Einen Riesensprung in puncto Nahverkehrsversorgung vollzog der Verkehrssenat der Stadt Neustadt in seiner jüngsten Sitzung. Nicht nur, dass die Buslinien in der Puppenstadt verdichtet wurden, auch das System eines Anrufbusses wurde so ausgebaut, dass die südlichen Stadtteile näher an die Innenstadt und damit an das Nahverkehrsnetz herangeführt werden.
Rufbus mit festem Fahrplan
Wie Dennis Flach (ÖPNV-Beauftragter des Landkreises Coburg) dem Gremium erläuterte, wird der neue Rufbus zukünftig zwischen dem Neustadter Bahnhof und Ebersdorf bei Coburg im Einsatz sein. Das Besondere für diese Einrichtung ist nach seinen Worten, dass für den Rufbus ein fester Fahrplan besteht, an dem sich die Bürgerinnen und Bürger orientieren können.
Bedient werden die Stadtteile Kemmaten, Boderndorf, Wellmersdorf, Birkig, Horb, Fechheim, Mittelwasungen, Unterwasungen, Plesten und Fürth am Berg. Dennis Flach hob hervor, dass der Rufbus nicht mehr kostet als der normale VGN-Tarif. Unter www.coburgmobil.de stehen die entsprechenden Fahrpläne bereit. Ein weiterer Mosaikstein für eine komplette Nahverkehrsversorgung wird ab dem 10. September in den Busfahrplan in der Stadt Neustadt eingefügt.
Acht neue Haltestellen
In Zusammenarbeit mit der OVG Sonneberg ist es nach Worten von Ordnungsamtsleiter Detlef Heerlein gelungen, im Stadtgebiet nicht nur acht neue Haltestellen einzurichten, sondern den Fahrplan so zu verdichten, dass Schichtzeiten der vor allem im Süden von Neustadt beheimateten Unternehmen berücksichtigt werden.
Die Entscheidung hierfür kam nicht von ungefähr. Nach Darlegung von Heerlein sprachen die Ergebnisse bei Umfragen der infrage kommenden Unternehmen eine sehr deutliche Sprache.
Einjährige Probephase
Die Kosten für diesen zusätzlichen Service beziffert der Ordnungsamtsleiter mit rund 30.000 Euro, wobei der Landkreis Coburg etwa zwei Drittel übernimmt. Klar machte Heerlein, dass zunächst eine Probephase von einem Jahr stattfinden wird. „Wenn wir feststellen, dass mehr Geisterbusse fahren, stellen wir diese Linien wieder ein“, hielt Heerlein unmissverständlich fest.
Verkehrssenat in Kürze
Gehwegfreigabe
Einstimmig beschlossen wurde, dass der Gehweg zwischen dem Kreisel Haarbrücken und dem Ortseingang von Haarbrücken für Radfahrer freizugeben.
Fahrradschutzstreifen
Der Verkehrssenat beschloss einstimmig in der Heubischer Straße ab Einmündung der Ernst-Bergmann-Straße bis zur Zufahrt der dortigen Tankstelle zur Erhöhung der Sicherheit der Radfahrer einen Schutzstreifen stadteinwärts einzurichten und die Höchstgeschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer zu begrenzen. Der Alternative, den Gehweg so zu verbreiten, dass er als kombinierter Geh- und Radweg genutzt werden kann, wurde aus Kostengründen und dem Umstand, dass vier Bäume der Maßnahme weichen müssten, eine Absage erteilt.
30 Stundenkilometer-Zone
Aus einer Bürgerversammlung wurde an die Stadtverwaltung der Wunsch herangetragen, in Mittelwasungen eine 30 Stundenkilometer- Zone einzurichten. Der Verkehrssenat kam dem Wunsch nach und beschloss, dass im Bereich Kornweg/Hoher Weg zukünftig eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern straffrei zugelassen ist.
Radabstellboxen
Nach einer etwas längeren Diskussion kam man im Verkehrssenat überein, für die zukünftig am Bahnhof installierten und für Pendler gedachten abschließbaren Radabstellboxen ein Tagesentgelt von 1,50 Euro zu verlangen. Der Wochentarif von Montag bis Freitag wurde mit sechs Euro festgelegt.
Muppberglinie
Wieder in Betrieb genommen wird ab dem 26. Juli die Muppberglinie, die die Puppenstadt mit der Arnoldhütte verbindet. Nach Worten von Detlef Heerlein finden Fahren jeweils an Freitagen, Samstagen und Sonntagen statt.
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