Andreas Höllein gerät ins Schwärmen, wenn er auf das Projekt in Rödental angesprochen wird: „Das wird eine tolle Bereicherung und macht bestimmt irre Spaß!“ Wichtig ist dem Vorsitzenden des Golf-Clubs Coburg (GCC) allerdings der Hinweis, dass es sich bei der geplanten Indoor-Golfanlage um ein rein privates Projekt von fünf Investoren handelt. „Wir werden es aber unterstützen, indem wir bei unseren Mitgliedern Werbung dafür machen!“ Denn theoretisch ist es zwar möglich, ganzjährig den Golfplatz des GCC in Tambach zu nutzen; doch erfahrungsgemäß konzentriert sich die Hauptsaison auf den Zeitraum von April bis Oktober. Wer in den Wintermonaten allerdings auch ohne dicke Jacke Abschläge machen sowie putten und einlochen will, der kann künftig nach Rödental kommen.
Fünf private Investoren
Bei den besagten fünf Investoren handelt es sich allesamt um leidenschaftliche Golfspieler aus dem Raum Coburg. Einer von ihnen ist Jochen Knauer, den viele auch als Aufsichtsrat des HSC 2000 Coburg kennen dürften. Er glaubt: „Der Bedarf für eine Indoor-Golfanlage ist da!“ Aber wie wird die Anlage in Rödental überhaupt funktionieren? Letztlich handelt es sich um zwei Simulatoren, deren Technik in den vergangenen Jahren stetig perfektioniert wurde. Die Spielerin oder der Spieler stehen – mit Golfschläger – vor einer großen Leinwand. Auf diese Leinwand können je nach Lust und Laune die tollsten und schönsten Golfplätze der Welt projiziert werden. Dann erfolgt – und zwar in Echt! – der Abschlag. Dieser Schlag wird von einem Computerprogramm erfasst und berechnet und wiederum in die virtuelle Golflandschaft projiziert. Auch bei allen weiteren Schläge wird auf diese Weise vorgegangen, bis am Ende – hoffentlich – erfolgreich eingelocht wird.
Weil diese Golfsimulatoren sehr nahe an der Realität sind, sollten Spielerinnen und Spieler eine gewisse Erfahrung mitbringen. „Der Spaßfaktor ist groß, aber eine Platzreife ist empfehlenswert“, sagt Jochen Knauer. Als besonderer Gag ist mittelfristig übrigens geplant, auch für die Golfplätze in Tambach und Kronach eine entsprechende Software zu entwickeln, damit sich auch diese Plätze virtuell in Rödental bespielen lassen.
Gute Lage an der Autobahn
Apropos: Die Lage des Admira-Centers direkt an der Autobahnausfahrt war ein weiterer Grund für Jochen Knauer und seine Mitstreiter, sich an dieses Projekt heranzuwagen. „Wir sprechen unter anderem die Mitglieder des Golf-Clubs Coburg und des Golfclubs Kronach an. Für sie alle ist Rödental gut zu erreichen. Aber auch für Kunden aus Nordbayern oder Südthüringen sollen die Simulatoren eine gelungene Spielmöglichkeit darstellen.“ Andreas Höllein verrät im Gespräch mit dem Coburger Tageblatt, dass man beim Golf-Club Coburg auch schon einmal darüber nachgedacht hat, beim Clubhaus in Tambach eine Indoor-Anlage zu errichten.
„Sehr gute Geschäftsidee“
Doch nicht zuletzt aufgrund der Lage habe man sich dann doch dagegen entschieden: Speziell in den Wintermonaten wären wohl nicht ausreichend Menschen extra bis nach Tambach gefahren, als dass sich die doch recht hohe Investition gelohnt hätte. In Rödental hingegen hält er es für eine sehr gute „Geschäftsidee“.
