Die bevorstehenden Entlassungen bei der Haba-Familygroup sind bitter. Aber Geschäftsführer Mario Wilhelm hat den betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in dieser Woche Mut gemacht. Er glaube nämlich, dass sie andere Arbeitsplätze finden können. Denn: „Einige größere Unternehmen aus der Region suchen händeringend exzellent ausgebildete Fachkräfte und genau diese kann ihnen die Haba-Familygroup und speziell der Bereich Jako-o bieten.“
Doch die Haba-Geschäftsführung will es nicht nur bei warmen Worten belassen. So hat Mario Wilhelm in dieser Woche ebenfalls angekündigt, allen betroffenen Beschäftigten bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz helfen zu wollen. Wie das konkret aussehen kann, steht inzwischen fest: Ab dem kommenden Montag, 14. August, wird in Bad Rodach eine Jobmesse stattfinden.
Wie es in einer Pressemitteilung der Haba-Familygroup heißt, hätten alle Beschäftigten bei dieser Jobmesse die Möglichkeit, „sich über die offenen Tätigkeiten auf dem regionalen Arbeitsmarkt zu informieren“. Zu den Firmen, die sich auf der Jobmesse präsentieren, gehören unter anderem das Familienunternehmen Elektra aus dem thüringischen Schalkau, das Vlies- und Schaumstoffwerk Caruso aus Ebersdorf bei Coburg sowie die HUK Coburg.
101 offene Stellen bei der HUK in Coburg
Wie Stefan Eichhorn von der Unternehmenskommunikation der HUK dem Coburger Tageblatt am Freitag sagte, gibt es bei der Versicherungsgruppe in Coburg derzeit 101 offene Stellen. Unabhängig sowohl von den einzelnen Stellenbeschreibungen als auch von den jeweiligen Qualifikationen der Haba-Beschäftigten würde man sich freuen, den Betroffenen neue Arbeitsplätze anbieten zu können. Denn: „Wir stehen zu unserer Region.“
Mit rund 5500 Beschäftigten alleine am Standort Coburg ist die HUK der größte Arbeitgeber in der Vestestadt. Die Haba-Familygroup wiederum ist mit aktuell noch 1800 Beschäftigten in Bad Rodach der größte Arbeitgeber im Landkreis Coburg. Befürchtet wird allerdings, dass in Bad Rodach fast jeder dritte Haba-Arbeitsplatz wegfallen könnte.
Hintergrund ist die größte Umstrukturierung in der mehr als 85-jährigen Firmengeschichte. Nachdem die Umsätze der Haba-Familygroup zuletzt stark eingebrochen waren, befindet sich das Unternehmen in finanzieller Schieflage. Im Juli wurde angekündigt, dass es einen „massiven Personalabbau“ geben wird. In dieser Woche nun hatte die Haba-Geschäftsführung mitgeteilt, dass „Jako-o“ eingestellt wird. Künftig werde man sich nur noch auf die Sparten „Haba“ und „Haba Pro“ (ehemals Wehrfritz) konzentrieren. Die Aufgabe der einstigen Vorzeigemarke „Jako-o“ sei erforderlich, um das Gesamtunternehmen am Leben zu halten.
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