In Hammelburg wird weiter viel diskutiert. Die mögliche Weiterentwicklung des Gewerbegebiets in Westheim bliebt Thema. Eigentlich sollte schon in der Stadtratssitzung Mitte Juli die Grundsatzentscheidung über den geplanten Gewerbepark in Westheim fallen.
Gleich zu Beginn stellte Florian Röthlein (Grüne) allerdings einen Antrag zur Geschäftsordnung. Die Folge: keine Abstimmung und auch kein Beschluss über den Gewerbepark. Am 6. Oktober stand das Thema nun erneut auf der Tagesordnung.
Update vom Montag, 6. Oktober, 19.45 Uhr:
Etwa 45 Minuten dauerte die Diskussion über eine mögliche Gewerbeentwicklung in Westheim an. Der Antrag mehrerer Stadtratsmitglieder vom 25. Juli 2025 – der ein kleingliedriges, von der Stadt entwickeltes Gewerbegebiet vorschlägt – stand zur Debatte.
Einig waren sich die Fraktionen bei diesem Thema auch nach dem Beschluss noch nicht. Von 22 Ratsmitgliedern stimmten schließlich 14 für und acht gegen die vorgeschlagene, etwa 5 Hektar große, Erweiterung. Damit sind die „Weichen für eine Gewerbeentwicklung gestellt“, fasst Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) zusammen. Die Verwaltung müsse nun in Grundstücksverhandlungen gehen.
Update vom Montag, 6. Oktober, 17.45 Uhr:
Vor dem Bürgerhaus in Hammelburg wird gerufen. Plakate sind zu sehen, Pfeifen zu hören. Unzählige Bürgerinnen und Bürger haben sich versammelt, um ihre Sorgen und Ängste, aber auch ihren Ärger über die anstehende Entscheidung auf dem Marktplatz nochmals zum Ausdruck zu bringen. Selbst das regnerische Wetter kann die Demonstrierenden nicht vertreiben.
Viele Westheimerinnen und Westheimer fürchten eine Zukunft, in der Profit vor dem Schutz von Natur und Mensch stehen, wie auf Schildern zu lesen ist. Sie wollen neben einer stärker werdenden Lärm-, Verkehrs- und Geruchsbelästigung auch die Versiegelung der Natur rund um den Längberg verhindern.
Friedlich, aber klar teilen sie deshalb bereits eine Stunde vor Sitzungsbeginn auf dem Marktplatz in Hammelburg bei einer Demo ihre Meinung mit. Und auch einige Langendörfer, die zwar nicht in die Entscheidung eingebunden, aber genauso von ihr betroffen sind, bringen ihren Unmut zum Ausdruck. Schon als die Sitzung längst begonnen hat, sind die vereinzelten Laute einer Trillerpfeife und die Rufe einiger Westheimerinnen und Westheim noch zu hören.
Artikel vom 6. Oktober, 10 Uhr:
Heute (6. Oktober) befindet sich das Thema nun wieder auf der Tagesordnung. Der Punkt lautet: „Antrag mehrerer Stadtratsmitglieder vom 25. Juli 2025 zur weiteren Entwicklung des Gewerbegebietes Westheim“. Heißt: Ist der Stadtrat sich einig, würde das für den Hammelburger Stadtteil ein kleingliedriges, von der Stadt entwickeltes Gewerbegebiet bedeuten – oder eben auch nicht.
Der Antrag vom 25. Juli: In einem Brief an den Bürgermeister sprechen sich einige Stadträte gegen eine großflächige Erschließung des Längbergs in Westheim durch einen privaten Investor aus. Stattdessen befürworten sie die Entwicklung eines kleinteiligen, flächenschonenden Gewerbegebietes unter städtischer Trägerschaft. „Darin sehen wir eine Chance, den seit zwei Jahren schwelenden Konflikt durch einen tragfähigen Kompromiss zu befriedigen“, steht darin geschrieben.
Unterschrieben haben neben Reimar Glückler auch Reinhard Schaupp (CBB), Alexander Stolz (CBB), Dominic Sitter (CBB), Rita Schaupp (SPD), Thomas Reuter (Bürgerliste Obereschenbach) und Edmund Schaub (H.A.B.).
Der Bürgerinitiative (BI) „Herzstück Längberg schützen“ Westheim passt das so nicht: Die Vertreterinnen und Vertretern positionieren sich klar gegen das Projekt. Sie fordern, dass der Längberg – auf dem sich die diskutierte Fläche befindet – bleiben soll, wie er ist.
Mit einer Demonstration auf dem Marktplatz ab 17 Uhr wollen sie das dem Stadtrat deshalb vor der Sitzung nochmals mitteilen, und auch die Bedenken der Bürger von Westheim und Langendorf sollen vorgetragen werden.
Das sagt Investor Patrick Bindrum zu dem Antrag:
Der Artikel wird im Laufe des Tages aktualisiert. Eine ausführliche Berichterstattung folgt am Dienstag.















