Die Fulda-Main-Leitung kommt schneller voran als geplant: Die verantwortliche Tennet TSO GmbH hat nach Angaben vom Dienstag die Unterlagen für einen hessischen Abschnitt bei der Bundesnetzagentur zur Genehmigung eingereicht – etwa sechs Monate früher als ursprünglich vorgesehen.
Die ungefähr 130 Kilometer lange 380-Kilovolt-Leitung wird auch mit dem Kürzel P43 tituliert und soll die Umspannwerke in den hessischen Orten Dipperz und Mecklar mit dem in Bergrheinfeld bei Schweinfurt verbinden. Die eingereichten Unterlagen beziehen sich laut Tennet auf den rund 50 Kilometer langen Teil zwischen Mecklar und Dipperz.
Mit dessen Planfeststellungsbeschluss, also der Genehmigung durch die Bundesnetzagentur, rechnet Tennet im kommenden Jahr. Ende 2026 könne dann der Bau beginnen, der voraussichtlich 2029 zu Ende sein werde.
Für den Abschnitt zwischen Dipperz und Bergrheinfeld gehe Tennet davon aus, dass der Bau „Mitte bis Ende 2027“ starten wird, so Sprecher Thomas Wagner auf Anfrage. Sein Unternehmen prüfe derzeit, wie auch die Realisierung dieses hauptsächlich in Mainfranken liegenden Abschnitts beschleunigt werden kann. P43 soll 2031 in Betrieb gehen.
Es bleibt offen, wie viel P43 kosten wird
Wie viel die Stromtrasse kosten wird, dazu sagte Wagner nichts. Zum Vergleich: Die Kosten der gut fünfmal längeren und unterirdisch verlegten Stromautobahn SuedLink werden auf mindestens zehn Milliarden Euro veranschlagt. Kritiker gehen von viel mehr aus.
P43 wird schätzungsweise 250 Strommasten haben. Schon deshalb bezeichneten Gegner in der Vergangenheit die Leitung gerne als „Monstertrasse“. Ab der hessisch-bayerischen Grenze bei Zeitlofs (Lkr. Bad Kissingen) sollen die Kabel an Bad Brückenau, Hammelburg, Karlstadt und Arnstein vorbei nach Bergrheinfeld führen.
Welchen Zweck die Fulda-Main-Leitung hat
Die Fulda-Main-Leitung werde nach Tennet-Darstellung dazu beitragen, das deutsche Stromnetz zu entlasten und die großräumige Verteilung von Strom zu verbessern. Einen ähnlichen Zweck im Zusammenhang mit der Energiewende in Deutschland haben auch Trassen wie SuedLink und SuedWestlink, die ebenfalls teilweise durch Mainfranken verlaufen werden. Gerade wegen des stark gestiegenen Anteils von Ökostrom vor allem aus Wind und Sonne gilt das nationale Netz als stark belastet.
Über den Stand der P43-Planung in Mainfranken will Tennet demnächst mit den betroffenen Grundstückseigentümerinnen und -eigentümern sprechen. Die Info-Veranstaltungen (jeweils von 17 bis 20 Uhr) sind am 20. Oktober in Zeitlofs (Turnhalle), 21. Oktober in Karlstadt (Rathaus), 23. Oktober in Wartmannsroth (Feuerwehrhaus) und am 24. Oktober in Waigolshausen (Freizeitzentrum).

















