Am 17. Juli 2025, ein Donnerstag, erschütterte am frühen Morgen eine Explosion die Marktgemeinde Küps. Unbekannte hatten einen Geldautomaten der Sparkasse Kulmbach-Kronach in die Luft gesprengt und sind mit ihrer Beute geflohen. Sie blieben zunächst unentdeckt, doch nun konnten Bayerische Spezialeinheiten zumindest einen Teilerfolg verzeichnen. Zwei der drei mutmaßlichen Täter wurden gefasst, ein dritter ist noch flüchtig.
Zugriff bei Vorbereitung einer weiteren Tat
Der Durchbruch gelang, als ein gesuchtes Fluchtfahrzeug am 1. August aus den Niederlanden nach Deutschland zurückkehrte. Mithilfe der Polizeibehörden aus Nordrhein-Westfalen, Hessen, Thüringen und Sachsen konnte das Fahrzeug bis nach Zwickau (Sachsen) verfolgt werden.
Dort stellten die bayerischen Spezialeinheiten die Verdächtigen in der Nacht gegen 3.30 Uhr auf einem Parkplatz gegenüber der Volksbank Zwickau. Die Täter waren gerade dabei, eine weitere Sprengung vorzubereiten – ein mutmaßlicher Sprenger hielt auf dem Parkplatz eine Zündschnur in der Hand, die ins Innere der Bank führte.
Beim Zugriff rammten Dienstfahrzeuge das Fluchtfahrzeug, einen gesuchten BMW, wodurch es zum Stillstand kam. Dabei wurde auch ein unbeteiligtes geparktes Fahrzeug beschädigt. Zwei der drei Insassen konnten festgenommen werden, während eine dritte Person die Flucht gelang. Es stellte sich heraus, dass das Fluchtfahrzeug einer rollenden Zeitbombe glich, bis oben voll mit Sprengstoff und Benzin.
Internationale Ermittlungen laufen
Bei den Festgenommenen handelt es sich um einen 25-jährigen Niederländer und einen 27-Jährigen mit niederländischer und libanesischer Staatsangehörigkeit, beide mit Wohnsitz in den Niederlanden.
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bamberg erließ das Amtsgericht Bamberg erweiterte Haftbefehle gegen die Beschuldigten. Derzeit prüfen die Ermittler, ob ihnen weitere Geldautomatensprengungen zur Last gelegt werden können.
Am 22. September vollstreckten Einsatzkräfte der Politie Midden-Nederland in Amsterdam und Utrecht in diesem Zusammenhang Durchsuchungsbeschlüsse und stellten Beweismittel sicher – bayerische Ermittler waren beteiligt. Die Verdächtigen stehen demnach im Zusammenhang mit einer Gruppe, die mutmaßlich für mindestens sechs Sprengungen verantwortlich ist, davon fünf in Bayern und eine im sächsischen Zwickau.
Das LKA geht davon aus, dass die Bande noch weitere Taten begangen hat. Die Fahndung nach dem dritten geflohenen Täter von Zwickau läuft weiterhin. Allerdings konnte seine DNA sichergestellt werden, weshalb das LKA davon ausgeht, dass er über kurz oder lang einen Fehler begehen wird, der ihn schließlich überführt.
Die Lage bleibt weiterhin ernst
Die Statistik der Geldautomatensprengungen in Bayern zeigt weiterhin eine ernste Bedrohungslage. Im bisherigen Verlauf des Jahres 2025 wurden bereits rund 26 Taten verzeichnet. Der dadurch verursachte Sachschaden beläuft sich auf etwa sieben Millionen Euro, während die tatsächliche Beute bei rund 1,8 Millionen Euro lag. Der Rekordwert wurde bislang allerdings im Jahr 2022 erreicht. Es kam zu 37 Geldautomatensprengungen mit einem Sachschaden von über vier Millionen Euro und einer Beute von etwa 3,1 Millionen Euro.
Charakteristisch für diese Verbrechen sind die hohen Sachschäden, die die erbeuteten Summen meist weit übersteigen. Hinzu kommt die steigende Gefahr für Anwohner und Unbeteiligte, da die Täter zunehmend rücksichtsloser vorgehen.
Wie auf die Geldautomatensprengungen reagiert wird
Banken haben auf die Gefährdungslage reagiert und ihre Sicherheitsanstrengungen verstärkt. Dazu gehört der vermehrte Einsatz von Einfärbesystemen, die das Bargeld bei einer Sprengung unbrauchbar machen, sowie der Einbau von Verneblungs- und Videoüberwachungssystemen.
Parallel dazu arbeitet die Polizei eng mit der Staatsanwaltschaft zusammen. Diese verstärkten Ermittlungen führten in der Vergangenheit bereits zu bedeutenden Ermittlungserfolgen und der Festnahme mutmaßlicher Täter.

















