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Paukenschlag: Alter Rewe in Herzo macht dicht
Der Rewe in der Würzburger Straße in Herzogenaurach soll geschlossen werden.
Der Rewe in der Würzburger Straße in Herzogenaurach soll geschlossen werden. // Martin Regner
Herzogenaurach – Der Rewe-Supermarkt an der Würzburger Straße soll im Oktober geschlossen werden. Was danach mit dem Standort passieren soll, steht offenbar auch schon fest.

Es ist ein Paukenschlag für das westliche Herzogenaurach: Der Rewe-Supermarkt an der Würzburger Straße soll im Oktober schließen. In den sozialen Medien schlägt das Thema hohe Wellen.

Entscheidung „nicht leicht gefallen“

Vor Ort räumt der Marktleiter lediglich ein, dass die auf Facebook kursierende Meldung zur im Oktober bevorstehenden Schließung des Standorts stimmt. Für weitere Informationen verweist er auf die zentrale Rewe-Pressestelle. Die bestätigt auf Nachfrage, „dass wir den Rewe-Markt in der Würzburger Straße Ende Oktober schließen werden“.

„Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen“, so Ursula Egger von der Rewe-Pressestelle. Seit der Eröffnung des Rewe-Markts in der Herzogenauracher Ohmstraße vor vier Jahren „verlieren wir in der Würzburger Straße beständig Kunden.“ Zudem sei das alte Gebäude in der Würzburger Straße renovierungsbedürftig und eine Modernisierung wirtschaftlich nicht tragfähig.

Wohnstraßen im Einzugsgebiet

Im fußläufigen Einzugsgebiet des Marktes liegen nicht nur zahlreiche Wohnstraßen, sondern auch die Fachklinik Herzogenaurach, die Seniorenresidenz Aurach-Park und die Aurach-Werkstatt der Lebenshilfe.

Perplex reagieren die Kunden des Supermarkts auf die Nachricht von der bevorstehenden Schließung. „Waaasss unfassbar ... wieder eine Gegend wo viele Menschen leben, ohne Möglichkeiten, einzukaufen“, schreibt etwa eine Userin auf Facebook. „Das ist nicht gut“, meint eine Kundin, die gerade mit dem Auto auf dem Parkplatz des Rewe angekommen ist. „Wo sollen die älteren Menschen aus der Gegend hin, die kein Auto haben?“, fragt sich die Frau außerdem.

Stadtverwaltung bereits mit Rewe in Kontakt

Der Lebensmittelmarkt „hat ohne Zweifel eine wichtige Versorgungsfunktion für die umliegenden Wohngebiete und sollte dringend erhalten werden“, erklärt Herzogenaurachs Bürgermeister German Hacker. Diese Versorgungsfunktion sei bereits das Planungsziel gewesen, „als die ehemaligen Flächen der Firma Weiler entwickelt wurden und ist entsprechend in das Planungsrecht des vorhandenen Bebauungsplanes eingeflossen.“

Die Stadtverwaltung stehe in dieser Sache bereits in Kontakt mit der Firma Rewe, so Hacker weiter. Allerdings könnten erst nach der Ferienzeit Lösungsmöglichkeiten zur Sicherung des Betriebs an diesem Standort ausgelotet werden.

Getränkemarkt soll erweitert werden

Da es „grundsätzlich eine privatwirtschaftliche Entscheidung ist“, könne von Seiten der Stadt „nur begrenzt mitgesteuert werden.“ Das öffentliche Interesse am Erhalt oder sogar am Ausbau des Standorts ist für Hacker „völlig klar.“ Man werde von Seiten der Stadt sowohl die Grundstücks- und Gebäudeeigentümer als auch die Betreiber unterstützen, damit das gelingt, kündigt der Bürgermeister an.

Rewe plant, an dem Standort den bereits dort angesiedelten Getränkemarkt zu erweitern. Dadurch „können wir die Verkaufsfläche von 350 auf 800 Quadratmeter vergrößern.“ Und weiter: „Wir werden vor allem auch unser regionales Angebot ausweiten.“ Die Lottostelle am Standort Würzburger Straße soll demnach auch nach der Umwidmung zum Getränkemarkt erhalten bleiben und „zusätzlich kommt außerdem eine Postfiliale in den Getränkemarkt“.

Letzter Verkaufstag steht schon fest

Die dahingehenden Pläne der Supermarktkette sind offenbar schon sehr konkret und weit gediehen. Auch das Datum, zu dem der alte Supermarkt schließt, steht offenbar schon fest: „Der letzte Verkaufstag ist der 28. Oktober. Die Eröffnung des Getränkemarktes terminieren wir auf Ende November“, teilt Rewe mit.

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