Der Sulzthaler Marktgemeinderat befand sich am Wochenende auf einer Klausurtagung in der Rhön, um die Vorgehensweise für die folgenden sechs Jahre zu besprechen, berichtete Bürgermeister Christian Schmitt in seiner ersten Bürgerversammlung. Man verschaffte sich dabei einen Überblick über die 26 laufenden Maßnahmen, 18 davon sind Pflichtaufgaben.
In seiner Präsentation schaute Schmitt auf die Finanzen des Marktes Sulzthal. Dann stellte er wichtige Projekte vor, meist untermalt von einem Drohnenfoto zum besseren Verständnis. So soll die Sanierung des Hochbehälters in vier bis sechs Wochen abgeschlossen sein. Dann gehen beide Wasserkammern wieder in Betrieb. In der nächsten Sitzung werde über die Aufteilung der Kosten in Höhe von 682.000 Euro abgestimmt. Die Gemeinschaftskläranlage könne aufgrund der aktuell durchgeführten Maßnahmen über die nächsten drei Jahre hinweg weiter betrieben werden. Sein Appell ging hier an die Bürger, keine Hygieneartikel über die Toiletten zu entsorgen.
Ehrgeizige Planung
Das Thema Kindergarten beschäftige ihn seit dem ersten Tag. Jetzt habe man sich im Gremium das ehrgeizige Ziel gesetzt, den Bauantrag über eine weitreichende Sanierung noch im Dezember einzureichen. Das Ausweichquartier Pfarrhaus ist für alle Regelkinder allerdings zu klein und so muss man auch auf die Kanzlei/Mehrzweckhalle zurückgreifen. Man hofft bis März/April nächsten Jahres die beiden Ausweichquartiere bezugsfertig zu haben, obwohl hierfür noch einiges zu erledigen sei.
Im Friedhof will man einiges an Unebenheiten bereinigen und die einsturzgefährdete Mauer am Haupteingang angehen. Hierfür seien im Haushalt 40.000 Euro eingestellt.
Kommt zweiter Windpark?
Auch die Windkraft zählt zu den Themen, die angegangen werden, wobei nicht auf die besten Waldstücke zugegriffen werden soll. In den nächsten drei bis sechs Monaten will man entscheiden, ob und wenn ja mit wem ein zweiter Windpark gebaut werde. Innerhalb des Windvorranggebietes habe man noch etwas Spielraum hinsichtlich der Positionierung der möglichen Windräder.
Viel Spaß wünschte Schmitt den Bürgern mit der neuen Heimat-Info-App, die seit letzter Woche aktiv ist und das Amtsblatt kostenlos enthält. Damit habe man alle Informationen seitens Gemeinde und Vereinen auf dem Smartphone, hofft der Bürgermeister, dass die App gut angenommen und mit Leben gefüllt werde.
Vom Bauhof teilte er als Hinweise mit, kein Laub oder Grüngut in den Wald zu fahren. Außerdem nicht wegen jeder Kleinigkeit die Gemeinde zu kontaktieren und nicht die Privatnummer der Mitarbeiter, sondern die Dienst-Handynummer zu benutzen.
Diskussions- und Fragerunde
In der Diskussions- und Fragerunde wünschte sich eine Bürgerin einen Sonnenschutz am neuen Bachlauf. Der Bürgermeister verwies auf den natürlichen Sonnenschutz durch drei größere Bäume, die noch heuer gepflanzt werden sollen.
Gleich zwei Mal kamen die Entschädigungen für den 2. Und 3. Bürgermeister aufs Tableau, die in Sulzthal zum ersten Mal beschlossen worden sind. „Ich bin froh, dass ich solche engagierten Stellvertreter habe und stehe zusammen mit dem Gremium hinter dieser Entscheidung“, sagte der Bürgermeister. Gemeinderätin Gabi Dehmer, die selbst über viele Jahre hinweg 2. Bürgermeisterin gewesen ist, fand es schade, dass man hier offensichtlich Neid-Debatten schüre. Sie habe selbst kein Geld dafür bekommen, man könne es aber auch nicht vergleichen, was in ihrer Amtszeit ein stellvertretender Bürgermeister machen musste beziehungsweise durfte.
Moniert wurden auch der Zustand der Tafel neben dem Begrüßungsschild des Marktes Sulzthal, die dürftige Beleuchtungssituation an der Bushaltestelle – vor allem jetzt im Herbst/Winter – und die starren Zeiten für die Nachmittagsbetreuung an der Grundschule. Stockfinster sei es zudem im Bereich der Einfahrt Eichstraße aufgrund einer umgefahrenen Straßenleuchte. Der Bürgermeister versprach einen Austausch innerhalb der nächsten Tage, er habe die Auftragsbestätigung bereits unterzeichnet.
Manche Angebote fehlen
Die Gestalter des ersten Sulzthaler Jugend-Forums Michael Müller und Johanna Müller-Drescher hatten eingangs einen Einblick in ihr Treffen gegeben, zu dem zehn Jugendliche gekommen waren. Die trauten sich und trugen ihre Wünsche vor. Hierzu zählten die Reparatur des defekten Zaunes am Spielplatz, eine dort platzierte Kiste mit Ball und Luftpumpe, ein Volleyballfeld am Bachlauf und ein Bushäuschen als Regenschutz an der Bushaltestelle.
Außerdem wünschten sie sich Aktivitäten auch für Jugendliche über 14 Jahren, diese Altersgrenze gelte für die Kindergruppe Natur & Umwelt und auch für die Angebote beim Ferienprogramm. „Schön, dass ihr unser Angebot heute genutzt habt, ihr könnt natürlich auch sonst jederzeit an die Gemeinde herantreten, aber natürlich können nicht alle Wünsche umgesetzt werden“, so Schmitt. Gemeinderat Willi Diez wies auf den historischen Brauch „Bürgermeister-Tanne“ für den neuen Bürgermeister zu Silvester hin. Hier falle einiges an Arbeit an, lud er zur Mithilfe ein. „Mir hat meine erste Bürgerversammlung Spaß gemacht, ich hoffe euch auch“, schloss Sulzthals Bürgermeister Christian Schmitt nach genau zwei Stunden die Versammlung.