Auch ein neues Café eröffnet
Wie Jochen Knauer sagt, ist die Eröffnung der Indoor-Golfanlage für Mitte Oktober geplant. Bereits Anfang Oktober wollen im vorderen Bereich der Räumlichkeiten im Admira-Center Sabine und Thomas Kaufmann loslegen: Die beiden betreiben das „Café S“, das sich derzeit noch im Coburger Stadtteil Cortendorf befindet, und zwar im Erdgeschoss der Service-Wohnanlage „Am Hahnfluss“. Bekannt ist das Café vor allem für seine vielen selbstgemachten Kuchen. Doch dieses Angebot sei leider nicht so gut angenommen worden wie erhofft, sagen Sabine und Thomas Kaufmann. Denn die Hoffnung, dass das Café vor allem auch von den Bewohnern der Service-Wohnanlage genutzt wird, habe sich leider nicht erfüllt.
Um so mehr freuen sich die beiden jetzt auf das Projekt in Rödental. Im Admira-Center werden sie ihren großen Traum vom eigenen Café, den sie sich vor einem Jahr erfüllt haben, weiterleben. Weil sie dort sozusagen auch gleich noch die Gastronomie für die Indoor-Golfanlage mitmachen, stehen die Chancen ganz gut, dass sie künftig mehr Gäste begrüßen können als zuletzt in Cortendorf.
Übrigens: Der Betrieb der Indoor-Golfanlage wird auch unabhängig von den Öffnungszeiten des Cafés möglich sein. Wie Jochen Knauer erklärt, wird die „ParTee Lounge“ voll automatisiert sein. Das heißt: Nicht nur die Buchung der insgesamt zwei Simulatoren erfolgt online. Auch alle weiteren Schritte – vom Betreten des Raums mit Zugangscode bis zum Herunterladen der gewünschten Software – können eigenständig erfolgen. „Zumindest am Anfang wird aber natürlich immer jemand da sein, um alles zu erklären!“
HINTERGRUND: Wer steckt hinter der künftigen „ParTee Lounge“ in Rödental?
Indoor-Golfanlage Bei den fünf privaten Investoren, die gemeinsam das Projekt „ParTee Lounge“ in Rödental stemmen, handelt es sich durchweg um bekannte Männer aus dem Coburger Land: Jochen Knauer, Matthias Dietz, Stephan Claus (alle Neustadt), Marcel Kolb und Gernot Mieke (beide Coburg). Der gewählte Name ist mehrdeutig. Zunächst einmal setzt er sich aus zwei Begriffen aus dem Golfsport zusammen. „Par“ ist die englische Abkürzung von „Professional Average Result“; darunter versteht man die durchschnittliche Anzahl der Schläge, die ein Profi bis zum jeweiligen Einlochen benötigen sollte. Als „Tee“ wird der kleine Stift aus Holz oder Kunststoff bezeichnet, auf den beim Abschlag der Golfball gelegt wird. „ParTee“ klingt akustisch aber natürlich auch nach „Party“ – denn: Indoor-Golf soll ja vor allem auch Spaß machen. Übrigens: Die künftige Anlage in Rödental hat auch schon eine eigene Internetseite: parteelounge.golf
Admira-Center Als erstmals die Pläne für ein Einzelhandelszentrum auf dem ehemaligen Goebel-Parkplatz im Westen von Rödental vorgestellt wurden, war noch von einer Diskothek als größter Attraktion die Rede. Doch als das Zentrum im Dezember 2010 eröffnet wurde, waren die Disco-Träume längst geplatzt. Stattdessen bestimmten eher Billiganbieter das Bild. Doch im Laufe der Jahre folgte ein stetes Auf und Ab. Aktuell geht es besonders kräftig auswärts: Das derzeit noch in Mönchröden angesiedelte Fitnessstudio „Sportshouse“ wird ins Admira-Center umziehen; der Umbau läuft bereits. Direkt daneben möchte die Warenhauskette Woolworth 2024 eine weitere Filiale eröffnen. Noch einen Eingang weiter wird sich bereits ab Oktober 2023 das „Café S“ befinden, das derzeit noch im Coburger Stadtteil Cortendorf angesiedelt ist. Im hinteren Bereich des „Café S“ entsteht die Indoor-Golfanlage „ParTee Lounge“.
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