganze so anfassen und schützen können, dass wir es auch in Zukunft noch schön haben.“ 

 

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